Vergangenen Donnerstag präsentierte der Österreichische Handelsverband in einer Pressekonferenz die Ergebnisse seiner zum zweiten Mal durchgeführten Studie "Omnichannel Readiness Index 2.0" (ORI).
85 Prozent der Konsumenten recherchieren vor einem geplanten Kauf im Internet. 62% der stationären Käufe werden digital beeinflusst. Und mehr als 90% der österreichischen Internetnutzer kaufen online ein. Zahlen, die belegen, welche immensen Potentiale zur Kundengewinnung und -bindung Omnichannel Retailing eröffnet. Wie gut die heimischen Einzelhändler auf diese Realität eingestellt sind, untersucht zum zweiten Mal in Folge die Handelsverband Studie "Omnichannel Readiness Index 2019".
"Omnichannel Strategie heute unabdingbar"
"Eine Omnichannel Strategie ist für jeden österreichischen Händler heute unabdingbar, da sich Konsumenten bei einer Vielzahl von Kaufentscheidungen online informieren, und dann in einer Filiale kaufen - oder auch umgekehrt. Sie leben im wahrsten Sinne des Wortes in einer Omnichannel Realität. In diesen wichtigen Kaufentscheidungs-Momenten als Händler präsent zu sein, hat einen wesentlichen Anteil am Erfolg eines Händlers. Die Omnichannel Readiness Studie (ORI) 2019 bietet den österreichischen Händlern eine Verortung, wie gut ihre online und offline Kanäle bereits verzahnt sind und zeigt konkrete Potenziale und Handlungsempfehlungen auf. Wir freuen uns, dass wir mit der zweiten Ausgabe der ORI Studie die österreichischen Händler auf dieser Reise weiter begleiten dürfen", so Christine Antlanger-Winter, Country Director von Google Österreich.
Im April 2018 wurde der erste Omnichannel Readiness Index des Handelsverbandes publiziert. In Kooperation mit Google und dem Marktforschungsinstitut MindTake wurden 45 Einzelhändler Österreichs aller Branchen nach ihrer Omnichannel-Reife verglichen und gebenchmarkt. Anhand von knapp 100 Einzelkriterien wurde geprüft, wie gut die Kanäle der Big Player im österreichischen Retail verzahnt sind.
Der Konsument 2019 versus 2018
Mit der zunehmenden Digitalisierung stellen sich auch höhere Erwartungen beim Konsumenten ein: Erheblich gestiegen sind diese beispielsweise im Bereich Mobile: Eine mobil-optimierte Website ist ein Muss, außerdem Click-to-Call, um den Händler mit einem Klick auf die Telefonnummer direkt anrufen zu können.
Es zeigt sich auch ein gesteigertes Bewusstsein der Konsumenten für Omnichannel-Angebote: 64% wünschen sich die Möglichkeit, Produkte in der Filiale zu kaufen und nach Hause liefern zu lassen. 2018 wurde dies nur von 56% erwartet. Die Wichtigkeit von Click & Collect hat zugenommen und inzwischen wünschen sich mehr als die Hälfte der Shopper auch in der Filiale die Möglichkeit, Produkte online zu bestellen. Knapp Dreiviertel finden, dass on- und offline das gleiche Sortiment angeboten werden sollte.
Diese Branchen geben Gas: LEH & Fashion
Alle 45 betrachteten Händler haben insgesamt zugelegt, der ORI-Index ist im Durchschnitt von 62 Prozent auf 68% gestiegen. Die Branche, die am stärksten aufgestiegen ist im Ranking, ist der Lebensmitteleinzelhandel mit 13 Prozentpunkten. Alle Lebensmittel-Händler haben Fortschritte gemacht, allen voran Tchibo (+18 Prozentpunkte), Billa (+10 Prozentpunkte) und Interspar (+10 Prozentpunkte).
Mit einem Plus von 10 Prozentpunkten enorm verbessert im Vergleich zum Vorjahr hat sich auch die Branche "Fashion & Accessoires". Turbo-Starter ist hier der Modehändler Kastner & Öhler, der seinen Index von 60 Prozent auf 78 Prozent steigern konnte, und sich damit auch den zweiten Platz im Gesamtranking sichern konnte – durch konsequente Verbesserungen insbesondere in den Bereichen Kontaktmöglichkeiten und Filialinformationen.
Die im Durchschnitt stärkste Branche im ORI Ranking ist dieses Jahr "Drogerie & Parfümerie". Die vier etablierten und bereits erfahrenen Omnichannel-Händler Douglas, dm, Marionnaud und Bipa erreichen allesamt gute Werte. Bipa ist übrigens mit einem Plus von 15 Prozentpunkten vom letzten auf den ersten Platz im Branchenranking gewandert.
ORI – Werkzeug und Treiber für den österreichischen Handel
"Was mich besonders freut: Die Lücken zwischen Kundenwunsch und Realität, die wir letztes Jahr im ORI aufgezeigt hatten, sind geschlossen worden. Der Handel hat sich also aktiv mit den im ORI aufgezeigten Benchmarks und Analysen auseinandergesetzt. ORI ist geworden, was es werden sollte: Ein Werkzeug für den österreichischen Handel, ein Leitfaden und Fahrplan mit konkreten Empfehlungen für künftige Entwicklungen und Investitionen – für den gesamten Markt, vom KMU-Händler bis zum großen Handelsunternehmen", so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.
Noch mehr Details zum ORI 2019 sowie die Studie zum Download finden Sie hier, Eindrücke von der Pressekonferenz gibt es in unserer Fotogalerie. (rb)
www.handelsverband.at