LEADERSNET: Sehr geehrter Herr Kroiss, was bieten Sie den Kund:innen in Ihrem Bereich Printed Communication (PCOM)?
Sebastian Kroiss: PCOMs (=Printed Communication) Portfolio besteht aus mehreren Unterkategorien. Auf der einen Seite haben wir Print, hier bieten wir klassische Geschäftsdrucksorten und Werbemittel aller Art an. Auf der anderen Seite gibt es Mailing. Das ist unsere Sparte für Werbesendungen, die postalisch oder digital zugestellt werden. Als Zusatznutzen für unsere Kund:innen bieten wir Response/Retouren Erfassung an. Das bedeutet, wir digitalisieren Dokumente und stellen sie unseren Kund:innen wieder zur Verfügung. Das können Antwortbriefe wie Anmeldungen für Kundenkarten, aber genauso kritische Dokumente oder Tagespost von Unternehmen sein.
LEADERSNET: Vendo gilt als Innovationstreiber an der Schnittstelle von Print und Digital. Wenn Sie heute auf moderne Unternehmenskommunikation blicken: Was ist deren wichtigste Aufgabe?
Kroiss: Moderne Unternehmenskommunikation hat aus meiner Sicht die zentrale Aufgabe, Kund:innen über den jeweils optimalen Kanal mit den für sie relevantesten Informationen zu erreichen. Dabei geht es sowohl um Kosteneffizienz als auch um eine hohe Erreichbarkeit und darum, die Botschaft im richtigen Kontext auszuspielen.
LEADERSNET: Das Schlagwort "Hybride Kommunikation" ist in aller Munde. Wie schaffen Sie es konkret, die alte Welt des Briefversands mit modernen digitalen Workflows zu vereinbaren?
Kroiss: Wir verfügen über eine schlagkräftige, erfahrene IT-Abteilung, die in der Lage ist, sehr unterschiedliche Anforderungen unserer Kund:innen in intelligente Workflows zu übersetzen. Dadurch können wir hybride Kommunikationsstrecken abbilden, die Print- und Digitalwelt nahtlos verbinden.
Konkret bedeutet "hybrid" für uns: Wir stellen zunächst digital zu, und nur wenn dieser Zustellweg nicht funktioniert, wird das Dokument automatisch gedruckt und physisch per Brief versandt. So kombinieren wir Effizienz und Reichweite digitaler Kanäle mit der Verlässlichkeit der klassischen Postzustellung.
LEADERSNET: Effizienz, Sicherheit oder doch die persönliche Note – was ist aus Ihrer Sicht der "Gamechanger", den Kund:innen durch Ihre Lösungen gewinnen?
Kroiss: Für mich ist es gar nicht ein einzelner Gamechanger, sondern die Kombination aus Effizienz, Sicherheit und persönlicher Ansprache. Unsere Kund:innen können mit uns den Schwerpunkt so setzen, wie es zu ihrem Geschäftsmodell und ihren Zielgruppen passt.
Wir verstehen uns längst nicht mehr als klassische Druckerei, sondern als Lösungsanbieter. Gemeinsam mit unseren Kund:innen entwickeln wir individuelle Kommunikationslösungen, die genau auf deren Bedürfnisse zugeschnitten sind.
LEADERSNET: Zum Thema Print: Totgesagte leben länger. Warum ist gedruckte Kommunikation im digitalen Zeitalter für das Marketing Ihrer Kund:innen nach wie vor unverzichtbar?
Kroiss: Gedruckte Sendungen erzielen eine bis zu viermal höhere Öffnungsrate und eine bis zu zehnmal höhere Response-Rate als klassische Newsletter. Die erfolgreichsten Unternehmen setzen im Marketing daher nach wie vor in großem Ausmaß auf physische Kommunikation.
Viele, die zwischenzeitlich versucht haben, ihre Kommunikation vollständig zu digitalisieren, sind wieder zu Print zurückgekehrt, weil weder die erhofften Effekte noch die tatsächlichen Kosteneinsparungen eingetreten sind. Print bleibt ein starker Hebel, wenn es darum geht, Aufmerksamkeit zu erzeugen und Botschaften nachhaltig zu verankern.
LEADERSNET: Wo passiert im Print-Bereich gerade die spannendste Entwicklung – sind es neue Materialien oder eher die smarte Verknüpfung mit digitalen Touchpoints?
Kroiss: Die spannendsten Entwicklungen sehen wir aktuell in der intelligenten Verknüpfung von Print mit digitalen Kanälen – also im Bereich Customer Communication Management (CCM). Die Branche hat erkannt, dass eine rein digitale Kommunikationswelt genauso wenig zielführend ist wie eine ausschließlich physische.
Nur auf Print zu setzen, bedeutet hohe Porto- und Produktionskosten, während eine übermäßig digitale Strategie oft nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Ein gut austarierter Mix aus physischen und digitalen Touchpoints kann die Kosten deutlich senken und gleichzeitig eine sehr gezielte, wirkungsvolle Kundenansprache ermöglichen.
LEADERSNET: Omichannel, Mulitchannel Online, alles Schlagwörter – diese Begriffe werden oft wie Buzzwords benutzt und klingen größer, als sie konkret sind. Worin denkt Vendo liegt der Unterschied?
Kroiss: Viele Unternehmen nutzen diese Begriffe im Marketing, ohne die dahinterliegenden Strukturen tatsächlich umgesetzt zu haben. "Omnichannel" klingt zwar moderner, wird aber mitunter schon verwendet, wenn lediglich eine teilweise Integration der Kanäle vorhanden ist.
Multichannel heißt, auf vielen verschiedenen Wegen präsent zu sein. Omnichannel steht für ein durchgängiges, verbundenes Erlebnis über alle Kontaktpunkte hinweg, während "Online" letztlich nur einen einzelnen Kanal beschreibt.
Wir bei Vendo unterstützen unsere Kund:innen nicht nur bei der Kommunikation zum Endverbraucher – egal ob offline oder online –, sondern auch bei der Erfassung von Response und Reaktion. Erst durch diese systematische Rückkopplung entsteht echter Dialog.
LEADERSNET: Und zu guter Letzt schauen wir in die Glaskugel: Wird Print zum exklusiven Luxusgut – und wie bereitet Vendo sich und seine Kund:innen auf diese Zukunft vor?
Kroiss: Print wird nicht verschwinden, sondern sich klar in Richtung Wertigkeit, Spezialisierung und bewusster Einsatz entwickeln. Für viele Anwendungen wird es eher zu einem Premium-Medium werden.
LEADERSNET: Vielen Dank!
www.vendo.at
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