In Österreich hat im Jahr 2025 laut Statistik Austria die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt 3,6 Prozent betragen. Damit lag die Teuerung höher als im Jahr 2024 (2,9 %) und deutlich unter dem Wert von 2023 (7,8 %). Laut Statistik Austria ist der Jahresdurchschnitt 2025 nach der Phase stark erhöhter Inflation in den Jahren 2022 bis 2024 der höchste Wert seit 1993.
Im Verlauf des Jahres zeigte sich eine spürbare Schwankung: Von 3,2 Prozent im Jänner ging die Teuerung zunächst zurück und erreichte 2,9 Prozent im Mai, bevor sie im Sommer wieder anzog. Im August stieg die Inflation auf 4,1 Prozent, ehe sie im Dezember wieder unter vier Prozent fiel und bei 3,8 Prozent lag.
"Im Jahr 2025 stieg die Inflation auf 3,6 Prozent, nach 2,9 Prozent im Jahr davor. Damit war die Teuerung in Österreich merklich höher als in fast allen anderen Ländern des Euroraums. Angeheizt wurde die Teuerung, insbesondere durch höhere Strompreise aufgrund des Endes der Strompreisbremse. Während bei Nahrungsmitteln der Preisdruck zunahm, fielen die Preisanstiege in der Gastronomie weniger stark aus als im Vorjahr, hielten sich aber auf hohem Niveau. Billigere Treibstoffe wirkten hingegen noch preisdämpfender als im Jahr 2024", sagte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
Wohnen, Wasser und Energie als stärkster Treiber
Der größte Beitrag zur Gesamtinflation kam 2025 aus dem Bereich Wohnen, Wasser, Energie. Dort stiegen die Preise um 5,7 Prozent; der Einfluss auf die Gesamtinflation wird mit +1,16 Prozentpunkten ausgewiesen. Im Jahr davor lag diese Gruppe bei +2,2 Prozent (Einfluss +0,44 Prozentpunkte). Im Zentrum stand die Haushaltsenergie. Sie verteuerte sich 2025 um 11,1 Prozent (Einfluss +0,64 Prozentpunkte), nachdem sie 2024 um 6,9 Prozent gesunken war (Einfluss −0,34 Prozentpunkte).
Besonders stark schlug Strom zu Buche. Die Strompreise stiegen 2025 um 37,3 Prozent; der ausgewiesene Einfluss beträgt laut Statistik Austria +0,71 Prozentpunkte. Zum Vergleich: 2024 lag Strom bei +1,2 Prozent (Einfluss +0,02 Prozentpunkte). Statistik Austria nennt als Hintergrund, dass seit Jahresbeginn 2025 mehrere Entlastungsmaßnahmen nicht mehr preisdämpfend wirkten (u. a. Strompreisbremse, Netzkostenzuschuss für GIS-befreite Haushalte, Stromkostenergänzungszuschuss für Haushalte mit mehr als drei Personen). Gleichzeitig wurden Netzentgelte und Elektrizitätsabgabe erhöht sowie Erneuerbaren-Förderpauschale und Erneuerbaren-Förderbeitrag wieder eingeführt.
Andere Energieträger wirkten 2025 teils weiterhin dämpfend, aber weniger stark als im Jahr davor: Gas lag bei −6,6 Prozent (Einfluss −0,02 Prozentpunkte) nach −16,8 Prozent (Einfluss −0,17 Prozentpunkte) im Jahr 2024. Ähnlich die Richtung bei festen Brennstoffen (−4,9 % nach −16,4 %) und bei Fernwärme (−0,1 % nach −12,1 %). Bei Heizöl nahm der dämpfende Effekt etwas zu (−5,2 % nach −4,7 %).
Auch bei den wohnbezogenen Kosten außerhalb der Energie gab es Veränderungen: Mieten inklusive Neuvermietungen stiegen 2025 um +4,3 Prozent (Einfluss +0,23 Prozentpunkte) und damit weniger stark als 2024 (+6,7 %, Einfluss +0,37 Prozentpunkte). Die Instandhaltung von Wohnungen legte 2025 um +2,9 Prozent zu (Einfluss +0,18 Prozentpunkte) nach +4,3 % (Einfluss +0,26 Prozentpunkte) im Jahr 2024.
Gastronomie bleibt deutlich über der Inflation, Anstieg aber schwächer
Die Ausgabengruppe Restaurants und Hotels verteuerte sich 2025 um +5,8 Prozent; der Einfluss auf die Gesamtinflation beträgt +0,77 Prozentpunkte. Im Jahr 2024 lag diese Gruppe bei +7,0 Prozent (Einfluss +0,91 Prozentpunkte). Innerhalb der Gruppe waren vor allem Bewirtungsdienstleistungen relevant: +5,9 Prozent (Einfluss +0,68 Prozentpunkte) nach +7,1 Prozent (Einfluss +0,81 Prozentpunkte) 2024. Beherbergungsdienstleistungen stiegen 2025 um +5,3 Prozent (Einfluss +0,09 Prozentpunkte) nach +6,3 % (Einfluss +0,10 Prozentpunkte) im Vorjahr.
Lebensmittel und alkoholfreie Getränke verteuern sich wieder kräftiger
Bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken weist Statistik Austria für 2025 eine Teuerung von +3,7 Prozent aus; der Einfluss beträgt +0,43 Prozentpunkte. Das war spürbar mehr als 2024 (+2,6 %, Einfluss +0,30 Prozentpunkte). Als wesentlicher Faktor werden höhere Nahrungsmittelpreise genannt. Nahrungsmittel stiegen 2025 um +2,9 Prozent (Einfluss +0,31 Prozentpunkte) nach +2,1 Prozent (Einfluss +0,21 Prozentpunkte) 2024. Besonders genannt werden Milch, Käse und Eier mit +5,1 Prozent 2025 (Einfluss +0,08 Prozentpunkte) nach 2024 −0,5 % (Einfluss −0,01 Prozentpunkte), Fleisch: 2025 +4,4 Prozent (Einfluss +0,11 Prozentpunkte) nach 2024 +2,3 Prozent (Einfluss +0,05 Prozentpunkte)
Deutlich dynamischer wurde es bei alkoholfreien Getränken mit +9,6 Prozent 2025 (Einfluss +0,13 Prozentpunkte) nach +6,8 Prozent 2024 (Einfluss +0,09 Prozentpunkte). Als Hauptgrund nennt Statistik Austria starke Preisanstiege bei Kaffee (+19,4 % im Jahr 2025; 2024: +4,0 %).
Freizeit und Kultur ziehen stärker an als 2024
Die Preise für Freizeit und Kultur stiegen 2025 um +3,4 Prozent (Einfluss +0,37 Prozentpunkte) und damit stärker als 2024 (+2,8 %, Einfluss +0,32 Prozentpunkte). Als treibend nennt Statistik Austria vor allem Freizeit- und Kulturdienstleistungen: 2025 +4,3 Prozent (Einfluss +0,16 Prozentpunkte) nach 2024 +2,2 Prozent (Einfluss +0,09 Prozentpunkte). Zusätzlich nahm der Preisauftrieb bei Pauschalreisen zu: 2025 +6,6 Prozent (Einfluss +0,12 Prozentpunkte) nach 2024 +3,1 Prozent (Einfluss +0,08 Prozentpunkte).
Treibstoffe dämpfen stärker
Für den Bereich Verkehr wird 2025 ein Anstieg von +1,0 Prozent ausgewiesen (Einfluss +0,14 Prozentpunkte), etwas kräftiger als 2024 (+0,6 %, Einfluss +0,11 Prozentpunkte).
Für die Gesamtinflation besonders relevant war erneut der dämpfende Effekt der Treibstoffe. Treibstoffpreise lagen 2025 bei −3,6 Prozent; der Einfluss beträgt −0,16 Prozentpunkte. 2024 waren es −2,2 Prozent (Einfluss −0,05 Prozentpunkte). Zusätzlich nahm der Preisdruck bei Reparaturen privater Verkehrsmittel ab: 2025 +4,0 Prozent (Einfluss +0,07 Prozentpunkte) nach 2024 +7,2 % (Einfluss +0,13 Prozentpunkte).
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