"Elfi im Zehnten"
ÖBB bauen zum ersten Mal seit fast 50 Jahren wieder Wohnungen für ihre Leute

| Redaktion 
| 26.03.2026

121 neue Mitarbeiter:innenwohnungen, ein 5.200 Quadratmeter großes Grundstück nahe dem Wiener Hauptbahnhof, spezielle Schlafzimmer für Schichtarbeiter:innen und ein Name, der Programm ist.

Auf dem geschichtsträchtigen Areal des "Neuen Landguts", wo einst Triebfahrzeuge gewartet wurden, entsteht bis 2028 moderner, leistbarer Wohnraum für die Belegschaft der Österreichischen Bundesbahnen. Das Baufeld 11 wandelt sich damit von einer industriellen Brachfläche in ein lebendiges Quartier mit Bildungscampus und Parkanlagen. Es ist dies der Neubau im ÖBB Wohnprogramm seit fast 50 Jahren.

Das Wohnhaus trägt den Namen "ELFI im Zehnten", benannt nach Elfriede Tungl, der ersten Bauingenieurin der ÖBB. Eine Pionierin ihrer Zeit, ein Symbol für Mut, technische Exzellenz und gesellschaftliche Verantwortung. 

Schichtarbeit ernst nehmen – auch im Schlafzimmer

Was "ELFI im Zehnten" aus der Masse der Neubauprojekte heraushebt, ist ein Detail, das in der Wohnbauplanung bislang kaum eine Rolle spielte: Schichtarbeit. Mehr als die Hälfte der ÖBB-Mitarbeiter:innen, insgesamt rund 22.600 Menschen, arbeitet im Schichtdienst. Für sie ist guter Schlaf keine Komfortfrage, sondern eine sicherheitsrelevante Voraussetzung.

"Genau deshalb werden im Projekt 'ELFI im Zehnten' rund 20 Prozent der Wohnungen speziell für Schichtarbeiter:innen entwickelt – mit getrennten Schlafbereichen, erhöhtem Schallschutz, flexibler Verdunkelung, optimierter Belüftung und einem Lichtkonzept, das natürliche Schlafrhythmen unterstützt", sagt Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG. "Die ÖBB sind damit das erste Unternehmen Österreichs, das solche Wohnungen systematisch plant und baut."

Paradigmenwechsel im betrieblichen Wohnungsbau

"Die Schaffung von leistbarem Wohnraum ist eines der Ziele unserer Regierung. Mit Mietpreisdeckel und Mietpreisbremse haben wir regulativ eingegriffen. Aber wir dürfen den zweiten wesentlichen Faktor nicht vergessen: die gemeinnützigen und öffentlichen Bauträger drücken mit ihrem Angebot die Preise am ganzen Wohnmarkt. Die ÖBB übernehmen mit diesem Projekt damit nicht nur Verantwortung für ihre Mitarbeiter sondern für ganz Österreich. Sie mobilisieren als Bauherr Wohnraum und nehmen mit moderner und qualitativer Ausgestaltung der Wohnungen, sowie einer Mietpreisregulierung nach klaren internen Vorgaben eine Vorbildfunktion ein,“ sagt Andreas Babler, Vizekanzler und Wohnbauminister.

Auch aus Sicht der Mobilitätspolitik ist das Projekt ein Baustein im Wettbewerb um Fachkräfte. "Projekte wie dieses zeigen, wie wir die Zukunft des Mobilitätssektors aktiv gestalten: Moderne Infrastruktur bedeutet nicht nur gute Züge und verlässliche Verbindungen, sondern auch ein attraktives Lebensumfeld für jene Menschen, die unser System Tag für Tag am Laufen halten. Wenn wir ausgebildete Fachkräfte gewinnen und langfristig binden wollen, brauchen wir genau solche Initiativen. Für mich ist ‚ELFI im Zehnten‘ ein wichtiges Signal dafür, wie die Bahn in Österreich technisch und gesellschaftlich weiter an Stärke gewinnt", betont Peter Hanke.

www.oebb.at

 

 

 

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