"Unser Hauptfokus liegt nicht auf der Quote"

ServusTV-Intendant Ferdinand Wegscheider im Interview über die erste von einem österreichischen Privatsender produzierte fiktionale Serie sowie die Performance des Senders. 

Mit einem kinoreifen Familiendrama um Macht, Intrigen und Sehnsucht will ServusTV Fernsehgeschichte schreiben: Am 2. November 2017 startet "Trakehnerblut“, die erste von einem österreichischen Privatsender produzierte fiktionale Serie. LEADERSNET hat dies zum Anlass genommen, ServusTV-Intendant Ferdinand Wegscheider zum Interview zu bitten.

LEADERSNET: Mit Trakehnerblut startet ServusTV die erste von einem österreichischen Privatsender produzierte Fiction Serie in Österreich. Wie ist es dazu gekommen?

Wegscheider: Wir wollen grundsätzlich hochqualitatives Fernsehen machen und uns kontinuierlich weiterentwickeln. Da ist die fiktionale Eigenproduktion, die wir nun erstmals in Angriff nehmen, der nächste logische Schritt. Dass wir damit unsere ohnehin schon hohe Eigenproduktionsquote weiter steigern können, freut uns natürlich.

LEADERSNET: Kann ein relativer kleiner Sender mit dem internationalen hohen Niveau in diesem Bereich überhaupt mithalten?

Wegscheider:  ServusTV steht für Qualitätsfernsehen mit Niveau. Es ist eine logische Konsequenz, dass wir auch bei unserer ersten fiktionalen Eigenproduktion auf Top-Partner setzen. Mit SAM-Film haben wir eine renommierte Produktionsfirma an unserer Seite, die u.a. schon mit den „Ostwind“-Filmen großartiges Kino gemacht hat. Drehbuchautorin Lea Schmidbauer zählt zu den erfolgreichsten deutschen Drehbuchautorinnen und mit Andreas Herzog und Christopher Schier haben wir außerdem zwei großartige Regisseure.

LEADERSNET: Wie sieht es mit der Kostensituation aus, wenn viele Teile auf höchstem Niveau zu bewerkstelligen sind?

Wegscheider: Wir bitten um Verständnis, dass wir keine Angaben zum Produktionsbudget machen.

LEADERSNET: Mit Trakehnerblut soll ein mitreißendes Familiendrama erzählt werden. Liegt auch ein bemerkenswerter Österreichbezug bei den Drehorten und in den Rollenbesetzungen vor?

Wegscheider: Die Serie erzählt ein großes Familiendrama auf einem österreichischen Trakehner-Gestüt. Gedreht wurde unter anderem im Wiener Wald und in Wien. Die österreichische Neuentdeckung Julia Franz Richter (geboren und aufgewachsen in Niederösterreich) spielt die Hauptrolle, in den weiteren Rollen finden sich bekannte österreichische Schauspieler wie Christoph Luser, Laurence Rupp, Andreas Kiendl, Brigitte Kren, Patricia Aulitzky und Aaron Karl. So gesehen ist „Trakehnerblut“ eine durch und durch österreichische Serie.

LEADERSNET: Wie sehen Sie die Erfolgschancen für eine österreichische Primetime-Serie?

Wegscheider: Auch wenn wir uns natürlich über möglichst viele Zuseher freuen, liegt unser Hauptfokus nicht auf der Quote, sondern auf der Qualität unseres Produktes. Wir messen uns zunächst einmal an unserem inhaltlichen Anspruch. Wenn die Qualität passt, kommt der Erfolg von ganz allein.

LEADERSNET: Wie ist die Rolle von ServusTV in der österreichischen TV-Landschaft einzustufen?

Wegscheider: ServusTV hat in der heimischen TV-Landschaft eine ganz wesentliche Rolle: zum einen sind wir bundesweit der einzige österreichische Privatsender, zum anderen konnten wir das alte Klischee durchbrechen, dass es Qualität und Anspruch nur bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gibt. Das bestätigt auch das österreichische Fernsehpublikum, das uns heuer bereits zum dritten Mal in Folge mit überwältigender Mehrheit zum besten Sender des Landes gewählt hat.

LEADERSNET: Wie zufrieden sind Sie mit der Performance des Senders?

Wegscheider: Sehr zufrieden. ServusTV ist seit mehr als einem Jahr der einzige Sender mit stetigem Wachstum. Im Sept. 2017 haben wir mit 2,4 Prozent den bisher höchsten Marktanteil in der Sendergeschichte erreicht. Wir geben täglich unser Bestes, damit wir die positive Entwicklung des Senders fortsetzen.

LEADERSNET: Hat sich die News-Schiene gut entwickelt?

Wegscheider:  Absolut. Die „Servus Nachrichten 19:20“ haben innerhalb von zwei Jahren die Einschaltzahlen von 22.000 auf über 90.000 Zuschauer mehr als vervierfacht. ServusTV schafft mit unabhängigem Nachrichtenjournalismus Relevanz und Quote. Wir werden diesen Weg konsequent weitergehen.

LEADERSNET: Welche Visionen haben Sie für die kommenden fünf Jahre?

Wegscheider:  Wir wollen die Stärken des Senders, die wir in den vergangenen eineinhalb Jahren erarbeitet haben, weiter forcieren. Wir setzen auch zukünftig auf Verlässlichkeit. Am Mittwoch etwa schätzen die Zuseher die hochwertigen „Terra Mater“-Dokumentationen. Die Reihe hat sich längst zum Erfolgsformat entwickelt und ist eine feste Säule im ServusTV-Programm. Der Hauptabend am Freitag steht ganz im Zeichen von Heimat und Volkskultur. Hier haben wir mit der Dachmarke „Heimatleuchten“ ein echtes Flaggschiff geschaffen.  Darüber hinaus werden Information, Unterhaltung und Sportberichterstattung, wie z.B. die erfolgreiche Performance in der MotoGP, weiter ausgebaut.

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