"Working Life" Studie: Chefs und Mitarbeiter halten einander auf Distanz

Die aktuelle Michael Page Studie zeigt dass den Österreichern freundschaftliche Bande im Arbeitsumfeld wichtig sind, die unterschiedlichen Gehaltsebenen bleiben aber eher unter sich.

60 Prozent der Befragten Arbeitnehmer geben an, mit einigen ihrer Kollegen ein freundschaftliches Verhältnis zu pflegen, mit ihren Vorgesetzten sind es allerdings nur mehr 20 Prozent. Das Ergebnis der "Working Life" Studie die von Michael Page im Sommer 2018 durchgeführt wurde zeigt, dass die Pflege von Freundschaften unter Kollegen einen hohen Stellenwert für österreichische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einnimmt – trotz allgemein guter Beziehungen zueinander bleibt aber in den meisten Fällen auch im privaten Umgang mit unterschiedlicher beruflicher Stellung eine gewisse Distanz bestehen.

Nicht jeder ist freundlich

Während satte 100 Prozent der Befragten angeben, mit Kollegen, und ganze 99 Prozent mit Vorgesetzten eine gute Beziehung zu haben, verhält es sich mit freundlichem Verhalten schon etwas anders: Rund 92 Prozent werten ein freundliches Verhalten zu Kollegen und Managern als bedeutend.

Mehrheit trifft Kollegen auch in der Freizeit

75 Prozent der Befragten bestätigen, Beziehungen zu Kollegen zu pflegen, 25  Prozent verneinen dies. Über persönliche Angelegenheiten tauschen sich via Telefon oder Messenger 53 Prozent der Befragten von gleich zu gleich aus, bei Managern bzw. auf Director-Level sind es sogar 60 Prozent. Ein Treffen nach der Arbeit mit den Kollegen zwecks Sport und ähnlichem ist für 57 Prozent der Befragten selbstverständlich. 18 Prozent verbringen gerne gemeinsame Wochenenden mit ihren Kollegen, neun Prozent fahren auch zusammen in den Urlaub.Mehr als die Hälfte trifft Kollegen auch Privat. © Michael Page

Je größer das Unternehmen, desto enger die Freundschaftsbande

„Auffallend ist, dass bei den größeren Unternehmen ab 5.000 MitarbeiterInnen das Miteinander der ArbeitnehmerInnen in der Freizeit sehr häufig ist“, erklärt Christoph Trauttenberg, Director von Michael Page in Österreich. Der HR-Experte vermutet, dass gerade bei größeren Unternehmen die Förderung von Freizeitaktivitäten sehr ausgeprägt ist.

Kluft zwischen Arbeitnehmern und Vorgesetzten

Eine Beziehung zu direkten Vorgesetzen wird von 55 Prozent der Befragten gepflegt. So geben 24 Prozent der Befragten an, sich mit ihren Vorgesetzten via Telefon über persönliche Angelegenheiten auszutauschen, 23 Prozent treiben mit den Vorgesetzten Sport, aber nur 3 Prozent würden auch am Wochenende zusammen Zeit verbringen oder auf Urlaub gehen. 45 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbneitnehmer haben keine soziale Beziehung zu ihren Vorgesetzten. Während 60 Prozent der Befragten angeben, mit einigen Kollegen befreundet zu sein, sind es nur mehr 20 Prozent mit ihren Vorgesetzten. Weit mehr als 90 Prozent sind der Meinung, dass Freundlichkeit gegenüber Mitarbeitern und Kollegen letztendlich auch die Produktivität steigert. Europaweit liegen die Spitzenwerte für Freundschaftsbande am Arbeitsplatz in der Türkei, wo 83 Prozent der Befragten angeben, mit Kollegen, und 37 Prozent mit Vorgesetzten befreundet zu sein.Wenige pflegen auch privat eine enge Beziehung zu Vorgesetzten. © Michael Page

Die Hälfte der Arbeitnehmer stellt Kollegen auch dem Partner vor

Unter Kollegen findet übrigens auch ein Treffen mit dem romantischen Partner weit häufiger statt als mit dem Chef: So geben 53 Prozent der Befragten an, ihren Partner zu einem Kollegentreffen mitgenommen zu haben, während nur 32 Prozent dies schon bei einem Treffen mit dem Vorgesetzten taten. Die häufigsten Anlässe dafür, seine Partnerin oder seinen Partner den Arbeitskollegen vorzustellen sind Firmenveranstaltungen wie beispielsweise Weihnachtsfeiern (41 Prozent) oder Eigeninitiativen (34 Prozent). (rb)

Die Umfrage "Working Life" wurde von Michael Page im Sommer 2018 unter 238 Kandidaten in Österreich für Fach- und Führungsfunktionen durchgeführt. Insgesamt wurden 5.197 Kandidaten in 13 Ländern befragt. Mehr Informationen zur Studie finden Sie hier.

www.michaelpage.at

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