Greco Marktstudie
Vorsorgekassen wachsen weiter, trotz deutlicher Unterschiede in der Performance

Während einige Anbieter mit ihren Ergebnissen erneut über der Inflationsrate lagen, blieben andere knapp darunter. Was kurzfristig noch wenig wirkt, kann sich über die Jahre zum echten Gamechanger entwickeln. 

Viele Unternehmen messen der Wahl der betrieblichen Vorsorgekasse nach wie vor zu wenig Bedeutung zu, obwohl sie einen wesentlichen Bestandteil der finanziellen Absicherung im Alter darstellen soll. Vor diesem Hintergrund hat das Greco Health & Benefits Team daher erneut die Leistungsfähigkeit der Anbieter in Österreich untersucht. 

"Jahr für Jahr scheinen die Unterschiede zwischen den Anbietern marginal. Doch über Jahrzehnte hinweg addieren sie sich zu einem echten Mehrwert beim Ruhestandsvermögen. Wichtig ist dabei: Wer einen Wechsel plant, sollte bis 30. Juni 2026 aktiv werden, damit der neue Anbieter mit 1. Jänner 2027 wirksam wird", sagte Joachim Schuller, Health & Benefits-Experte und Studienautor.

Solide Ergebnisse in einem herausfordernden Jahr

2025 war von Unsicherheiten und schwankenden Kapitalmärkten geprägt. Dennoch erzielten die betrieblichen Vorsorgekassen stabile Ergebnisse. Die jährliche Performance bewegte sich laut der Marktstudie zwischen 1,62 Prozent und 4,78 Prozent und setzte damit die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fort. 

Diese Entwicklung wurde durch vergleichsweise robuste Marktbedingungen sowie schrittweise Senkungen der Leitzinsen unterstützt. Parallel dazu nahm auch das verwaltete Vermögen weiter zu, so der Experte. Zum Jahresende 2025 belief sich das veranlagte Kapital auf 23,7 Milliarden Euro und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von 21,3 Milliarden Euro.

Zwischen den einzelnen Anbietern zeigten sich jedoch klare Unterschiede. Während einige Vorsorgekassen laut der Studie Renditen oberhalb der Inflationsrate erreichten, blieben andere darunter. Solche Differenzen erscheinen kurzfristig gering, entfalten jedoch über längere Zeiträume eine spürbare Wirkung auf das angesparte Kapital und damit auf die finanzielle Situation beim Pensionsantritt.

Weniger Anbieter bei anhaltender Marktkonzentration

Im Jahr 2025 kam es zu einer weiteren Konsolidierung am Markt. Durch die Integration von fair-finance in die Bonus Vorsorgekasse verringerte sich die Anzahl der Anbieter auf sieben. Gemessen am veranlagten Vermögen lag die VBV mit einem Anteil von 34,17 Prozent an der Spitze, gefolgt von Valida mit 24,16 Prozent. Die Bonus Vorsorgekasse erreichte nach der Integration einen Anteil von 13,33 Prozent und positionierte sich damit als drittgrößter Anbieter. Insgesamt bleibt der Markt stark konzentriert.

Reformdiskussion rückt wieder in den Fokus

Parallel zur Marktentwicklung gewann auch die politische Diskussion rund um die "Abfertigung neu" erneut an Bedeutung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie betriebliche Vorsorgelösungen stärker in das gesamte Altersvorsorgesystem eingebunden werden können.

Diskutiert wurde unter anderem ein Generalpensionskassenvertrag, der eine einfachere und steuerfreie Übertragung von angespartem Kapital in Pensionskassen oder betriebliche Kollektivversicherungen ermöglichen könnte. Ebenso wurde die bestehende 100-Prozent-Bruttokapitalgarantie thematisiert, da sie potenziell höhere Renditen begrenzen kann.

Konkrete gesetzliche Anpassungen wurden im Jahr 2025 nicht umgesetzt. Dennoch deutet die aktuelle Entwicklung darauf hin, dass Reformen weiterhin auf der politischen Agenda stehen. Im Gespräch ist unter anderem die Einführung einer zusätzlichen Veranlagungsgemeinschaft ohne Kapitalgarantie, die höhere Ertragschancen bieten könnte.

Betriebliche Vorsorge gewinnt weiter an Bedeutung

Angesichts der demografischen Entwicklung und der steigenden Belastung staatlicher Pensionssysteme wird ergänzende Vorsorge zunehmend wichtiger, sind sich die Expert:innen von Greco sicher. Die betriebliche Altersvorsorge spielt dabei eine zentrale Rolle.

Für Unternehmen bleibt die Wahl der passenden Vorsorgekasse ein relevanter Faktor, sowohl für die langfristige Bindung von Mitarbeitenden als auch im Wettbewerb um Fachkräfte. Wird ein Anbieterwechsel angestrebt, muss dieser bis spätestens 30. Juni 2026 erfolgen, damit er mit 1. Jänner 2027 wirksam wird.

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