Investmenttipps zum Weltfondstag 2026
Anlagestrategien zwischen ETF-Boom und aktivem Management

| Tobias Seifried 
| 16.04.2026

Zum Weltfondstag 2026 zeigt sich, dass Investmentfonds in Österreich weiter an Bedeutung gewinnen. Entscheidend bleibt eine ausgewogene Strategie – und das Bewusstsein, dass jede Veranlagung mit Risiken verbunden ist.

Der Weltfondstag, der jährlich am 19. April gefeiert wird, erinnert an den Fonds-Pionier Abraham van Ketwich, der bereits 1774 das Prinzip der Risikostreuung erkannte. Seither hat sich die Geldanlage grundlegend gewandelt – von einfachen Sparformen hin zu breit diversifizierten Investmentlösungen.

"Der Weltfondstag zeigt eindrucksvoll, wie sich die Geldanlage verändert hat: Von der Sparbüchse über das klassische Sparbuch bis hin zu breit diversifizierten Investmentlösungen. Gerade in Zeiten von Inflation und volatilen Märkten ist professionelle Finanzplanung wichtiger denn je", erklärt Guido Küsters, Geschäftsführer des Österreichischen Verbands Financial Planners (AFP).

Wachsende Bedeutung

Aktuelle Zahlen unterstreichen jedenfalls die wachsende Bedeutung von Fonds. Laut Finanzmarktaufsicht (FMA) erreichte das Vermögen österreichischer Investmentfonds Ende 2025 mit 246,4 Milliarden Euro einen Höchststand. Das entspricht einem Plus von 6,8 Prozent bzw. 15,7 Milliarden Euro. Netto flossen rund 6,05 Milliarden Euro zu, insbesondere in Aktien- und Rentenfonds. Nachhaltige Fonds machen mit 123,6 Milliarden Euro bereits rund die Hälfte des Gesamtvolumens aus.

Gleichzeitig bleibt das Anlagepotenzial hoch. So lag das Finanzvermögen österreichischer Privathaushalte zur Jahresmitte 2025 bei rund 936,7 Milliarden Euro, wobei 36 Prozent in Einlagen wie Girokonten oder Sparbüchern gebunden sind. Wertpapiere machen etwa 21 Prozent aus.

Tipps für Einsteiger:innen und "alte Hasen"

Für Einsteiger:innen gelte Finanzexpert:innen zufolge ein früher Einstieg als entscheidend. Regelmäßige Investitionen über längere Zeiträume können Marktschwankungen abfedern und den Vermögensaufbau unterstützen. Küsters betont, es sei sinnvoll, "professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, um eine passende Strategie zu entwickeln und typische Anfängerfehler zu vermeiden".

Erfahrenen Anleger:innen raten die Expert:innen, ihre Portfolios regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen, ohne die langfristige Strategie grundlegend zu verändern. In einem unsicheren Umfeld gewinne aktives Risikomanagement an Bedeutung. Der Mehrwert qualifizierter Finanzplaner:innen zeige sich insbesondere in komplexen Marktphasen, so Küsters.

Niedrige Kosten versus Flexibilität

ETFs haben sich als kostengünstige und transparente Instrumente etabliert, da sie Indizes passiv nachbilden, sind jedoch vollständig von der Marktentwicklung abhängig. Aktiv gemanagte Fonds ermöglichen es hingegen, flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren und Risiken aktiv zu steuern – allerdings zu höheren Kosten. Küsters erklärt, bei aktiv gemanagten Fonds stehe "ein:e verantwortliche:r Expert:in oder ein Team dahinter", was gerade in unsicheren Zeiten stabilisierend wirken könne.

Breit diversifizierte Fonds bieten stabilere Entwicklungen und eignen sich besonders für langfristig orientierte Anleger:innen. Spezialisierte Fonds können höhere Renditechancen eröffnen, sind jedoch meist mit stärkeren Schwankungen verbunden.

Durchdachte Kombination und Risikobewusstsein

Ein einheitliches Erfolgsrezept gibt es nicht. Fonds gelten führenden Finanzexpert:innen zufolge grundsätzlich als sinnvolle Anlageform, wobei aktiv gemanagte Produkte Flexibilität bieten, während ETFs vor allem durch geringe Kosten überzeugen. Entscheidend sei eine durchdachte Kombination verschiedener Ansätze, so Küsters.

Grundsätzlich gilt: Veranlagungen sind stets mit Risiken verbunden, bis hin zu möglichen Kapitalverlusten.

www.cfp.at

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