Voestalpine investiert rund 350 Millionen Euro in der Obersteiermark

Modernstes Edelstahlwerk der Welt in Kapfenberg statt China. 

Das modernste Edelstahlwerk der Welt wird in Kapfenberg errichtet. Nach mehr als zweijähriger Planungsphase hat die voestalpine AG diese finale Standortentscheidung getroffen und die Pläne für ein Werk in China ad acta gelegt. "Nach intensiver Abwägung aller relevanten Standortfaktoren sind wir jedoch letztlich zur Überzeugung gelangt, dass sich dieses nicht nur für Österreich, sondern auch für Europa außergewöhnliche Investitionsvorhaben hier langfristig rechnen wird. Den entscheidenden Ausschlag haben dabei die Menschen gegeben: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ihr profundes Wissen und ihre Einsatzbereitschaft wiegen letztlich stärker als alle kritischen Aspekte", sagt Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG. Man gehe dabei aber davon aus, dass die zuletzt klaren politischen Signale in Richtung verlässlicher und kalkulierbarer österreichischer, aber auch europäischer Rahmenbedingungen hinsichtlich Klima- und Energiepolitik auch nach dieser Entscheidung unverändert gelten.

 Noch Ende dieses Jahres wird mit den baulichen Vorbereitungen für das 330- bis 350-Millionen-Euro-Investment direkt neben dem bisherigen Werksgelände begonnen. Der Spatenstich erfolgt 2018, nach dreijähriger Bauzeit soll die neue High-Tech-Anlage 2021 den Betrieb aufnehmen und damit das derzeitige Böhler-Edelstahlwerk in Kapfenberg ablösen.

Globaler Innovationsvorsprung

"Mit dem neuen Edelstahlwerk verschaffen wir uns einen einmaligen globalen Innovationsvorsprung – sowohl im Hinblick auf die Digitalisierung unserer Prozesse als auch auf die weitere Qualitätssteigerung unserer Produkte", so Franz Rotter, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Leiter der High Performance Metals Division. Das High-Tech-Werk ermöglicht die vollautomatisierte Herstellung von Werkzeug- und Spezialstählen für anspruchsvollste Anwendungen. Diese kommen als Ausgangswerkstoff etwa für die Weiterverarbeitung zu höchstbelastbaren und gewichtssparenden Flugzeugteilen, widerstandsfähigsten Werkzeugen für die Automobilindustrie, Equipment für die anspruchsvolle Öl- und Gasexploration oder für die Fertigung von Komponenten im 3D-Druckverfahren zum Einsatz.

Auch bei Umwelt- und Energieeffizienz soll die neue Anlage die weltweite Benchmark darstellen: Herzstück der Anlage ist ein Elektrolichtbogenofen, der auf Basis von elektrischem Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen hochreinen Schrott und Legierungen zu flüssigem Material verschmilzt.

Im Geschäftsjahr 2016/17 erzielte die Division einen Umsatz von rund 2,7 Mrd. Euro, davon rund 50 % außerhalb Europas, und ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 395 Mio. Euro. (jw)

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