Millionen Mails gingen wegen Tippfehlers an Mali und nicht an das US-Militär

| 19.07.2023

Laut Expert:innen können sich Feinde mit den falsch versendeten Daten ein relativ gutes Bild von Interna der US-Armee machen.

Passnummern, Röntgenbilder, Fotos und Landkarten von Kasernen, Anklagen gegen Soldaten und Führungspersonal, Mails zum Zurücksetzen von Passwörtern, genaue Hoteldaten vom Aufenthalt führender US-Militärs im Ausland. Es sind nicht unbedingt die geheimsten Daten, die unabsichtlich an diverse Mailadressen in Mali gesendet wurden, dennoch könnten sich damit Feinde ein relativ gutes Bild von Interna der US-Armee machen. Grund dafür ist ein simpler Vertipper, wie die Zeitung Financial Times in einem Bericht meldet.

Mail an .ml und nicht .mil

Angehörige des amerikanischen Militärs schreiben nämlich anscheinend immer wieder Mails an Domains wie @navy.ml oder @army.ml. Das Problem ist, dass dieses aber nicht dem Militär, sondern dem Staat Mali gehören. Die US-Army benutzt die Endung .mil.

Dabei dürfte es bereits seit Jahren Warnungen geben. Der aktuelle Verwalter der Domain, Johannes Zuurbier, erzählt der Financial Times, dass er nämlich das Militär bereits seit Jahren vor den Irrläufern warnt. 

Man habe darauf reagiert und Mailsendungen von internen Postfächern an .ml-Adressen mit einem Hinweis quittiert, ob man tatsächlich nach Mali und nicht eher an das US-Militär schreiben wolle. Auch gab es immer wieder interne Hinweise.

Begrenzter Erfolg

Der Erfolg dürfte sich in Grenzen halten: Noch immer gehen laut dem Bericht jeden Tag rund tausend Mails an die falschen Adressen bei Zuurbier ein – insgesamt hat er über die Jahre 117.000 der Irrläufer gesammelt und behalten. 

Glück im Unglück: Noch gehen die Mails eben an den Verwalter der Domain, doch bald erhält der westafrikanische Staat, der seit einem Putsch 2021 von einer prorussischen Junta geführt wird, die Nutzungsrechte für ihre Top-Level-Domain zurück.

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