Warum sich jedermann beim Jedermann was abschauen kann

Julia Emma Weninger expressis verbis: Mut lohnt sich. 

"Wenn ihr mich braucht, dann bin ich da". Kaum eine Zehntelsekunde brauchte Philipp Hochmair, um eine der außergewöhnlichsten Aufführungen in der Geschichte der Salzburger Festspiele zu retten.

In der fast hundertjährigen Historie des Jedermann ist es noch nie vorgekommen, dass der Hauptdarsteller krankheitshalber nicht auf dem Domplatz in Erscheinung treten konnte. Tobias Moretti, als Jedermann bereits beliebt und weltberühmt, musste so der Erste sein, den dieses Schicksal traf. Aber in Dresden weilte dieser Tage der Wiener Schauspieler Hochmair, einem größeren Publikum als Politiker Schnitzler in den "Vorstadtweibern" bekannt. Während der Vorbereitungsarbeiten für Plattenaufnahmen nahm er all seinen Mut und seine Courage zusammen und sagte zu, binnen 30 Stunden auf dem Domplatz zu sein und in Hugo von Hofmannsthals Mysterienspiel auch prominent einzuspringen.

Das enorme Wagnis wird deutlich, wenn man bedenkt, dass sich das komplette Jedermann-Ensemble wochenlang intensivst vorbereitet hat, um der Welt das Spiel vom "Leben und Sterben des reichen Mannes" vollendet zu präsentieren. 

Die Devise des waghalsigen Einspringers lautete: Sich mit Verve darauf einlassen und durchhalten! Die Aufführung wurde zum triumphalen Erfolg. Kunstliebhaber und Kritiker überschlugen sich förmlich in Lobeshymnen und waren sich einig, dass mit diesem Ereignis eine zusätzliche Botschaft  - oder auch ein Appell an den einfach mündigen Bürger -  verkündet wurde: Mut zeigen, Feigheit und Minderwertigkeitsgefühle überwinden und als Mitarbeiter auch in unübersichtlichsten Situationen das Beste zu wagen.

Chefs und Vorgesetzte sollten dafür allerdings die Rahmenbedingungen schaffen und jede - sinnvolle - Initiative unterstützen. Nur so können Unternehmen wachsen und im Erfolg glänzen.

 

 

 

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Mag. Julia Emma Weninger

Chefredakteurin und Mitglied der Geschäftsleitung
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