VOEB-Regionaltagung
Abfallbranche fordert stabile Rahmenbedingungen

| Janet Teplik 
| 12.04.2026

Bei der VOEB-Regionaltagung stand die Vernetzung von kommunalen und privaten Akteuren im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden zeigten auf, wie eine enge Kooperation zum Motor für den Umweltschutz wird und warum wirtschaftlicher Erfolg und ökologische Verantwortung untrennbar zusammengehören.

Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist das Rückgrat einer nachhaltigen Gesellschaft und ein entscheidender Faktor für den Ressourcenschutz. Damit dieser komplexe Kreislauf reibungslos funktioniert, braucht es ein harmonisches Zusammenspiel aller Beteiligten. Wie diese Zusammenarbeit in der Praxis gelingt und welche Weichen gestellt werden müssen, diskutierten erst kürzlich Expert:innen und Branchenvertreter:innen bei der Regionaltagung des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) in Stockerau. 

Im Rahmen der Regionaltagung besuchten die Teilnehmer:innen den Unternehmensstandort FAUN Austria in Stockerau. Das rund 100.000 Quadratmeter große Montage- und Servicezentrum für Abfallsammelaufbauten, Kehrmaschinen und Kanalspülaufbauten steht für die Vielfalt und Innovationskraft österreichischer Kreislaufwirtschaft. 

Bedarf gezielter Anreize 

Im Fokus der Tagung standen die aktuellen Herausforderungen ebenso wie die enge Zusammenarbeit zwischen kommunaler und privater Abfallwirtschaft. VOEB-Präsidentin Gabriele Jüly betonte die Bedeutung stabiler Rahmenbedingungen für die Entsorgungssicherheit in Österreich. "Die Abfallwirtschaft ist eine systemrelevante Infrastruktur. Aber die stark gestiegenen Energie- und Kraftstoffpreise setzen die Betriebe unter Druck. Partnerschaftliche Modelle mit den Kommunen sind daher essenziell", so Jüly. Laut ihr brauche es aber gleichzeitig "wirksame Instrumente zur Steigerung der Abfallsammlung und des Einsatzes recycelter Materialien". 

Sie mahnte: "Die aktuellen Überlegungen zur Plastiksteuer greifen hier zu kurz – sie müssen gezielt Anreize schaffen und eine klare Lenkungswirkung zugunsten von recyceltem Kunststoff entfalten. Für eine nachhaltige Sicherstellung der Entsorgung ist es zudem entscheidend, Verwaltungsvereinfachungen in der Abfallwirtschaft konsequent voranzutreiben."

Zentrale Verantwortung der Abfallwirtschaft 

Ebenfalls vor Ort war auch Christian Macho, Präsident der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände. Als Gastreferent hob er die Kooperation zwischen kommunalen und privaten Akteuren hervor. "Die kommunale Abfallwirtschaft trägt als Teil der Daseinsvorsorge eine zentrale Verantwortung. Die wachsenden Anforderungen an die Sammlung, Verwertung und Krisensicherheit können jedoch nur in starken, langfristig angelegten Partnerschaften bewältigt werden", ist er überzeugt. Wie wichtig dieses Zusammenspiel sei, habe sich laut ihm beim gemeinsamen Umgang mit den Folgen des Hochwassers 2024 in Niederösterreich gezeigt. 

Zu den behandelten Themen gehörte auch die Gefahr zunehmender Brandrisiken durch falsch entsorgte Batterien. Die VOEB-Vorstände Alois Fürnkranz und Nikolaus Stipits sprachen sich im Zuge dessen für die rasche Einführung eines österreichweiten Akku-Cashbacksystems aus. Sie betonten dabei die Dringlichkeit klarer gesetzlicher Rahmenbedingungen beim Abfallende – insbesondere im Bereich Bodenaushub. 

www.voeb.at

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