Fotos & Video vom CFO Forum 2026 in Stegersbach
Über 200 CFOs und CEOs suchten Antworten auf neue wirtschaftliche Realitäten

Heimische C-Level-Entscheider:innen diskutierten auf Einladung von Business Circle beim CFO Forum über Wachstum in einer zunehmend fragmentierten Welt. LEADERSNET.tv sprach mit dem Initiator, Wirtschaftsexperten und Manager:innen über geopolitische Risiken, Energiefragen und die Zukunft des Standorts Europa.

In diesem Jahr stand das CFO Forum 2026 ganz im Zeichen einer Welt im Umbruch – und der Frage, wie Unternehmen unter veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen Wachstum generieren können. Mehr als 200 Top-Entscheider:innen folgten der Einladung von Business Circle ins burgenländische Stegersbach, um über Strategien in einer zunehmend fragmentierten globalen Ordnung zu diskutieren. Unter dem Leitthema "Wachstum im Zeitalter der Konfrontation" rückte eine zentrale Fragestellung in den Mittelpunkt: Wie lässt sich wirtschaftliche Expansion in einem Umfeld erreichen, das von Unsicherheit, geopolitischen Spannungen und sich wandelnden Spielregeln geprägt ist?

Gerhard Pichler, CEO von Business Circle, hat das Forum zu einem jährlichen Treffpunkt für CEOs und CFOs positioniert und einen Raum für intellektuelle Offenheit, kritischen Diskurs und ehrliche Debatten geschaffen. Zu LEADERSNET.tv sagte der Initiator: "Unser heuriges Motto lautet Wachstum im Zeitalter der Konfrontation und rund 200 C-Level Executives der österreichischen Wirtschaft tauschen sich darüber aus, wie man in einer Welt, die sich nicht mehr an die Spielregeln hält, wächst." Das Besondere am Forum sei, so Pichler, dass hier Führungspersönlichkeiten aufeinandertreffen, die bewusst den offenen Diskurs suchen und "mitunter auch Widerspruch als Erkenntnisgewinn betrachten".

Geopolitik als neue wirtschaftliche Realität

Die inhaltliche Klammer der zweitägigen Veranstaltung bildeten die tiefgreifenden geopolitischen Verschiebungen, die zunehmend zum bestimmenden Faktor unternehmerischer Entscheidungen werden. Konflikte, neue Machtzentren und fragile Allianzen verändern nicht nur Märkte, sondern auch Investitionslogiken und Lieferketten.

Im Rahmen mehrerer Keynotes und Panels wurde deutlich, dass sich Unternehmen verstärkt in einer multipolaren Welt positionieren müssen. Klassische Wachstumsmodelle stoßen dabei an ihre Grenzen, während strategische Resilienz und Anpassungsfähigkeit in den Vordergrund rücken.

Der Ökonom Lars P. Feld (Lehrstuhldirektor für Wirtschaftspolitik und Ordnungsökonomik Universität Freiburg & ehemaliger Wirtschaftsweiser) zeigte sich gegenüber LEADERSNET.tv in seiner Analyse vorsichtig optimistisch. Europa könne sich in der aktuellen Situation durchaus neu aufstellen und an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen, erklärte er. Es gebe bereits "sehr viel Bewegung", auch wenn Reformen naturgemäß komplex seien, da sie auf Ebene der Mitgliedsstaaten umgesetzt werden müssten. Er sei gespannt, welche konkreten Ergebnisse daraus hervorgehen würden.

Energie, Transformation und neue Wachstumslogiken

Ein weiterer zentraler Themenkomplex betraf die Transformation der Energieversorgung. Steigende Kosten, regulatorische Anforderungen und geopolitisch bedingte Unsicherheiten stellen Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen.

Gleichzeitig wurde die Energiewende vielfach als strategische Chance interpretiert. Innovationen in erneuerbaren Energien, Effizienzsteigerungen und neue Technologien könnten nicht nur zur Dekarbonisierung beitragen, sondern auch neue Wachstumsfelder erschließen.

Barbara Potisk-Eibensteiner, CFO der Österreichischen Post, verwies auf die doppelte Herausforderung: Einerseits gelte es, geopolitische Risiken aktiv zu managen, andererseits bleibe das Thema Energie zentral. Sie betonte: "Wenn wir energieautark werden wollen in Europa, dann ist die grüne Energie ein probates Mittel." ESG-Aspekte müssten daher weiterhin konsequent verfolgt werden – weniger im Reporting als vielmehr in der konkreten Umsetzung.

Standort Europa unter Druck

Auch die Wettbewerbsfähigkeit Europas und Österreichs stand im Fokus der Diskussionen. Hohe Kostenstrukturen, regulatorische Anforderungen und globale Konkurrenzsituationen erfordern laut den Teilnehmer:innen eine klare strategische Ausrichtung.

Felix Strohbichler, CFO von Palfinger, plädierte für ein stärkeres europäisches Selbstverständnis. Europa brauche "klares Leadership", eine gemeinsame Vision und strategische Klarheit. Es gehe darum, sich auf jene Prinzipien zu besinnen, die den Kontinent stark gemacht hätten – darunter Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung und Vertragstreue.

In ähnlicher Weise wurde in mehreren Panels betont, dass langfristige Wettbewerbsfähigkeit nur durch ein Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Innovation gesichert werden könne. Investitionen in neue Technologien, digitale Souveränität und industrielle Kooperationen gelten dabei als zentrale Hebel.

Austausch, Vernetzung und neue Perspektiven

Neben den inhaltlichen Schwerpunkten spielte auch der persönliche Austausch eine wesentliche Rolle. Das CFO Forum versteht sich seit über zwei Jahrzehnten als Plattform für offenen Dialog auf Augenhöhe – ein Anspruch, der auch heuer deutlich spürbar war.

Sonja Wallner, CFO der A1 Telekom Austria Group, hob die Bedeutung dieses Netzwerks hervor. In einem zunehmend volatilen Umfeld seien viele Unternehmen mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. Gleichzeitig biete das Forum die Möglichkeit, bekannte Gesichter wiederzutreffen, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse mitzunehmen, so Wallner zu LEADERSNET.tv.

Im Programm spiegelte sich diese Vielfalt wider: Von geopolitischen Analysen über Kapitalmarktperspektiven bis hin zu Fachforen zu Energie, Digitalisierung, Defense & Security sowie Governance reichte die Bandbreite der Themen. Auch Fragen der digitalen Transformation – etwa im Kontext von Künstlicher Intelligenz und digitaler Souveränität – wurden intensiv diskutiert.

Fazit und Ausblick

Das CFO Forum 2026 hat einmal mehr gezeigt, dass gerade in Phasen der Unsicherheit der Austausch zwischen Entscheidungsträger:innen ein zentraler Faktor für Orientierung und strategische Weichenstellungen ist.

Mit der 24. Ausgabe am 8. und 9. April 2027 wird das CFO Forum seine Rolle als strategische Denkplattform weiter fortsetzen. In einer Zeit, in der wirtschaftliche und geopolitische Gewissheiten zunehmend erodieren, gewinnt der offene Diskurs über neue Wachstumsmodelle, Risiken und Chancen weiter an Bedeutung.

Video-Interviews

Neben Gerhard Pichler, Lars P. Feld, Barbara Potisk-Eibensteiner, Felix Strohbichler und Sonja Wallner holte LEADERSNET.tv noch Herwig Fritzl, Managing Partner PM Factory Consulting, Monika Rosen, Börsenexpertin & Vizepräsidentin Österreich-Amerikanische-Gesellschaft, Valerie Brunner, Mitglied des Vorstandes Raiffeisen Bank International, Martina Dutzler, CFO P&C AT, Gerhard Marterbauer, Partner Deloitte, Peter Ertl, Partner KPMG, Michael Juen, Managing Director & Partner SLG Treasury, Martin Kreutner, Jurist, Sozialwissenschaftler & First Dean (emeritus) IACA, Georg Kapsch, Geschäftsführer Kapsch Group & CEO Kapsch TrafficCom AG, Clemens Hasenauer, Managing Partner Cerha Hempel, Karin Grün, Chief Country Officer Deutsche Bank, Silvia Angelo, Vorständin ÖBB-Infrastruktur, Barbara Potisk-Eibensteiner, CFO Post, Peter Skerlan, CFO Frequentis, Agatha Kalandra, Partnerin, Leiterin Clients & Markets Wien, PwC Austria, sowie Mario Heinisch, geschäftsführender Gesellschafter Funk International Austria, vor die Kamera

Fotos vom CFO Forum 2026 sehen Sie in der Galerie.

www.businesscircle.at/cfo-forum

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