Fotos von der Mobilitätskonferenz 2026
Peter Hanke ruft eine Mobilitätswende ohne Ideologie aus

Auf der Mobilitätskonferenz in Wien versammelten sich 650 Expert:innen inklusive Top-CEOs, um die Weichen für ein smartes Verkehrssystem zu stellen. Im Zentrum stand die Grundsatzrede des Mobilitätsministers.

Vergangene Woche ging in Wien die zweitägige Mobilitätskonferenz über die Bühne und erwies sich mit rund 650 Teilnehmenden aus Verwaltung, Forschung, Wirtschaft und Praxis als zentrale Plattform für den fachlichen Austausch über ein zukunftsfähiges Verkehrssystem. Unter dem Leitmotiv "sicher, smart, nachhaltig" wurde an zwei Tagen deutlich, dass die Mobilitätswende nur durch die konsequente Verschränkung unterschiedlicher Akteur:innen und technologischer Ansätze gelingen kann. Mit dabei waren unter anderem ÖBB-CEO Andreas Matthä, Flughafen-Wien-Vorstand Julian Jäger oder Strabag-Vorstand Hartwig Hufnagl.

Mobilität als soziales Rückgrat

Mobilitätsminister Peter Hanke nutzte die Bühne für eine Grundsatzrede, in der er sich für eine Abkehr von ideologischen Gräben aussprach. Mobilität sei weit mehr als reiner Verkehr, vielmehr handle es sich um ein Grundbedürfnis und eine Frage der sozialen Teilhabe. "Mobilität ist eine Frage der Gerechtigkeit – nicht der ideologischen Konflikte", betonte Hanke. Er erteilte der Polarisierung zwischen Stadt und Land sowie zwischen den Verkehrsträgern eine Absage. Es brauche Lösungen, die sich an der Lebensrealität orientieren; niemand müsse sich in Österreich dafür genieren, auf das Automobil angewiesen zu sein.

Breiter fachlicher Diskurs und Vernetzung

Die Konferenz spannte inhaltlich einen weiten Bogen: Von Shared Mobility und Mikromobilität bis hin zum intermodalen Güterverkehr und der Mobilität von Kindern und Jugendlichen. Zahlreiche Side-Events, etwa zu Mobilitätslaboren oder dem Netzwerk "Women in AI", dienten dazu, Kooperationen zu stärken. Ein wesentlicher Fokus lag auf einer evidenzbasierten Politik, wobei die bundesweite Erhebung "Österreich Unterwegs" sowie das neue Verkehrsmodell Österreich präsentiert wurden. Zudem diskutierten Fachleute beim HyPA Round Table über Wasserstoff im Schwerverkehr und die Umsetzung des Masterplans Güterverkehr 2030.

Investitionen und Innovation statt Verzicht

Trotz budgetärer Herausforderungen setzt das Ministerium unter Hanke auf eine investive Strategie. Infrastruktur sei die Lebensader des Standorts, weshalb gezielt in Bahn, Straße, Digitalisierung und Verkehrssicherheit investiert werde. Der Minister hielt fest: "Wir investieren uns aus der Krise." Klimaschutz dürfe dabei nicht als Verzichtprogramm verstanden werden, sondern müsse als Innovationsprogramm fungieren. Eine echte Wende entstehe nicht durch den "erhobenen Zeigefinger", sondern durch bessere Angebote. In diesem Kontext verwies Hanke auf die Industriestrategie 2035, die Mobilitätstechnologien als österreichisches Stärkefeld definiert.

Konkrete Entlastungen für den Umstieg

Um den Wechsel zu öffentlichen Verkehrsmitteln und zur Elektromobilität zu forcieren, präsentierte der Minister unmittelbare Maßnahmen:

Klimaticket-Aktion: Wer zwischen dem 1. Mai und 30. Juni ein KlimaTicket Österreich erwirbt, kann dieses zwei Monate lang testen und bei Bedarf kostenlos beenden. Ziel sei es, Hürden abzubauen und eine niederschwellige Möglichkeit zu bieten, die Vorzüge des Abos im Alltag zu erproben.

Gesenkte Ladetarife: In Kooperation mit den ÖBB wird der hauseigene Ladetarif ab dem 1. Mai für sechs Monate um 11 Cent gesenkt. Der Preis pro Kilowattstunde reduziert sich damit um rund 25 Prozent auf circa 30 Cent. "Laden muss sich anfühlen wie zu Hause – einfach, verständlich und fair", so Hanke.

Ganzheitlicher Blick auf das System 

Die Konferenz unterstrich die Bedeutung visionsbasierter Planungsansätze für eine lebenswerte Zukunft. Themen wie der EU-Emissionshandel (ETS II) im Verkehrssektor oder die Verbindung von Forschung und Praxis im Projekt "Rail4Climate" zeigten die Komplexität der anstehenden Aufgaben auf.

Abschließend bekräftigte Peter Hanke, dass Mobilität ein gemeinsamer Gestaltungsprozess sei, der datenbasierte Entscheidungen und kontinuierlichen Dialog brauche. Seine Vision folge der Leitformel "Kommunizieren – Koordinieren – Kooperieren", um ein leistungsfähiges Gesamtsystem zu sichern.

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www.bmimi.gv.at

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