Zehn Jahre "Schnitten-Heizung"
Manner versorgt 600 Wiener Haushalte mit Wärme

Seit 2016 nutzt Wien Energie gemeinsam mit dem Traditionsunternehmen die Abwärme aus der Waffelproduktion für das Fernwärmenetz. Die sogenannte "Schnitten-Heizung" gilt als Beispiel für die Nutzung industrieller Abwärme in der Stadt.

Vor nunmehr zehn Jahren ging am traditionsreichen Manner-Standort in Wien-Hernals die sogenannte "Schnitten-Heizung" in Betrieb. Ein Rohrsystem sammelt die heiße Abluft aus dem Backprozess der Waffelöfen und führt sie auf das Dach der Fabrik. Dort wird mit der warmen Luft Wasser erhitzt, das anschließend in das lokale Fernwärmenetz eingespeist wird. Mit einer Leistung von rund einem Megawatt deckt die Anlage den Wärmebedarf von etwa 600 durchschnittlichen Wiener Haushalten. Die Wärme stammt aus einem der größten Waffelbacköfen der Welt, der täglich für die Produktion der bekannten Manner-Schnitten im Einsatz ist.

"Schon vor zehn Jahren haben wir gemeinsam mit Manner gezeigt, wie vorhandene Abwärme effizient für die Wiener:innen genutzt werden kann", sagt Alma Kahler, Geschäftsführerin von Wien Energie. Solche Projekte seien ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer Fernwärmeversorgung, die schrittweise unabhängiger von fossilen Energieträgern werde.

Tradition trifft Technik

Für Manner ist das Projekt Teil der Modernisierung des traditionsreichen Stammsitzes in Hernals. Seit 2012 investierte das Unternehmen rund 40 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung des Standorts. "Mit der Schnitten-Heizung zeigen wir, dass Verantwortung und Innovation zu unserem Selbstverständnis gehören", sagt Manner-CEO Dieter Messner. Die Abwärme der innerstädtischen Produktion leiste seit mittlerweile zehn Jahren einen konkreten Beitrag zur nachhaltigen Wärmeversorgung der Nachbarschaft. Ein Teil der Abwärme wird zudem direkt im Werk genutzt. Dort wird aus der Wärmeenergie Kälte für betriebliche Kühlprozesse erzeugt.

Fernwärme als Schlüssel zur Dekarbonisierung

Die Nutzung industrieller Abwärme ist einer von mehreren Ansätzen, mit denen Wien Energie die Fernwärmeversorgung künftig stärker auf erneuerbare Quellen umstellen will. Auch Großwärmepumpen, Abwärme aus Industrieanlagen oder Rechenzentren sowie geothermische Energie spielen dabei eine Rolle. Der Anteil der Fernwärme am gesamten Wärmebedarf der Stadt soll bis 2040 von derzeit rund 40 auf etwa 56 Prozent steigen. Besonders große Erwartungen setzt die Stadt auf die Tiefengeothermie. Gemeinsam mit der OMV errichtet Wien Energie derzeit die erste Anlage in der Seestadt Aspern, die ab 2028 rund 20.000 Haushalte mit Wärme aus dem Erdinneren versorgen soll.

www.manner.com

www.wienenergie.at

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