karriere.at-Umfrage
Warum Unternehmen sich selbst schaden, wenn sie Bewerber "ghosten"

| Larissa Bilovits 
| 10.11.2025

Laut aktueller Umfrage haben 84 Prozent der heimischen Jobsuchenden schon einmal vergeblich auf eine Rückmeldung zu ihrer Bewerbung gewartet. Damit lassen Unternehmen bei den Bewerber:innen nicht nur Selbstzweifel entstehen, sondern sägen zugleich am eigenen Ast. 

Eine Bewerbung auf eine offene Stelle ist heutzutage mit erheblichem Aufwand verbunden: Lebenslauf, Motivationsschreiben und diverse Unterlagen müssen sorgfältig vorbereitet und abgeschickt werden, bevor man – im besten Fall – zu einem oder mehreren Gesprächen geladen wird. Doch so weit kommt es bei vielen gar nicht erst – wie eine aktuelle Umfrage von karriere.at unter 1.077 User:innen zeigt, ist "Ghosting" im Bewerbungsprozess längst kein Randphänomen. Bereits 84 Prozent der Jobsuchenden haben diese Erfahrung laut eigenen Angaben zumindest einmal und 77 Prozent sogar schon mehrmals gemacht und vergeblich auf eine Rückmeldung zu ihrer Bewerbung gewartet. 

Warum Ghosting beiden Seiten schaden kann

Wenn Unternehmen ihre Bewerber:innen einfach ghosten, schaden sie damit vor allem sich selbst: 42 Prozent der Jobsuchenden empfinden ein solches Verhalten nämlich als unprofessionell – und verlieren das Interesse an der Stelle oder sogar am gesamten Unternehmen. In Zeiten des Arbeitskräftemangels kann dies zu einem deutlichen Wettbewerbsnachteil werden. Darüber hinaus geben aber auch 13 Prozent der Bewerber:innen zu, dass derartiges Ghosting Selbstzweifel bei ihnen auslöst.

Umgang mit Ghosting Grafik© karriere.at

"Leider kommt es vor, dass Unternehmen sich gar nicht auf Bewerbungen melden. Das kann mehrere Gründe haben, etwa einen Mangel an internen Prozessen zum professionellen Bewerbermanagement. Ich empfehle Jobsuchenden dranzubleiben und das Ausbleiben einer Rückmeldung nicht persönlich zu nehmen. Häufen sich die Absagen, kann es sinnvoll sein, die eigenen Bewerbungsunterlagen einem Qualitäts-Check zu unterziehen", meint Georg Konjovic, CEO bei karriere.at.

Heimische Personalabteilungen oft überfordert

Wie eine weitere karriere.at-Umfrage unter 264 Personalverantwortlichen zeigt, sind sich die heimischen Unternehmen durchaus bewusst, wie wichtig Rückmeldungen auf Bewerbungen für das Ansehen als Arbeitgeber:in sind – lediglich zwei Prozent stimmen hier nicht zu. Trotzdem geben vier von zehn Befragten (40 %) an, bereits selbst Bewerber:innen ignoriert zu haben – meist aus Zeit- oder Ressourcenmangel in der HR-Abteilung, der eine persönliche Rückmeldung erschwert, wie 38 Prozent erklärten. 

Ghosting Antworten Unternehmen Grafik© karriere.at

"Wir empfehlen Unternehmen, mithilfe automatisierter Eingangsbestätigungen und Status-Updates Zeit zu überbrücken, solange noch keine Entscheidung getroffen wurde, ob jemand eingeladen bzw. die Position angeboten wird oder nicht. Jede Information ist für Bewerber:innen hilfreicher als keine Information", so Konjovic abschließend.

www.karriere.at

Sehr geehrter Herr Konjovic, Sie nehmen Ihre Informationen aus einer Umfrage und haben vom tatsächlichen Arbeitsmarkt keine Ahnung. Solange es genug Bewerbende gibt, können es sich die Unternehmen aussuchen, ob und wie sie reagieren, recruiten und entscheiden. Auch aus falschen Entscheidungen und Neuausschreibungen lernt man nicht dazu.
Ich würde Ihnen als Bewerberin ü 50+ gerne meine Realität zeigen.

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