"Wir werden auch aus dieser Krise siegreich hervorgehen"

Horst Mayer, General Manager des Grand Hotel Wien, im Interview über das 150-Jahre-Jubiläum in Zeiten von Corona, wie er den Hotelbetrieb hochfährt, und welche Maßnahmen er sich von der Politik für die Hotellerie wünscht. 

Das Grand Hotel Wien am Kärntner Ring feiert heuer sein 150-Jahr-Jubiläum. LEADERSNET hat den General Manager der Hotel Ikone, Horst Mayer, in diesen herausfordernden Tagen kurz vor dem Reopening zum Interview und Fotoshooting gebeten.

LEADERSNET: Der 150. Geburtstag ist auch für ein berühmtes Luxushotel ein besonderes Ereignis und gerade jetzt gibt es die Corona-Beschränkungen. Müssen damit alle Planungen und Vorhaben für den Festakt begraben werden?

Mayer: In der Tat, ein 150 Jahre Jubiläum ist in der Tat ein herausragendes Ereignis, zumal das Grand Hotel Wien das erste eröffnete Grand Hotel in Wien im Jahre 1870 ist.  Leider mussten wir die schönen Events, die wir geplant hatten aus Covid 19 Beschränkungen vorerst absagen, da wir bis heute noch keine planungssicheren Zeiträume vorliegen haben, um diese entsprechend durchzuführen zu können. Wir hoffen jedoch sehr, dass wir unser Jubiläumskonzert im Herbst diesen Jahres in unserem Ballsaal nachholen werden.

LEADERSNET: Gemeinsames Feiern mit den internationalen Gästen ist nun nicht möglich, lässt sich das Programm für ein ausschließlich österreichisches Publikum adaptieren?

Mayer: Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und für unsere österreichischen Gäste kurzerhand ein groß angelegtes 150 Jahre Grand Hotel Wien Gewinnspiel initiiert. Jeder Gast, der in unserem Haus in den Restaurants zum Genießen kommt, kann daran teilnehmen. Wir verlosen Übernachtungen im Hotel, Candle Light Dinner oder einen Entspannungstag im Grand Spa. Der Hauptpreis, der nach 150 Tagen Laufzeit gezogen wird, ist ein Wochenende in der Präsidenten Suite mit einem Rundum-Sorglos-Paket unter anderem einem in der Suite vom Managmentteam servierten Dinner.

LEADERSNET:  Wird es trotz aller Änderungen ein 150-Jahr-Jubiläum geben, das der Würde des Hauses gerecht wird?

Mayer: Das Grand Hotel Wien hat schon viele Krisen erlebt, darunter 2 Weltkriege und zig Pandemien. Wir werden auch aus dieser Krise siegreich hervorgehen. Und natürlich würdigen wir – und ich denke auch unsere Gäste – insbesondere in diesen Zeiten die großartige Geschichte dieses Hauses. Die vielen verschiedenen Social Media Posts, die wir gemacht haben, zeigen eine großartige Resonanz im In- und Ausland auf für unser Haus und seine Geschichte.

Wir haben ein Jubiläumsbuch zu dieser reichen Historie herausgebracht und in Kooperation mit dem Belvedere eine Sonderedition unserer Grand Guglhupf Dose produziert. Darüber hinaus können unsere Gäste im Lobby Restaurant Rosengarten unseren speziell kreierten Jubiläums-Cocktail genießen, besonders stilvoll Montag bis Samstag von 19.00 bis 21.00 Uhr mit Live Pianomusik im Rosengarten. Bei Schönwetter gerne auch im Schanigarten mit Blick auf die wunderbare Wiener Ringstraße.

LEADERSNET: Sind die Einbußen durch die Krise aufzuholen?

Mayer: In diesem Jahr werden wir, wie die gesamte Wiener Stadthotellerie mit großen Verlusten rechnen müssen. Erst mit Öffnung der Grenzen für den internationalen Markt, mit wieder einsetzendem Flugverkehr und einem Impfstoff oder entsprechenden Medikamenten wird sich die Lage für den Tourismus in Wien wieder entspannen.

LEADERSNET: Ab wann rechnen Sie wieder mit einer normalen Nachfrage?

Mayer: Dies hängt von den bereits genannten Faktoren maßgeblich ab. Wir hoffen sehr, dass ab Frühjahr im kommenden Jahr die Buchungszahlen wieder ansteigen werden. Um jedoch an die Ergebnisse des vergangenen Jahres wieder anzuknüpfen, gehen wir davon aus, daß dies nicht vor 2022 oder 2023 sein wird, da über 75% unseres Geschäftes aus dem Ausland resultiert.

LEADERSNET: Könnte auch der Betrieb unter den geltenden Sicherheitsmaßnahmen gewinnbringend geführt werden?

Mayer: Die Sicherheitsmaßnahmen, wenn wir über zusätzliche Hygienemaßnahmen, die wir bereits implementiert haben sprechen, sind keinesfalls ein Hinderungsgrund. Doch ohne Gäste aus unseren internationalen Quellmärkten stellt sich das aus derzeitiger Sicht schwierig dar. Auch sollten verschiedentliche Verordnungen der Regierung in Bezug auf Gastronomie und Hotellerie einmal auf Plausibilität und Hausverstand überprüft werden, um hier noch entsprechende Anpassungen zu veranlassen. Hier wäre es durchaus wünschenswert, wenn man hierfür erfahrene Praktiker als Experten befragt, selbstverständlich unter Berücksichtigung aller notwendigen Maßnahmen.

LEADERSNET: Welche Maßnahmen werden hierfür benötigt?

Mayer: In der Stadthotellerie hier in Wien wird dringend darum gebeten, dass die Kurzarbeitslösungen, welche wirklich sehr vorbildlich sind im Vergleich zu anderen Ländern, bis mindestens Ende 1. Quartal 2021 verlängert werden, um die Arbeitsplätze der Mitarbeiter längerfristig zu sichern. Auch sollte in der Stadtregierung darüber nachgedacht werden, die Hotelbetriebe in Wien von der City-Tax für 2020 bis Ende 2021 zu befreien. Auch könnte man darüber nachdenken, eine bundesweite Mehrwertsteuersenkung auf sieben Prozent für Übernachtungsleistungen vorzunehmen für die Jahre 2020 und 2021.

LEADERSNETWas werden die tiefgreifendsten Änderungen in der Hotellerie sein?

Mayer: Der Wunsch der Menschen zu reisen ist sicherlich auch nach der Krise gegeben. Allerdings werden alle Reisenden vorsichtiger sein. Die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen und erweiterte Hygienemaßnahmen sind dabei absolut obligatorisch.

Eine exklusive Foto-Tour durch das Hotel finden Sie hier.

www.grandhotelwien.com

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