"Die Welt von Phoenix Contact: Start-ups, Elektromobilität und Digitalisierung"

Thomas Lutzky, Geschäftsführer von Phoenix Contact Österreich, im Interview über aktuelle Entwicklungen, wachsende Geschäftszahlen sowie Forschung und Weiterbildung. 

Die Phoenix Contact Gruppe zählt heute zu den weltweit führenden Herstellern von Produkten und Lösungen für die Industrielle Verbindungstechnik, Geräte-Anschlusstechnik, Netz- und Signal-Qualität inkl. Überspannungsschutz, Interfacetechnik und Signalanpassung sowie Automatisierungstechnik. In Österreich ist das Unternehmen an drei Standorten (Wien, Linz und Graz) vertreten. LEADERSNET hat Thomas Lutzky, Geschäftsführer von Phoenix Contact Österreich, zum Interview gebeten.

LEADERSNET: Die Digitalisierung ist in aller Munde, Signale und Strom werden in beinahe jedem Lebensbereich benötigt. Welche Produkte und Lösungen bietet Phoenix Contact in diesem Umfeld an?

Lutzky: Begeisternde Innovationen entstehen im kreativen Spannungsfeld der Möglichkeiten neuer Technologien und der Anforderungen der Märkte. In diesem Sinn trifft der Trend der Digitalisierung auf eine Welt voller Herausforderungen: Die Bevölkerung wächst, Megastädte entstehen, Ressourcen werden knapp. Wir brauchen mehr Energie, sauberes Wasser und saubere Luft. Die Digitalisierung bietet aus unserer Sicht das Potenzial, diese Herausforderungen zu meistern. Die intelligente Vernetzung von Geschäftsprozessen, Komponenten, Anlagen, Dingen und Menschen ist der Schlüssel für die Lösungen der Zukunft. Das Familienunternehmen Phoenix Contact ist mit weltweit 16.000 Mitarbeitern Marktführer und Innovationsträger in der Elektrotechnik und leistet hierzu wichtige Beiträge. Tagtäglich bewähren sich unsere 60.000 Produkte im Schaltschrank (von der Klemme bis zur Steuerung), in der Feldinstallation (I/O-Verdrahtungssysteme und Industriesteckverbinder) sowie in der Geräte- und Anschlusstechnik (Leiterplattenanschluss oder Elektronikgehäuse).

LEADERSNET: Wie entwickelt sich das laufende Geschäftsjahr für Phoenix Contact in Österreich?

Lutzky: Fantastisch, wir erwarten für 2017 neuerlich ein zweistelliges Umsatzwachstum. Einerseits profitieren wir natürlich von der hervorragenden Konjunktursituation in fast allen Sektoren der österreichischen Industrie, andererseits verfügen wir an unseren drei österreichischen Standorten Wien, Linz und Graz über hervorragend qualifizierte und sehr engagierte Teams, die es verstehen individuelle Problemstellungen unserer Kunden zu adressieren und entscheidende Inputs für deren Weiterentwicklung zu geben. Innovativ zu sein – das gilt nicht nur für unsere Produkte. Wir bieten persönliche Beratung vor Ort und beschreiten immer wieder neue Wege mit unseren Kunden.

LEADERSNET: Phoenix Contact war Mitbegründer der Fachkonferenz IndustryTech. Wird es diese Veranstaltung wieder geben bzw. wo ist das Unternehmen sonst präsent?

Lutzky: Gemeinsam mit unseren Partnern der ersten Stunde schmieden wir gerade Pläne für das kommende Jahr. Darüber hinaus geben unsere Experten ihre Erfahrungen und ihr Wissen laufend bei Fachkongressen weiter. Das Forum IoT, der Wiener Produktionstechnik-Kongress oder das Technologieforum der deutschen Handelskammer sind beispielsweise bereits fest eingeplant.

LEADERSNET: Mit der SPS IPC Drives in Nürnberg öffnet die europäische Leitmesse für Automatisierungstechnik Ende November Ihre Tore. Welche Bedeutung hat diese Messe für Phoenix Contact?

Lutzky: Die SPS IPC Drives ist Europas führende Fachmesse für elektrische Automatisierung und daher eine Leitveranstaltung für Phoenix Contact. Das Thema Industrie 4.0 entwickelt sich von der Vision zur Realität und ist erneut ein Schwerpunktthema der Messe. Im Zeitalter der Digitalen Transformation wachsen die beiden Branchen IT und Automation immer stärker zusammen – was sich auch auf unserem Messestand in Halle 9 widerspiegeln wird.

LEADERSNET: Was werden die Highlights sein, die Phoenix Contact in Nürnberg zeigt?

Lutzky: Wir präsentieren Industrie 4.0 anhand von adaptiver Software, cloudbasierter Systeme, moderner Anschluss- und industrieller Kommunikationstechnik. Produktinnovationen und Dienstleistungen aus den Bereichen Building IoT, Safety und Security sowie unsere neue offene Steuerungstechnologie PLCnext werden heuer im Mittelpunkt stehen.

LEADERSNET: Was ist das Neue an der PLCnext Technology?

Lutzky: Die PLCnext Technology vereint zwei Welten. Eine klassische Steuerung wird jetzt erweitert - und zwar um die Flexibilität und Offenheit, wie man sie von Smartphones kennt. Das bedeutet konkret: Open Source Software und Apps können jetzt in eine SPS (speicherprogrammierbare Steuerung) integriert werden, Hochsprachen können mit IEC 61131 Code kombiniert werden und Experten aus unterschiedlichen Technologierichtungen können zusammenarbeiten. Determinismus, Echtzeitverhalten und ein zykluskonsistenter Datenaustausch sind zu jeder Zeit gewährleistet. Zukunftssicherheit in Zeiten der Digitalisierung bedeutet: Man muss offen sein, offen für die Einbindung von neuen Technologien, die wir heute noch gar nicht kennen. Neue Möglichkeiten für die Automatisierung, neues Denken – darum geht's.

LEADERSNET: Wie engagiert sich Phoenix Contact Österreich in Forschung und Weiterbildung?

Lutzky: In der Pilotfabrik Industrie 4.0 der TU Wien in der Seestadt haben wir das komplette Security Konzept realisiert und laden Interessierte herzlich ein, sich darüber vor Ort zu informieren. An der FH Campus Wien haben wir ein Technology Competence Center für Studierende des Studienganges "High Tech Manufacturing" eingerichtet. Außerdem unterstützen wir österreichweit Fachhochschulen und HTLs bei individuellen Projekten. Als besonderes Highlight gründete Phoenix Contact heuer in Wien gemeinsam mit zahlreichen Forschungs- und Bildungseinrichtungen aus Europa und Asien die "EduNet World Association" und hat damit das schon seit zehn Jahren bestehende informelle Netzwerk von technischen Bildungsinstituten auf eine formelle Grundlage gestellt.

LEADERSNET: Was tut sich sonst noch?

Lutzky: Die Phoenix Contact Gruppe ist neben dem Kerngeschäft auch in für uns relativ neuen Gebieten sehr aktiv. Die Phoenix Contact Innovation Ventures GmbH etwa beteiligt sich an technologieorientierten Start-ups mit belastbaren Geschäftsmodellen, Protiq bietet auf Basis eines komplett digital abwickelbaren Verkaufsprozesses additiv gefertigte Bauteile im 3D-Druck, die Phoenix Contact E-Mobility GmbH entwickelt und produziert Ladestecksysteme, Ladesteuerungen und Software sowohl für den OEM als auch für Infrastruktur-Errichter.

www.phoenixcontact.at

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