Eine neue Befragung des Marktforschers YouGov im Auftrag von Galaxus zeigt, dass Ratenzahlungen und Pay-Later-Angebote für viele Menschen in Europa längst zum Einkaufsalltag gehören. Befragt wurden 2.663 Personen zwischen 15 und 79 Jahren in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und der Schweiz. Rund die Hälfte der Befragten in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien nutzt Ratenzahlungen oder Pay-Later-Möglichkeiten. In der Schweiz fällt der Anteil deutlich niedriger aus: Dort greift nur ein Viertel der Befragten auf die Möglichkeit zurück, Produkte und Dienstleistungen später zu bezahlen.
Jede:r zweite Europäer:in und jede:r vierte Schweizer:in kauft jetzt und zahlt später © Galaxus und Yougov
Für viele gehört spätere Bezahlung mehrmals pro Jahr dazu
Wer solche Angebote nutzt, tut das in der Regel nicht nur vereinzelt. In allen fünf Ländern gibt die Mehrheit der Pay-Later-Nutzer:innen an, mehrmals pro Jahr auf Rechnung oder in Raten zu kaufen. In Deutschland und Frankreich trifft das auf vier von zehn dieser Nutzer:innen zu, in der Schweiz auf drei von zehn. Darüber hinaus gibt es auch Gruppen, die deutlich häufiger auf spätere Bezahlung setzen. In Deutschland kauft jede:r fünfte Pay-Later-Nutzer:in monatlich Produkte, die erst später bezahlt werden. Jede zehnte Person tut dies sogar wöchentlich. In Österreich kauft jede:r dritte Pay-Later-User:in monatlich entsprechende Produkte. Am zurückhaltendsten ist die Nutzung in der Schweiz: Dort verwenden vier von zehn Personen BNPL-Lösungen ("Buy Now, Pay Later") nur einmal im Jahr oder noch seltener.
Wer in Raten kauft, tut es meist mehrfach pro Jahr © Galaxus und Yougov
Psychische Belastung ist in der Schweiz am stärksten
Die Auswertung zeigt nicht nur Unterschiede bei der Nutzung, sondern auch bei der empfundenen Belastung. Am stärksten ausgeprägt ist diese in der Schweiz. Dort empfinden 23 Prozent eine starke oder sehr starke psychische Belastung, wenn sie regelmäßig in Raten zahlen.
Schweiz spürt die stärkste Belastung © Galaxus und Yougov
Budgetplanung ist der wichtigste Grund
Warum greifen Konsument:innen zu Buy-Now-Pay-Later-Diensten? Laut Ausswertung ist für die Mehrheit die bessere Planbarkeit ausschlaggebend. "Ich kann die Zahlungen gut in meinem Monatsbudget einplanen" ist in jedem Land die häufigste Antwort. Daneben spielen auch praktische und psychologische Motive eine Rolle. Rund jede:r vierte Nutzer:in europaweit bestätigt, dass Ratenzahlungen bequemer sind. Jede:r Sechste sagt, dass sich Produkte durch die Ratenzahlungen nicht mehr so teuer anfühlen. Bei jedem:r Fünften ist der Grund ein anderer: "Ich kann mir das Produkt / die Dienstleistung sonst nicht leisten". In Frankreich ist dieses Motiv noch stärker verbreitet, dort nennt es sogar jede:r dritte BNPL-Nutzer:in.
Die Mehrheit schätzt die Planbarkeit © Galaxus und Yougov
Technik steht in Europa klar an erster Stelle
Besonders häufig finanziert wird Elektronik. In den befragten EU-Ländern ist sie die wichtigste Produktkategorie für Ratenzahlungen. In Deutschland nennen dies 50 Prozent, in Italien 54 Prozent, in Frankreich 44 Prozent und in Österreich 41 Prozent. Die Schweiz bildet auch hier eine Ausnahme. Dort wird die Kategorie "Auto / Motorrad" häufiger genannt als Elektronik. Eine mögliche Erklärung sei, dass Elektronik in der Schweiz vergleichsweise günstig sei.
Pay-Later-Dienste und Ratenzahlungen vor allem für Elektronik eingesetzt © Galaxus und Yougov
Unterschiede bei Mode und Haushaltsgeräten
Je nach Land zeigen sich auch bei den Warengruppen deutliche Unterschiede. In Österreich und Deutschland nutzt jede:r vierte Befragte Ratenzahlungen für Mode. Dieser Anteil liegt klar über jenem in den anderen Ländern. In Frankreich und Italien wiederum kaufen vier von zehn Befragten Haushaltsgeräte auf Raten. Das ist beinahe doppelt so viel wie etwa in der Schweiz oder in Deutschland.
BNPL wird meist bei höheren Beträgen genutzt
Auffällig ist auch die Schwelle, ab der solche Angebote besonders häufig genutzt werden. In den untersuchten EU-Ländern werden BNPL-Lösungen meist ab 250 Euro verwendet. Das ist dort jeweils die häufigste Antwort. Die Schweiz fällt erneut aus dem Muster: Bei den Eidgenoss:innen liegt die entscheidende Schwelle bei 1.000 Franken.
BNPL startet in der EU meist bei 250 Euro, in der Schweiz bei 1.000 Franken © Galaxus und Yougov
Spätere Zahlung ist kein Randphänomen mehr
In Summe zeichnet die im Auftrag von Galaxus von YouGov durchgeführte Befragung ein klares Bild: Spätere Bezahlung und Ratenkauf sind in Europa breit etabliert, werden vielfach mehrmals pro Jahr genutzt und kommen vor allem bei größeren Anschaffungen zum Einsatz. Zugleich zeigen die Daten, dass sich die Nutzung von Land zu Land deutlich unterscheidet, sowohl bei der Häufigkeit als auch bei den bevorzugten Produktkategorien und bei der subjektiv empfundenen Belastung.
www.galaxus.at
www.yougov.com
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