Künstliche Intelligenz (KI) soll in Unternehmen längst nicht mehr nur unterstützen, sondern zunehmend eigenständig Aufgaben übernehmen und so Prozesse effizienter machen, Mitarbeiter:innen entlasten und neue Wachstumschancen eröffnen. Wie dieser Wandel in der Praxis gelingen kann und was es auf dem Weg zum sogenannten Agentic Enterprise braucht, stand vergangene Woche im Mittelpunkt des Salesforce Wien Summit in der Wiener Stage 3, bei dem rund 500 Kund:innen, Partner:innen und Trailblazer zusammenkamen und in Keynotes, Breakout-Sessions sowie im Austausch mit Aussteller:innen und anhand konkreter Kundenprojekte Einblicke in aktuelle Entwicklungen und mögliche Anwendungsfelder erhielten.
Wie KI-Agenten in Unternehmen konkret Mehrwert schaffen
Den Auftakt des Summits bildete die Opening Keynote mit Manuela Mohr-Zydek (Country Lead, Salesforce Österreich), Frank Engelhardt (Chief Transformation Strategist Central Europe Salesforce), Stefan Müller (Head of Marketing IT Egger Group), Daniel Kern (Leitung Organisation Kastner & Öhler) sowie Nino Bergfeld (Industry Lead CG & Retail Central EMEA Salesforce). Im Zentrum standen praxisnahe Einblicke in das Konzept des Agentic Enterprise und die Frage, wie KI-gestützte Agenten nahtlos in bestehende Systeme, Datenlandschaften und Geschäftsprozesse eingebunden werden können, um Kundenerfolg auf einer einheitlichen und vertrauenswürdigen Plattform voranzutreiben.
Mohr-Zydek erklärte, dass Salesforce mit "Agentforce" eine eigene KI-Plattform biete, die Menschen, KI-Agenten, Anwendungen und Daten auf einer gemeinsamen, vertrauenswürdigen Oberfläche zusammenführt, um aus den Möglichkeiten von Sprachmodellen konkreten geschäftlichen Nutzen zu machen. "Technologie eröffnet zahlreiche Möglichkeiten – wir bei Salesforce setzen alles daran, österreichische Unternehmen auf ihrem individuellen Weg zum Agentic Enterprise zu begleiten. Daher freut mich besonders, so viele österreichische Unternehmen zu sehen, die diesen Schritt bereits gegangen sind, diese technologischen Möglichkeiten genutzt haben und echten Mehrwert geschaffen haben."
Kern wiederum ergänzte: "Eine ganze Branche beschäftigt sich intensiv mit dem Thema 'Agentic Enterprise'. Die größten Herausforderungen liegen dabei in der Skalierung, der Bereitstellung hochwertiger Daten, der erfolgreichen Markteinführung und dem Aufbau von Kundenvertrauen. Umso wichtiger ist es, sich aktiv mit diesen Themen auseinanderzusetzen und ins Handeln zu kommen."
Weiters rückte ein Panel mit Wolfgang Ebner, Chief Digital Officer im Bundeskanzleramt Österreich, die digitale Zukunft des Standorts in den Mittelpunkt. Diskutiert wurde dabei, wie Österreich diese Entwicklung aktiv mitgestalten kann und welche Bedeutung dabei Künstlicher Intelligenz, Daten und entschlossenem Handeln zukommt. Einig war man sich dabei, dass nachhaltiger Wandel vor allem dort entsteht, wo Technologie, Wirtschaft und Politik gezielt zusammenspielen.
KI zum Anfassen
Wie konkret sich Künstliche Intelligenz bereits in bestehende Abläufe integrieren lässt, zeigte im Rahmen des Summits unter anderem eine Live-Demonstration von Agentforce Voice im Handelsumfeld. Dabei wurde veranschaulicht, wie KI-gestützte Sprachlösungen mit physischer Robotik zusammenspielen können und welche neuen Möglichkeiten sich daraus für Serviceerlebnisse direkt am Point of Sale ergeben. Ergänzend dazu konnten Besucher:innen in einer eigens eingerichteten Agentforce Zone die Technologie auch selbst erproben und unter Anleitung autonome Agenten entwickeln. Eine Ausstellerzone bot darüber hinaus Raum für Austausch sowie Einblicke in konkrete Anwendungsbeispiele aus der österreichischen Unternehmenspraxis.
Vorgestellt wurde überdies der neue Slackbot, mit dem Salesforce die Einbindung von KI noch stärker in den Arbeitsalltag rücken will. Anders als klassische KI-Agenten, die meist auf einzelne Anwendungen beschränkt bleiben, greift dieser auf den breiteren Arbeitskontext zu, indem er Unterhaltungen, Termine, Aufzeichnungen sowie Unternehmens- und Kundendaten zusammenführt. Damit soll er die Funktion eines persönlichen KI-Assistenten übernehmen und die Technologie näher an jene Menschen bringen, die sie täglich nutzen.
"Agentblazer Award" für Pionierarbeit mit Agentic AI
Mit dem "Agentblazer Award" vergab Salesforce beim Wien Summit erstmals auch in Österreich eine Auszeichnung für Vorreiter im Einsatz autonomer KI-Agenten. Geehrt wurden dabei AVL List, die Egger Group und der jö Bonus Club, die laut Salesforce mit ihrer frühen Auseinandersetzung mit dieser Technologie Pionierarbeit leisten.
Beim Mobilitäts-Technologieunternehmen AVL List ist Agentforce als Teil der bestehenden Salesforce-Umgebung verankert und soll auf Basis gebündelter Daten aus verschiedenen Systemen konkrete Anwendungsfälle mit messbarem Mehrwert ermöglichen. Christian Kaimel (Global Head of Salesforce Platform bei AVL List) sagte dazu: "Diese Auszeichnung hat in Österreich einen hohen Stellenwert und unterstreicht zugleich unsere Innovationskraft. Ich kann nur jedem empfehlen, mutig den nächsten Schritt zu gehen und sich zuzutrauen, neue Wege einzuschlagen – daraus entstehen oft großartige Use Cases."
Die Egger Group setzt auf einen schrittweisen Zugang und baut mit harmonisierten Daten, geklärten Schnittstellen sowie der Data Cloud als Grundlage die Basis für den Einsatz von KI-Agenten auf. In einem ersten Markt beantworten diese bereits Produktfragen und wickeln Musterbestellungen automatisiert ab. Stefan Müller (Head of Marketing IT bei Egger Group) betonte: "Am wichtigsten ist es, nicht zu lange zu zögern, sondern einfach ins Tun zu kommen. Entscheidend sind dabei ein durchdachtes Dialogdesign, eine verlässliche Datenbasis und der Fokus auf einen klar abgegrenzten, kleinen Use Case zum Start."
Der jö Bonus Club nutzt KI, um wiederkehrende Serviceanliegen effizienter zu bearbeiten und Kund:innen schneller gezielte Unterstützung zu bieten. Als einer der ersten Agentforce-1000-Piloten in Österreich setzt das Unternehmen dabei auf das Zusammenspiel von Servicemitarbeiter:innen und KI-Agenten. Moritz Walch (Leitung zentraler Kundenservice "Unser Ö-Bonus Club") dazu: "Wir schauen uns laufend um, entwickeln neue Ideen und arbeiten gleichzeitig daran, jene Lösungen weiterzuentwickeln, die bereits im Einsatz sind. Also wir arbeiten schon mit einem Agentforce-Bot direkt an den Kund:innen und der muss jetzt wachsen und sich weiterentwickeln."
"Die ausgezeichneten Initiativen zeigen, welches Potenzial entsteht, wenn moderne Technologien sinnvoll eingesetzt und datenbasierte Erkenntnisse klug genutzt werden – von effizienteren Abläufen bis hin zu neuen Formen der Interaktion. Die Entwicklung hin zu einem Agentic Enterprise nimmt auch hierzulande spürbar Fahrt auf, und wir blicken mit großem Interesse auf die nächsten Schritte", so Manuela Mohr-Zydek abschließend.
Unsere Interviewpartner:innen
Neben Manuela Mohr-Zydek (Country Lead Salesforce Austria), Daniel Kern (Leitung Organisation Kastner & Öhler), Christian Kaimel (Global Head of Salesforce Platform AVL List), Stefan Müller (Head of Marketing IT, Egger Group) und Moritz Walch (Leitung zentraler Kundenservice "Unser Ö-Bonus Club") holte LEADERSNET.tv auch noch Nino Bergfeld (Industry Lead CG & Retail Central EMEA Salesforce), Laura Plangger (Wolt Austria GmbH) und Florian Kraft (General Manager Consulting Plan.Net) vor die Kamera.
Eindrücke finden Sie zudem in unserer Galerie.
www.salesforce.com
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