Ferienwohnungen: aus Fluch mach Segen

Wie Gemeinden, Investoren und Projektentwickler bei Zweitwohnsitzen einen gemeinsamen Nenner finden können. Gastkommentar von Roland Weinrauch, Partner bei Weinrauch Rechtsanwälte.

Als Alexander der Große mit dem Schwert auf den Gordischen Knoten einprügelte, erfüllte er wohl den Traum so manchen Bürgermeisters – zumindest, wenn es um die Problematik mit den Ferienwohnungen und Zweitwohnsitzen geht: diese sind zusehends begehrt und deshalb ein gutes Geschäft für Projektentwickler, setzen aber Gemeinden durch vorprogrammierte Leerstände in Kombination mit steigenden Immobilienpreisen unter Druck. Die jüngere Generation der Einheimischen steht dann nicht selten vor dem Problem, dass das Eigenheim unleistbar wird und die Gemeinden stetig verwaisen. Ortsbild und Wirtschaft leiden, was den Standort wiederum auch für Zweitwohnsitze und Tourismus weniger attraktiv macht. Eine Spirale nach unten, die eines Gordischen Knotens würdig wäre. Zahlreiche Gemeinden greifen deshalb zur Alexander’schen Lösung und verbieten kurzerhand Zweitwohnsitze – nicht nur rechtlich eine Herausforderung für Anleger und Projektentwickler.

Buy-to-let als Lösung für Anleger und Gemeinden

Dabei gibt es eine Lösung, die auch ganz ohne Schwert funktioniert: Buy-to-let Modelle – die zu deutsch den mäßig klingenden, doch selbsterklärenden Namen "Kauf und Rückpacht" tragen. Käufer erwerben eine Hoteleinheit in einem touristischen Betrieb. Management, Betrieb und Instandhaltung erfolgen über eine Betreibergesellschaft. So wird die zeitweilige Nutzung durch den Eigentümer als Feriendomizil wie auch die Vorteile einer Anlageimmobilie durch Vermietung verknüpft. Noch dazu mit einer vergleichsweise hohen Rendite.

Die Vorteile für die Gemeinde: Der Tourismus in der Region wird angekurbelt, Arbeitsplätze werden erhalten oder neu geschaffen. Mithilfe der touristischen Widmung kann außerdem sichergestellt werden, dass die Einheiten stets vermietet werden – dem Leerstand wird vorgebeugt. Gleichzeitig besteht eine klare Trennung zwischen Wohnen und Tourismus. So kann man der stadtplanerischen Aufgabe, leistbaren Wohnraum zu schaffen, effizienter gerecht werden.

Interessant sind Buy-to-let Immobilien in erster Linie für jene, die eine Anlageform mit Zusatznutzen suchen. Als Käufer sollte man sich im Vorfeld ein genaues Bild des jeweiligen Modells machen: Wer ist der Betreiber? Ist die Rendite fix oder variabel? Welche Möglichkeiten, gibt es, selbst Zeit in der Immobilie zu verbringen? Sind all diese Fragen zur Zufriedenheit geklärt, erfüllt das Modell sowohl die Funktion einer sicheren Anlageform, wie auch die emotionale Komponente, die bei Wohneigentum mitschwingt.

Womit der Gordische Knoten zu allseitigem Vorteil aufgelöst wäre und wieder einmal bewiesen ist: die Widmung ist mächtiger als das Schwert.

Weinrauch Rechtsanwälte bietet zu diesem Thema eine umfassende rechtliche Beratung für Anleger und Projektentwickler.

www.weinrauch-rechtsanwaelte.at/schwerpunkte/immobilienrecht


Kommentare auf LEADERSNET geben stets ausschließlich die Meinung des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin wieder, nicht die der gesamten Redaktion. Im Sinne der Pluralität versuchen wir unterschiedlichen Standpunkten Raum zu geben – nur so kann eine konstruktive Diskussion entstehen. Kommentare können einseitig, polemisch und bissig sein, sie erheben jedoch nicht den Anspruch auf Objektivität.

Kommentar schreiben

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV