ESC-Fieber trifft Bibel
Grazer Kirche feierte Gottesdienst im Zeichen des Song Contests

| Larissa Bilovits 
| 10.05.2026

In der evangelisch-lutherischen Christuskirche in Graz-Eggenberg wurde der ESC am Sonntag auf außergewöhnliche Weise aufgegriffen. Pfarrer Friedrich Eckhardt verband dafür bekannte ESC-Melodien mit biblischen Themen und lud ausdrücklich zum Mitsingen ein.

Mit der festlichen Begrüßung der Delegationen aller teilnehmenden Länder am Rathausplatz ist Österreich am Sonntag offiziell in die ESC-Woche gestartet. Doch das Song-Contest-Fieber macht sich längst nicht nur in Wien bemerkbar: Auch abseits der großen ESC-Bühnen ist die Euphorie im ganzen Land spürbar – sogar an Orten, an denen man sie auf den ersten Blick vielleicht nicht erwarten würde. Zum Beispiel in der Kirche.

ESC-Klassiker trafen auf Bibel und Glauben

So wurde in der evangelisch-lutherischen Christuskirche in Graz-Eggenberg am Sonntag ein Gottesdienst gefeiert, der ganz im Zeichen des Eurovision Song Contest stand. Pfarrer Friedrich Eckhardt setzte dabei auf bekannte ESC-Melodien, die im Rahmen der Messe mit biblischen Themen und Fragen des Glaubens verbunden wurden. Auf dem Programm standen unter anderem "Merci, Chérie" (Udo Jürgens, 1966, Österreich) und "Ein bisschen Frieden" (Nicole, 1982, Deutschland), ergänzt durch "Nur die Liebe lässt uns leben" (Mary Roos, 1972, Deutschland), "Aufrecht geh'n" (Mary Roos, 1984, Deutschland), "Hold me now" (Johnny Logan, 1987, Irland), "What's another year" (Johnny Logan, 1980, Irland), "Fly on the wings of love" (The Olsen Brothers, 2000, Dänemark) und "Take me to your heaven" (Charlotte Nilsson, 1999, Schweden) – also ein Streifzug durch mehrere Jahrzehnte Song-Contest-Geschichte.

Die ausgewählten Lieder dienten dabei nicht nur als musikalische Begleitung, sondern wurden auch inhaltlich eingeordnet. Schließlich handeln viele Songs von Sehnsucht, Aufbruch, Träumen, Loslassen und Liebe – also von Themen, die auch in biblischen Texten eine wichtige Rolle spielen. Der Gottesdienst war daher nicht als Konzert im Kirchenraum gedacht, sondern als gemeinschaftliche Feier mit einem augenzwinkernden, aber durchaus ernst gemeinten Zugang zum Glauben.

Mitsingen war ausdrücklich erwünscht

Still in der Kirchenbank sitzen und nur zuhören war bei diesem Gottesdienst offenbar nicht die Idee. Die Gemeinde war ausdrücklich dazu eingeladen, mitzusingen, mitzufeiern und mitzuklatschen. Wer besonders viel Song-Contest-Euphorie mitgebracht hatte, durfte sich dem Konzept entsprechend auch zum Mittanzen hinreißen lassen.

Ganz neu ist diese ungewöhnliche Art von Gottesdienst in Graz-Eggenberg übrigens nicht. Die Christuskirche hat in der Vergangenheit bereits mit Formaten wie dem "Harry-Potter-Gottesdienst" oder einem "Schlager-Gottesdienst" aufhorchen lassen.

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