Laut aktueller Studie
Freundeskreis und Familie spielen bei der Immobiliensuche weiter mit

Obwohl digitale Kanäle bei der Suche nach dem Eigenheim klar dominieren, hört sich nach wie vor mehr als jede:r dritte Österreicher:in im persönlichen Umfeld um. Zugleich gewinnen Social Media und KI-Tools an Bedeutung.

Obwohl das wirtschaftliche Umfeld weiterhin von Unsicherheiten geprägt ist, lebt der Wunsch nach den eigenen vier Wänden für viele Menschen in Österreich aktuell wieder auf. Der Kauf eines Hauses oder einer Wohnung sind für viele nach wie vor ein großes Ziel, entsprechend intensiv fällt oft schon die Suche nach passenden Angeboten aus. Wie die Österreicher:innen dabei konkret vorgehen, hat eine repräsentative Studie von TQS im Auftrag von s Real Immobilien untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass digitale Angebote zwar klar dominieren, klassische und persönliche Wege aber weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Digitale Kanäle gepaart mit persönlichen Kontakten

Laut der Studie sind Immobilienportale und Websites von Maklerunternehmen hierzulande mit insgesamt 66 Prozent die mit Abstand beliebtesten Kanäle zur Immobiliensuche. Allerdings legen gerade einmal 24 Prozent dort auch ein Suchprofil bzw. einen Suchagenten an. Erst mit deutlichem Abstand folgen Suchmaschinen, die rund drei von zehn Personen (29%) bei der Suche zurate ziehen. Online-Ausgaben von Zeitungen oder Nachrichtenportale spielen dagegen mit gerade einmal zwölf Prozent eine untergeordnete Rolle.

Ähnlich sieht es bei Social Media aus, das heute immerhin 15 Prozent für die Suche nach dem Eigenheim nutzen. Davon greifen zwölf Prozent auf Facebook, vier Prozent auf Instagram und/oder zwei Prozent auf TikTok zurück. KI-Tools wie ChatGPT kommen derzeit bereits auf fünf Prozent. Während sich die Nutzung digitaler Angebote, klassischer Printmedien und persönlicher Kontakte über die Altersgruppen hinweg weitgehend ähnlich verteilt, werden Social Media und KI vor allem von den 18- bis 29-Jährigen deutlich häufiger herangezogen.

Abseits digitaler Kanäle spielen bei der Suche nach einem Haus oder einer Wohnung weiterhin auch persönliche Kontakte und klassische Informationswege eine wichtige Rolle. So hört sich mehr als jede:r dritte Österreicher:in (37%) im eigenen Umfeld bei Freund:innen, Familie und Bekannten um. Ebenfalls beliebt bleiben Aushänge in den Schaufenstern von Maklerbüros, die von 22 Prozent genutzt werden. 21 Prozent informieren sich direkt bei Bauträgern und Projektentwicklern, während 17 Prozent auf gedruckte Zeitungen und Immobilienbeilagen zurückgreifen.

Grafik Immobiliensuche

© TQS/s Real

Vorsicht bei Privatangeboten

"Die Ergebnisse zeigen die hohe Bedeutung digitaler Kanäle für die Immobiliensuche, aber auch, dass persönliche Kontakte nach wie vor relevant sind. Die Mischung macht es", fasst Martina Hirsch, Geschäftsführerin von s Real, zusammen. Social Media und KI-Tools hätten ihr zufolge Potenzial, sofern sie auf professionelle Anbieter:innen verweisen. Bei Privatangeboten sollte man hier allerdings vorsichtig sein: "Wir sehen leider, dass Inserate von Privatpersonen auf Social Media häufig unvollständig sind und die verpflichtenden Angaben fehlen. Wenn kein Profi, also keine Makler:innen oder kein Bauträger, beim Immobilienkauf involviert ist, passiert es häufig, dass relevante Immobilieninformationen oft auch unbeabsichtigt unter den Tisch fallen. Das birgt große Risiken für Verkäufer:innen wie Käufer:innen."

Nichtsdestotrotz ist Anton Holzapfel, Geschäftsführer des Österreichischen Verbands der Immobilienwirtschaft (ÖVI), davon überzeugt, dass Social-Media-Kanäle, Künstliche Intelligenz und digitale Plattformen in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen werden: "Wenn in rund zehn Jahren die nächste Generation an Käufer:innen und Verkäufer:innen in den Markt eintritt, wird sich auch die Rolle der Makler:innen verändern. Sicherheit in Beratung und bei der Entscheidungsfindung zu geben, wird dann noch relevanter." Dementsprechend sei eine laufende Weiterbildung essenziell, wie der Experte betont: "Nicht nur, dass Makler:innen über die rechtlichen Vorgaben Bescheid wissen müssen – sie müssen auch auf das Nutzungsverhalten der Kund:innen vorbereitet sein. Das Leben wird in allen Bereichen digitaler – professionelle, persönliche Beratung wird dabei an Relevanz gewinnen. Für Immobilienprofis ist es auch deshalb unumgänglich, auf dem neuesten Stand zu bleiben und Weiterbildungen zu besuchen."

www.sreal.at

www.ovi.at

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