Ob Pistenspaß, Panorama oder Rückzugsort fernab der Städte, Immobilien in Skigebieten sind für viele Käufer:innen weit mehr als ein Freizeitprojekt. In den Alpen hat sich ein eigener Premium-Markt entwickelt, in dem Lage, Exklusivität und begrenztes Angebot die Preise nach oben treiben. Vor Kurzem hat die Schweizer Großbank UBS die Top-Destinationen in den Alpen unter die Lupe genommen. Laut dieser Studie bleibt St. Moritz in der Schweiz die teuerste Adresse für Alpenimmobilien. Und auch Österreich ist in der Rangliste der begehrtesten Alpen-Destinationen vertreten (LEADERSNET berichtete).
Eine Analyse von Sprengnetter für ImmoScout24, die sich ausschließlich mit den heimischen Skiregionen beschäftigt, kommt zum gleichen Ergebnis: Wohneigentum in den beliebten Regionen wird zunehmend zu einem hochpreisigen Anlageobjekt.
Massive Preissteigerungen
Für die Auswertung wurden 17 Wintersportregionen betrachtet. Analysiert wurden die Preise eines beispielhaften Einfamilienhauses mit 125 Quadratmetern sowie einer Eigentumswohnung mit 75 Quadratmetern, jeweils mit durchschnittlicher Ausstattung. In das Preismodell flossen sowohl Angebotspreise als auch tatsächlich erzielte Verkaufspreise ein (siehe auch Infobox).
"In allen Gebieten kam es in den vergangenen fünf Jahren zu massiven Preissprüngen sowohl bei Bestandsobjekten als auch im Neubau. Häuser oder Wohnungen in den begehrten Skiregionen kosten nun bis zu 59 Prozent mehr als noch 2020", sagte Joseph Obiegbu, Geschäftsführer von ImmoScout24 Österreich.
Hauspreise in Skigebieten (125-Quadratmeter-Haus) © Sprengnetter Preisanalyse für ImmoScout24
Knapp zwei Millionen Euro für Neubau-Haus in Kitzbühel
An der Spitze liegt weiterhin Kitzbühel. Dort kostet ein Bestands-Einfamilienhaus im Jahr 2025 durchschnittlich 995.800 Euro, ein neu errichtetes Haus liegt im Mittel bei 1.353.800 Euro. Im Vergleich zu 2020 entspricht das einem Plus von bis zu 43 Prozent.
Besonders hoch ist das Preisniveau direkt im Nobelskiort Kitzbühel: Ein Neubau-Haus mit normaler Ausstattung wird aktuell mit 1.999.800 Euro angegeben. Auch Kirchberg in Tirol zählt zu den teuren Standorten, hier liegt der Wert bei 1.834.300 Euro.
Wer innerhalb derselben Skiregion nach günstigeren Alternativen sucht, findet diese beispielsweise in Mittersill (Salzburg), das ebenfalls zum Skigebiet Kitzbühel zählt. Dort wird ein Neubau-Haus mit 734.800 Euro ausgewiesen. Auch Saalbach-Hinterglemm liegt preislich inzwischen in der obersten Kategorie. Dort betragen die durchschnittlichen Werte 786.400 Euro für Bestandsobjekte und 1.061.000 Euro für Neubauten. Ähnlich teuer ist die Region Brixental – Wilder Kaiser mit 759.600 Euro (Bestand) beziehungsweise 1.017.400 Euro (Neubau).
Günstigere Skigebiete steigen teils besonders stark
Trotz des allgemeinen Preisanstiegs nennt die Analyse auch Regionen, die im Vergleich weiterhin günstiger sind. Am unteren Ende liegt das Nassfeld: Ein Bestandshaus kostet dort 2025 durchschnittlich 279.200 Euro, ein Neubauhaus 410.600 Euro. Ebenfalls relativ leistbar zeigen sich laut ImmoScout24 der Semmering (280.300 Euro im Bestand, 374.200 Euro im Neubau) sowie der Katschberg (351.100 Euro im Bestand, 509.700 Euro im Neubau). Für Hinterstoder werden im Mittel 372.600 Euro (Bestand) und 540.800 Euro (Neubau) angegeben.
Gleichzeitig weist ImmoScout24 darauf hin, dass gerade Regionen mit zuvor niedrigeren Preisniveaus teils besonders starke Zuwächse verzeichnen. "Auffällig ist, dass bislang günstigere Regionen teils besonders hohe Zuwächse verzeichnen – am Nassfeld etwa betrugen die Steigerungen seit 2020 56 Prozent –, was zeigt, dass sich auch die unteren Preissegmente dynamisch nach oben bewegen können", so Obiegbu.
Preise für Eigentumswohnungen in Skigebieten (75-Quadratmeter-Wohnung) © Sprengnetter Preisanalyse für ImmoScout24
Wohnungen folgen dem Trend
Ähnliche Entwicklungen zeigen sich auch bei Eigentumswohnungen. Für eine beispielhafte 75-Quadratmeter-Wohnung weist die Analyse ebenfalls deutliche Steigerungen aus. Auch hier liegt Kitzbühel an der Spitze: Eine Bestandswohnung kostet dort 2025 durchschnittlich 429.200 Euro, Neubauwohnungen liegen im Mittel bei 693.500 Euro. In Kitzbühel selbst wird eine 75-Quadratmeter-Neubauwohnung sogar mit 1.041.200 Euro beziffert. Deutlich günstiger ist wiederum Mittersill, wo weniger als ein Drittel davon bezahlt wird. Konkret sind es 305.300 Euro. Hochpreisig bleiben außerdem Saalbach-Hinterglemm (387.400 Euro im Bestand, 628.100 Euro im Neubau) sowie Brixental – Wilder Kaiser (311.600 Euro im Bestand, 500.000 Euro im Neubau).
Am unteren Ende bleibt es günstiger
Wie bei den Häusern sind die günstigsten Wohnungspreise vor allem in kleineren, weniger international geprägten Skigebieten zu finden. Am Nassfeld kostet eine Bestandswohnung 2025 im Mittel 203.300 Euro, eine Neubauwohnung 374.400 Euro. Gegenüber 2020 entspricht das einem Plus von 55 Prozent. Auch Semmering (117.500 Euro im Bestand, 199.400 Euro im Neubau), Katschberg (269.500 Euro bzw. 462.400 Euro) und Hinterstoder (207.400 Euro bzw. 362.900 Euro) liegen im Vergleich im unteren Segment.
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