Domaines-Kilger-Insolvenzen
Forderungen bei steirischem Wein-Imperium schießen auf 83 Millionen Euro hoch

| Tobias Seifried 
| 26.04.2026

Das Ausmaß der Domaines-Kilger-Insolvenzserie sprengt alle bisherigen Erwartungen. Während die Schließung der Muttergesellschaft bereits fix ist, zieht der Dominoeffekt immer weitere Kreise.

Die Erschütterungen im steirischen Weinbau-Imperium von Domaines Kilger halten an: Denn die finanzielle Schieflage rund um den Investor Hans Kilger erreicht einen neuen Höhepunkt. Wie bei der Berichts- und Prüfungstagsatzung am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz am 23. April 2026 bekannt wurde, belaufen sich die gegen die Domaines Kilger GmbH & Co KG angemeldeten Forderungen auf die astronomische Summe von rund 83,47 Millionen Euro.

Wie der KSV1870 berichtet, wurden davon bereits Forderungen in der Höhe von knapp 51 Millionen Euro vom Insolvenzverwalter als zu Recht bestehend anerkannt. Diese Zahlen verdeutlichen das enorme Volumen der Pleite, die das gesamte Firmengeflecht wie ein Kartenhaus zum Einsturz bringt.

Holding bereits geschlossen

Während für die operative Domaines Kilger Wein GmbH ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung läuft, ist das Schicksal der zentralen Holding bereits besiegelt: Die Schließung des Unternehmens wurde gerichtlich angeordnet. Als Property- und Service-Company stand die Gesellschaft de facto im Zentrum eines komplexen Netzwerks aus Beteiligungen in den Bereichen Weinbau, Gastronomie und Hotellerie.

Dominoeffekt in der gesamten Gruppe

Die aktuelle Liste der betroffenen Gesellschaften liest sich wie ein Katalog des Scheiterns. Neben der bereits im Konkurs befindlichen Ratschens Restaurant & Wohnothek GmbH (LEADERSNET berichtete) und der Komplementärgesellschaft sind nun auch weitere Tochterunternehmen zahlungsunfähig:

  • Domaines Kilger Schloss Gamlitz Betriebs GmbH (Konkurs)
  • Gourmondo Handelsgesellschaft m.b.H. (Konkurs)
  • Domaines Kilger Wein GmbH (Sanierungsverfahren)

Verwertung im Fokus

Mit der gerichtlich angeordneten Schließung der Muttergesellschaft rückt nun die Verwertung des verbliebenen Vermögens in den Vordergrund, um zumindest einen Teil der anerkannten 51 Millionen Euro zu decken. Für die Gläubiger:innen, deren Forderungen die 83-Millionen-Marke kratzen, bleibt die Lage dennoch prekär.

Der Fall Kilger entwickelt sich damit endgültig von einer regionalen Krise zu einem der größten Insolvenzfälle der jüngeren Vergangenheit im österreichischen Wein- und Tourismussektor.

www.ksv.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV