ÖWA Plus: von unerschütterlichen digitalen Dominanzen zur vermeintlichen Faulheit der User

Während sich das öffentlich-rechtliche Medienhaus in seiner Pole-Position häuslich eingerichtet hat und willhaben auf neue Höhenflüge zusteuert, ist am meisten Bewegung beim Nutzerverhalten zu verorten.

"Wenn es einen Gewinner der Corona-Krise gibt, dann ist es die Digitalisierung": wie es in der jüngsten Folge des neuesten LEADERSNET.tv-Formats "5 vor 12" so treffend auf den Punkt gebracht wird, so wird es auch in der aktuellen Auswertung der ÖWA Plus untermauert: das Gebot der Stunde ist ein digitales, mehr denn je. Aber wie und auf welche Medien bzw. Portale sich das momentan genau aufteilt, das zeigt die am Donnerstag veröffentlichte Analyse der Österreichischen Webanalyse.

© ÖWA Plus

Online-Reichweitenkaiser fest im Sattel

Im Rahme ihnrer jüngsten Ausgabe zeichnet die brandaktuelle ÖWA ein weiters Mal ein klares Bild davon, wer in Österreich die Zügel am Online-Markt in Händen hält. In der Tat gibt es hier nach wie vor etablierte Big Player, die die Führung nach wie vor innehaben, bei genauerem Hinsehen jedoch macht sich dann die ein- oder andere Variation bemerkbar.

Wo im Print die Krone unangefochten am Thron sitzt (hier finden Sie die Zahlen und Fakten zur aktuellen Media-Analyse), da ist am Digitalmarkt der ORF alteingesessener "King of the Castle". Sei es in Zeiten turbulenter Polit-Entwicklungen oder im Angesicht einer globalen Pandemie, der öffentlich-rechtliche Sender bewährt sich bei der Leserschaft in seinem digitalen Auftritt als rasche und zuverlässige Quelle: mit ­einer Reichweite von 62 Prozent oder 4.091.786 Unique Usern pro ­Monat liegt das ORF-Network bei den Dachangeboten weiter an der Spitze. Aber auch das willhaben-Dachangebot kann es sich mit 3.606.627 Unique Usern und 54,7 Prozent Reichweite weiterhin auf Platz Zwei gemütlich machen. Auch auf Platz Drei gibt es keine Veränderung zu vermelden: hier residiert der Print-Reichweitenkaiser mit seinem Online-Auftritt krone.at und 2.989.470 Unique Usern bzw. 45,4 Prozent weiterhin auf einem gefestigten Platz Drei.

Im vierten Quartal 2019 haben 6,1 Millionen Unique User die Angebote der ÖWA Plus 2019-IV genutzt, das sind 93,2 Prozent der Internetnutzer in Österreich ab 14 Jahre. Die Daten der aktuellen ÖWA Plus 2019-IV sind mit den Daten des Vorjahres 2018-IV vergleichbar, mit Daten aus der weiteren Vergangenheit nicht. Nur mehr 11,8 Prozent der Besucher von ÖWA Angeboten nutzen das Internet ausschließlich über stationäre Endgeräte wie PC, Laptop und Tablet. 88,2 Prozent nutzen das Internet auch mobil.

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Darüber informieren sich Herr und Frau Österreicher im Web

85,6 Prozent der User informieren sich regelmäßig über das Wetter im Internet. Damit liegt das Interesse für das Wetter vor Informationen zu Nachrichten und Politik (78,1 Prozent) und Freizeit und Veranstaltungstipps (60,2 Prozent). Es folgen die Interessen für Rezepte und Kulinarik (59,2 Prozent), Gesundheit und Medizin (58,5%), gesunde Ernährung und Lebensweise (57,6 Prozent), Wissenschaft (53,9 Prozent) sowie Urlaubs- und Reiseangebote (52,2 Prozent).

Allgemein betrachtet wird das Internet hierzulande zum Suchen (Suchmaschinen nutzen 92,7 Prozent), dem Versenden und Empfangen privater E-Mails (88,5 Prozent), zum Online Banking (75,4 Prozent) und zum Routen planen (75,2 Prozent) genutzt. Auch zum Einkaufen und Bestellen von Produkten oder Dienstleistungen (68,6 Prozent) und Aktivität in sozialen Netzwerken (66,7 Prozent) wird das Web in Österreich regelmäßig genutzt, wobei der überwiegende Großteil (90,4 Prozent )der User die Online-Dienste von zu Hause aus nutzt. 66,2 Prozent nutzen das Internet auch unterwegs, 57,8 Prozent am Arbeitsplatz.

Interessant: Geschlechterspezifische und mobile Nutzung

Der Blick auf die mobile und geschlechterspezifische Nutzung gestaltet sich bei der aktuellen ÖWA am interessantesten: bei ersterer gibt es vor allem bei Einzelangeboten am meisten Bewegung zu vermelden: mit willhaben.at (36,8 Prozent ­Reichweite) klettert ein nicht-journalistisches Angebot auf den ersten Platz, krone.at kann mit 30 Prozent ORF.at  ausstechen, der mit 29,9 Prozent in diesem spezifischen Rennen knapp klein Bei geben muss. Unter den Vermarktern liegt Goldbach Audience mit 4.028.144 Unique Usern pro ­Monat (61,1 Prozent) erneut an erster Stelle – vor Russmedia-Vermarkter ­austria.­com/plus (2.713.098 Unique User, 41,2 Prozent) und Red Bull Media House Netzwerk (731.429 Unique User, 11,1 Prozent). Dabei muss austria.com/plus als einziger Vermarkter im Jahresabstand ein Minus von 4,5 Prozentpunkten hinnehmen.

Ebenso spannend sind die geschlechterspezifischen Unterschiede bei der Nutzung der Online-­Angebote: so erreicht das ORF.at mit seinem Network in etwa 66,4 Prozent der männlichen, aber "nur" 57,7 Prozent der weiblichen User. Auch der Blick auf die Nutzerverteilung beim willhaben-Dachangebot zeigt ein signifikantes Ungleichgewicht: es erreicht aktuell rund 50,9 Prozent der Frauen und 58,5 Prozent der Männer in Österreich. Beim Free-Mail-Portal ­gmx.­at überwiegt hingegen die weibliche Nutzerschaft mit 42,5 Prozent Reichweite gegenüber 32,1 Prozent männlichen Usern.(red)

www.oewaplus.at

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Studieneckdaten

Die aktuelle ÖWA Plus weist Reichweiten- und Strukturdaten für 93 Online Angebote inklusiver drei Vermarktungsgemeinschaften und 548 buchbare Belegungseinheiten aus. Darüber hinaus liefert sie Kerndaten zur Internetnutzung, zu persönlichen Interessen und zu Anschaffungswünschen.

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