Das sind die Krisenmanager des Jahres 2020

23.000 Opinion Leader und eine prominente Fachjury haben 300 Personen gerankt und die besten Köpfe des Landes ermittelt.

Die Corona-Krise wütet über Österreich, kein Stein bleibt auf dem anderen, die Machtzentren befinden sich im Umbruch und um im Business überleben zu können, braucht es besondere Skills. Wer glaubwürdig ist, mit Flexibilität punktet und die Rules der Digitalisierung beherrscht, spielt ganz vorne mit. "Wie kaum jemals zuvor müssen Österreichs Entscheidungsträger ihre Managementqualitäten heuer in der Corona-Krise unter Beweis stellen", so LEADERSNET-CEO Paul Leitenmüller, "und diese haben wir in den vergangenen Wochen ganz genau unter die Lupe genommen."

"Wir haben keine Mühen gescheut und alle Daten bis ins kleinste Detail ausgewertet. Der Aufwand hat sich gelohnt und befördert überaus interessante Erkenntnisse zutage. Es zeigt sich ein vielseitiges Bild. So wurden beispielsweise die Regierungsmitglieder zwar sehr oft benotet, dafür aber recht schlecht und ein Gastronom kann sich – sowohl bei der Anzahl der abgegebenen Stimmen als auch bei der Benotung  gleich doppelt behaupten", sagt Julia Emma Weninger aus der LEADERSNET-Chefredaktion.

Die Sieger

Ein Kopf an Kopf Rennen im Gesamtranking lieferten sich Erich Steinreiber, CEO ISS Facility Services, Bernd Querfeld, Geschäftsführer "Landtmann", Franz Maier, Generaldirektor Atradius Kreditversicherung, sowie die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler. Letztlich war der Faktor "Glaubwürdigkeit" ausschlaggebend – diese Eigenschaft hievte Querfeld auf den ersten Platz.

Im Rennen um "Silber" duellierten sich Erich Steinreiber und Franz Maier in der Kategorie "Flexibilität", Steinreiber erschien sowohl der Jury als auch den Lesern ein wenig flexibler und überholte damit Maier. 

Auf Platz vier reiht sich Helga Rabl-Stadler und auf dem Platz Nummer 5 findet sich ebenso eine Powerfrau: Doris Felber. Nicht nur das Brot, sondern auch die Werbeauftritte der Bäckerei-Chefin sind legendär, kein Wunder also, dass sie mit Bestnoten in den Bereichen Glaubwürdigkeit und Flexibilität benotet wurde.

Neben Rabl-Stadler und Felber finden sich Susanne Baumann-Söllner, Vorständin Austria Center Vienna, Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG, Susanne Mortimore, Geschäftsführerin von LexisNexis Österreich, Edeltraud Hanappi-Egger, Rektorin der WU Wien, Hoteliere Elisabeth Gürtler, Alexandra Kaszay, Geschäftsführerin Hofburg Wien, sowie Sandra Bauernfeind, Geschäftsführerin EHL Immobilien, in den Top 50. "Leider sind Frauen noch immer unterrepräsentiert und werden nicht entsprechend gewürdigt, obwohl es oft sie sind, die die Fäden in der Hand haben", kommentiert Weninger.

Interessant ist, dass sich in den Top-Rängen kein Mitglied der Bundesregierung befindet, obwohl diese in den letzten Monaten wohl medial am präsentesten war. Karl Nehammer belegt als bester seiner Spezies Rang 27. Bester Politiker ist der Wiener Finanzstadtrat Peter Hanke auf Rang 19. Auch Personen aus dem Gesundheitswesen sind auf den Spitzenplätzen nicht zu finden.

Die Kategorie "Digital" konnte Philipp Maderthaner für sich entscheiden, in der Kategorie "Flexibilität" liegt Erich Steinreiber vorne und in Sachen "Glaubwürdigkeit" ist Doris Felber an der Spitze.

Wer ist der Stimmenkaiser?

Die meisten Votes entfielen ebenso auf den Gesamtsieger Querfeld. Dahinter folgen Erich Steinreiber, CEO ISS Facility Services, Innenminister Karl Nehammer, Heinz-Christian Strache, Team HC Strache, Gesundheitsminister Rudolf Anschober, Finanzminister Gernot Blümel, Doris Felber, Geschäftsführerin Felber, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, Justizministerin Alma Zadic, und Matthias Winkler, CEO Sacher Hotels, ex aequo mit Bundeskanzler Sebastian Kurz.

So hat die Jury entschieden



Betrachtet man das Voting der Jury getrennt vom Publikumsvoting ergibt sich folgendes Bild: Die Salzburger Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler liegt mit einem glatten Einser-Schnitt ganz vorne und kann auch deutlich bei der Anzahl der abgegebenen Stimmen punkten. Fast wäre die 100-jährige Jubiläumausgabe der Salzburger Festspiele Corona bedingt abgesagt worden. Dass sie in reduzierter Form stattfinden konnte, geht auf das Konto und den Mut von Rabl-Stadler.

"Wie die Krise zu bewältigen ist? So wie jede Krise: Schöpferisch, mutig, erneuerungsbereit", kommentiert Jury-Mitglied Hubert Patterer, Chefredakteur der Kleinen Zeitung.

Der Politik stellt auch die Jury insgesamt ein eher maues Zeugnis aus: So liegt Salzburgs Landeshauptmann an 19. Stelle vor Außenminister Markus Schallenberg (29), unmittelbar gefolgt von Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser an 30. Stelle. Sebastian Kurz liegt im Jury-Ranking auf dem 69. Rang. 

Durchhalten, lautet die Devise derzeit in wohl jeder Branche: "Wenn das Kerngeschäft ganz oder teilweise wegbricht, andere, innovative Wege beschreiten. Mutig sein und sich trauen, Dinge auszuprobieren, denn wenn nicht jetzt, wann dann?", merkt Jurymitglied und schauTV-Geschäftsleiter Matthias Hranyai an. 

Wie kommt man aus der Krise?

Mit der Perspektive nach außen und nach innen und der Besinnung auf Stärken, Potenziale und die Chancen, die sich damit ergeben, könne man die Krise bewältigen, so Styria-Vorstand und Juror Markus Mair: "Mit einer gelungenen Mischung aus Weitblick und dem raschen, flexiblen Agieren und Anpacken. Dabei muss man stets seine Werte im Fokus behalten: die des Unternehmens und auch seine eigenen."

Gerade in Krisenzeiten sei es für Führungskräfte und Manager wichtig positiv zu bleiben, ist sich Ralf Six, Managing Director von trend, News und autorevue sowie Prokurist von Top Media sicher. "Sie sind es, die gerade in schwierigen Zeiten die Richtung vorgeben – an denen sich Kollegen und Mitarbeiter orientieren – die Kapitäne auf stürmischer See. Auf keinen Fall dürfen sie selbst in einen Krisenmodus verfallen. Sie leben die Kultur vor – wie man durch eine Krise kommt. Sie führen in solchen Zeiten noch enger – nehmen ihre Verantwortung war und treffen Entscheidungen. Sie müssen dabei nicht nur das aktuelle Geschehen im Blick haben - sondern auch die Zukunft. Denken – Planen – Handeln. Nur so kommt man gestärkt wieder raus aus der Krise", kommentiert Six das Ranking.

Der Modus

Aus einem kombinierten Publikums- und Jury-Voting hat LEADERSNET die besten Krisenmanager des Landes ermittelt. Grundlage des Rankings bildete eine von LEADERSNET erstellte Shortlist. Danach folgten zwei parallele Votingphasen durch Jury und Leserschaft. So ist ein unabhängiges Ergebnis zustande gekommen. Bewertet wurde im altbewährten Schulnoten-System. 23.000 Leser haben ihre Stimmen abgegeben, über 300 Personen konnte abgestimmt werden. Neben der Gesamtkategorie und 13 Branchen ("Bildung", "Dienstleistungen", "Energie & Umwelt", "Finanzen", "Gesundheit", "Handel", "Industrie", "Interessensvertretung", "Investoren", "Kultur & Society", "Kommunikation", "Politik" und "Tourismus/Gastronomie") wurde weiters nach Glaubwürdigkeit, Flexibilität und Digitalisierung unterteilt.

Die Sieger in den einzelnen Branchen

"Die Branchen-Sieger stellen wir Ihnen im Detail peu à peu in den nächsten Newslettern vor", so Weninger. Überraschungsmomente werden dabei garantiert sein, so viel könne man schon verraten. (red)

Das Gesamt-Ranking finden Sie hier:

Ich denke in der aktuellen Situation und mit allem was uns allen in diesem Jahr abverlangt wurde, sind wir alle Krisenmanager. Mir wäre zumindest nicht bewusst, dass diese Personen etwas ausserordentliches bewegt haben, was Personalverrechner, Strassenkehrer und Pflegekräfte nicht geschafft haben.

In diesem Sinne sollten wir uns allen auf die Schulter klopfen und nicht nur bestimmten Personen. Ich fand diese Umfrage leider von Anfang an sehr fragwürdig.

Mit freundlichen Grüßen.

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Gesamtwertung: Die Top Ten

  1. Berndt Querfeld, GF Café Landtmann 
  2. Erich Steinreiber, CEO ISS Facility Services
  3. Franz Maier, Generaldirektor Atradius Kreditversicherung
  4. Helga Rabl-Stadler, Präsidentin Salzburger Festspiele
  5. Doris Felber, GF Franz Felber 
  6. Matthias Winkler, GF Sacher Hotels
  7. Susanne Baumann-Söllner, Direktorin des Austria Center Vienna
  8. Alexander Knechtsberger, GF DocLX Holding
  9. Peter Umundum, Vorstand Post AG
  10. Markus Schröcksnadel, CEO Feratel

Kategorie "Glaubwürdigkeit": Die Top Ten

  1. Doris Felber, GF Franz Felber
  2. Berndt Querfeld, GF Café Landtmann 
  3. Helga Rabl-Stadler, Präsidentin Salzburger Festspiele
  4. Franz Maier, Generaldirektor Atradius Kreditversicherung
  5. Alexander Knechtsberger, GF DocLX Holding
  6. Erich Steinreiber, CEO ISS Facility Services
  7. Markus Schröcksnadel, CEO Feratel
  8. Bernhard Lackner, NÖ Versicherung
  9. Bernhard Koler, Marketingleitung Metro
  10. Edeltraud Hanappi-Egger, Rektorin Wirtschaftsuniversität Wien

Kategorie "Flexibilität": Die Top Ten

  1. Erich Steinreiber, CEO ISS Facility Services
  2. Doris Felber, GF Franz Felber
  3. Berndt Querfeld, GF Café Landtmann 
  4. Franz Maier, Generaldirektor Atradius Kreditversicherung
  5. Helga Rabl-Stadler, Präsidentin Salzburger Festspiele
  6. Philipp Maderthaner, GF Campaigning Bureau
  7. Alexander Knechtsberger, GF DocLX Holding
  8. Markus Schröcksnadel, CEO Feratel
  9. Bernhard Lackner, NÖ Versicherung

Kategorie "Digitalsierung":Die Top Ten

  1. Philipp Maderthaner, GF Campaigning Bureau
  2. Berndt Querfeld, GF Café Landtmann 
  3. Helga Rabl-Stadler, Präsidentin Salzburger Festspiele
  4. Franz Maier, Generaldirektor Atradius Kreditversicherung
  5. Alexander Knechtsberger, GF DocLX Holding
  6. Doris Felber, GF Franz Felber 
  7. Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende Infineon 
  8. Florian Gschwandtner, tractive GmbH
  9. Markus Schröcksnadel, CEO Feratel
  10. Erich Steinreiber, CEO ISS Facility Services

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