Metaloop Europe ist insolvent
Bekanntes Austro-Startup schlittert in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 17.06.2026

Beim Betreiber einer internationalen B2B-Plattform für den Altmetallhandel haben sich die Passiva trotz Erreichen des operativen Break-even auf einen zweistelligen Millionenbetrag summiert.

Die anhaltende Krise in der europäischen Industrie und den Rohstoffmärkten erfasst die heimische Start-up-Szene. Über das Vermögen der Metaloop Europe GmbH mit Hauptsitz in Graz und einem Finanzstandort in Wien wurde am Landesgericht für ZRS Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet.

Das im internationalen B2B-Handel mit Sekundärmetallen wie Kupfer, Aluminium und Edelstahl tätige Unternehmen verbindet über eine digitale Plattform industrielle Quellen mit Schmelzbetrieben. Von der Insolvenz der Gesellschaft, die durch die Verschmelzung der bekannten Schrott24 GmbH mit der Romsh GmbH entstanden ist, sind 10 Dienstnehmer:innen sowie 153 Gläubiger:innen betroffen. Laut KSV1870 und AKV wurden die Löhne und Gehälter bis inklusive Mai 2026 ausbezahlt.

Ursachen

Die Ursachen der Insolvenz spiegeln die klassischen Herausforderungen kapitalintensiver Plattformmodelle wider. Nach einer verlustreichen, durch Eigenkapital der US-amerikanischen Muttergesellschaft Metaloop Group Inc. getragenen Anfangsphase, erreichte das Start-up Anfang 2026 den operativen Break-even und arbeitete zuletzt leicht profitabel. Der entscheidende Engpass sei jedoch entstanden, als einige Eigentümer ergänzende Liquiditätszuschüsse ablehnten. Infolgedessen musste jedes Geschäft finanziell aufwendig koordiniert werden, was die Neukundenakquise blockierte und Vertrauen kostete. Erschwerend seien die Krise in der Automobilindustrie, volatile Rohstoffmärkte sowie strengere regulatorische Vorgaben hinzugekommen, weshalb anstehende Kreditrückzahlungen nicht mehr bedient werden konnten.

Finanzielle Lage

Hinsichtlich der Vermögenslage weichen die vorliegenden Bewertungsansätze deutlich voneinander ab. Während die Bilanz zu Liquidationswerten von Aktiva in Höhe von rund 3,29 Millionen Euro und Passiva von rund 8,72 Millionen Euro ausgeht, bewertet die Schuldnerin ihre Aktiva nach Fortführungswerten selbst mit rund 10,2 Millionen Euro – darunter fallen vor allem Warenbestände und offene Forderungen. Die Gesamtforderungen der 153 Gläubiger:innen belaufen sich demnach auf rund 11,08 Millionen Euro.

Sanierungsplan

Das Unternehmen strebt eine Fortführung an und bietet den Gläubiger:innen eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Plans. Finanziert werden soll dies aus dem Abverkauf von Lagerbeständen, der Einziehung offener Forderungen sowie den laufenden operativen Erträgen. Sowohl Julia Liszt vom KSV1870 (Insolvenz Graz) als auch der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) kündigten an, die Realisierbarkeit und eine mögliche Verbesserung des gesetzlichen Mindestvorschlags eingehend zu prüfen. Zum Insolvenzverwalter wurde der Grazer Rechtsanwalt Helmut Klementschitz bestellt.

www.ksv.at

www.akv.at

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