Real aber fragil
Immobilienpreisspiegel 2026 der WKÖ zeigt eine spürbare Erholung

| Redaktion 
| 27.03.2026

91.000 Transaktionen, ein Zinshausmarkt, der erstmals seit 2022 wieder die Milliardenschwelle knackt, und Wohnimmobilienkäufe mit einem Plus von fast 21 Prozent: Der WKÖ-Immobilienpreisspiegel 2026 zeichnet ein ermutigend gesundes Bild und warnt gleichzeitig vor dem nächsten Absturz, sollten Reformen ausbleiben. 

Nach herausfordernden Jahren zeichnet sich am österreichischen Immobilienmarkt eine Trendwende ab. Der aktuelle Immobilienpreisspiegel 2026 der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) liefert dafür eine klare Datenbasis und zeigt: Der Markt gewinnt wieder an Stabilität.

"Der Immobilienmarkt hat sich 2025 langsam wieder von den Tiefen der vergangenen Jahre erholt", sagte Roman Oberndorfer, Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der WKÖ, bei der Präsentation. Der Immobilienpreisspiegel erscheint bereits zum 37. Mal und gilt als zentrale Orientierung für Unternehmen, Marktteilnehmer und Öffentlichkeit.

Transaktionen steigen deutlich

Besonders sichtbar wird die Erholung bei den Transaktionszahlen: 2025 wurden österreichweit rund 91.000 Immobilienkäufe verzeichnet – ein Plus von 8,98 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Vor allem das Wohnsegment entwickelt sich dynamisch. "Besonders deutlich ist der Anstieg beim Erwerb von Wohnimmobilien: Dieser beträgt satte 20,96 Prozent. Das ist für den Markt und unsere Unternehmen ein durchweg erfreulicher Prozess", erklärte Mario Zoidl, stellvertretender Obmann im Fachverband sowie Berufsgruppensprecher der Immobilienmakler.

Einzig Baulandkäufe zeigen eine gegenläufige Entwicklung – hier wurde ein leichter Rückgang von 3,66 Prozent registriert.

Bestandsimmobilien gewinnen an Bedeutung

Parallel zur steigenden Nachfrage verschieben sich auch die Präferenzen. Bestandsimmobilien rücken zunehmend in den Fokus – nicht zuletzt aufgrund ihres Preisniveaus.

Eigentumswohnungen im Erstbezug verteuerten sich um rund 1,23 Prozent, gebrauchte Immobilien um 1,82 Prozent. Dennoch bleiben Bestandsobjekte mit durchschnittlich 2.278,72 Euro pro Quadratmeter deutlich günstiger als Neubauten, die aktuell bei 3.602,97 Euro pro Quadratmeter liegen."Die Nachfrage nach Bestandsimmobilien wird größer, die Preise ziehen an", fasste Zoidl zusammen.

Auch im Mietsegment zeigt sich eine moderate Aufwärtsbewegung: Neuwertige Mietwohnungen verteuerten sich im Schnitt um 2,04 Prozent und wurden österreichweit durchschnittlich um 9,49 Euro pro Quadratmeter vermietet.

Oberndorfer bewertet diese Entwicklung als stabil: "Wir befinden uns daher 2025 in einem durchweg gesunden Immobilienmarkt, da Angebot und Nachfrage noch in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Das zeigen die Zahlen sehr deutlich."

Zinshausmarkt in Wien über Milliardenmarke

Ein deutliches Signal kommt auch aus Wien. Der Zinshausmarkt hat 2025 mit 348 registrierten Transaktionen ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Gleichzeitig wurde erstmals seit 2022 wieder ein Transaktionsvolumen von über einer Milliarde Euro erreicht.

"Der Wiener Zinshausmarkt sendet mit dem Überschreiten der Milliardenschwelle ein klares Erholungszeichen. Aber nicht nur das Volumen, sondern auch die Anzahl der Transaktionen ist gestiegen. Das ist ein Signal, dass das Vertrauen der Investoren wieder zunimmt", so Eugen Otto, Geschäftsführer von Otto Immobilien.

Vertrauen kehrt zurück mit Vorbehalt

Insgesamt zeigt sich ein Markt, der sich stabilisiert und gleichzeitig neu justiert. "Steigende Transaktionszahlen, moderat gestiegene Preise, verbunden mit realistischen Preisvorstellungen auf Verkäuferseite und ebensolchen Finanzierungsvorstellungen bei Käuferinnen und Käufer – das Vertrauen in den Immobiliensektor ist sichtbar gewachsen. Die Menschen bauen wieder auf Immobilien als stabile und sichere Wertanlage und als Basis für den Vermögensaufbau", zogen Oberndorfer und Zoidl Bilanz.

Doch die positive Entwicklung ist nicht selbstverständlich. Die Branche sieht weiterhin strukturellen Handlungsbedarf – insbesondere im Neubau und bei Sanierungen.

"Ohne rasche Reformen und Gegenmaßnahmen wie einen echten Sanierungs- und Neubauturbo, der Reparatur der Wertsicherungsklausel über Erleichterungen bei kostentreibenden Baunormen, Förderungs- und Rechtssicherheit bis hin zu besseren rechtlichen Rahmenbedingungen, kann sich die Situation am Markt jedoch rasch ins Gegenteil verkehren", warnten Oberndorfer und Zoidl.

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