Im vergangenen Jahr fehlten in Niederösterreich rund 33.000 Arbeitskräfte, 2030 wird das Fehlen von 117.000 Arbeitskräften erwartet. Wirtschaftsbund NÖ-Obmann Wolfgang Ecker und Landesrat Martin Eichtinger wollen hier mit verschiedenen Maßnahmen ansetzen.
Spürbares Problem
"Der Facharbeitermangel hat sich für über 80 Prozent der Unternehmen bereits zu einem spürbaren Problem entwickelt. Wir müssen mittlerweile von einem Mitarbeitermangel sprechen. Durch Pensionierungen fallen in den nächsten zehn Jahren in Niederösterreich geschätzt ca. 260.000 Fachkräfte weg. Das sind 41,1 Prozent aller momentan in Niederösterreich verfügbaren Fachkräfte. Die Babyboomer-Generation geht in Pension.“ In fast allen Branchen sei ein Engpass zu beobachten", so Ecker.
"Unsere Wirtschaft braucht Fachkräfte. Wir haben deshalb die größte Lehrlingsoffensive gestartet, die es jemals in Niederösterreich gegeben hat. Fachkräfte wollen wir aber auch mit unserer Qualifizierungsoffensive für Menschen über 25 Jahren ausbilden. Insgesamt werden alleine 2020 für die Lehrlings- und die Qualifizierungsoffensive gemeinsam mit dem AMS und dem Europäischen Sozialfonds 77 Millionen Euro investiert", ergänzt Eichtinger.
Am richtigen Weg
Niederösterreich sei am richtigen Weg und bundesweit Spitzenreiter, betont Wolfgang Ecker: "Wir verzeichnen ein Plus von 4,1 Prozent bei den Lehrlingen. Das ist den bisher gesetzten Maßnahmen – allen voran der NÖ Lehrlingsoffensive – zu verdanken. Wir wollen das Image der Lehre weiter attraktiveren, unsere Lehrbetriebe unterstützen, eine gute Vereinbarkeit der Berufsschulzeit mit der Arbeit im Betrieb sicherstellen, sowie die Ausstattung der Berufsschulen sicherstellen."
Besonders wichtig sei diese Offensive laut Eichtinger für den Handel. Der Handel ist einer der wichtigsten Arbeitgeber im Land, vor allem auch für junge Menschen. Über 2.000 Personen absolvieren im NÖ Handel eine Lehre und erhalten dadurch eine fundierte Berufsausbildung.
Man habe die Forderungen in die Regierungsverhandlungen eingebracht, so WBNÖ-Obmann Ecker: !Vieles findet sich jetzt im Programm wieder. Bei Asylberechtigten brauchen wir Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen. Ein weiterer Teil der Lösung ist die Rot-Weiß-Rot-Karte, mit der gezielte Fachkräfte aus Drittstaaten nach Österreich geholt werden." Die nun im Regierungsprogramm vorgeschlagene vereinfachte Antragstellung und gesenkte Gehaltsgrenzen würde für Unternehmer die Bürokratie verringern und schneller Zugang zu Fachkräften schaffen. (red)
www.wbnoe.at