Konkursverfahren eröffent
Großinsolvenz in der Transportbranche: 300 Jobs betroffen

| Tobias Seifried 
| 09.03.2026

Hauptgrund sind millionenschwere Rückstände bei Sozialversicherung und Abgaben. Insgesamt werden Verbindlichkeiten von rund 15 Millionen Euro erwartet.

Über das Vermögen der Nothegger Transport Logistik GmbH ist am Montag beim Landesgericht Innsbruck ein Konkursverfahren eröffnet worden. Der Antrag auf Insolvenzeröffnung wurde von der Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) eingebracht, nachdem Beitragsrückstände in Millionenhöhe aufgelaufen waren.

Großinsolvenz

Das 1992 gegründete Unternehmen mit Sitz in St. Ulrich am Pillersee ist im Transportgewerbe tätig und beschäftigt laut Angaben rund 300 Mitarbeiter:innen.  Laut AKV belaufen sich allein die offenen Forderungen der ÖGK zuletzt auf rund 3,18 Millionen Euro. Weitere große Gläubiger sind Banken mit rund 9,25 Millionen Euro sowie das Finanzamt mit etwa 1,8 Millionen Euro. Insgesamt wird daher von Verbindlichkeiten in der Größenordnung von rund 15 Millionen Euro ausgegangen. Nothegger selbst geht im Insolvenzeröffnungsverfahren laut KSV1870 von Verbindlichkeiten in Höhe von rund 7,4 Millionen Euro aus. 

Nach Angaben des KSV1870 dürfte auch die Rückzahlung während der Corona-Pandemie gestundeter Steuern und Sozialversicherungsbeiträge die Liquidität des Unternehmens stark belastet haben. Hinzu kam eine Prüfung der Österreichischen Gesundheitskasse, die Nachforderungen in Millionenhöhe ergab. Bemühungen, die Zahlungsunfähigkeit noch abzuwenden – unter anderem durch Teilzahlungen, den Einstieg eines Investors oder den Verkauf einer Liegenschaft – blieben letztlich erfolglos.

Hohe Aktiva

Den hohen Verbindlichkeiten steht offenbar ein umfangreiches Vermögen gegenüber, insbesondere ein großer Fuhrpark. Der Buchwert der Fahrzeuge lag laut dem Unternehmen zum Jahresende 2024 bei rund 9,7 Millionen Euro. Zusätzlich bestehen über Leasing oder Ratenkauf finanzierte Fahrzeuge mit einem Wert von rund 7,4 Millionen Euro. Zur Vermögensmasse zählen außerdem eine Betriebsliegenschaft in St. Ulrich am Pillersee mit einem geschätzten Wert von etwa 1,9 Millionen Euro, Beteiligungen an verbundenen Unternehmen sowie offene Forderungen gegenüber Kund:innen.

Fortführung offen

Ob das Unternehmen im Insolvenzverfahren fortgeführt werden kann, ist derzeit noch offen. Die Insolvenzverwaltung wird nun prüfen, ob ein Weiterbetrieb ohne zusätzliche Nachteile für die Gläubiger:innen möglich ist und damit gegebenenfalls auch eine Sanierungsperspektive besteht.

Zum Insolvenzverwalter wurde HRR Rechtsanwälte aus Wörgl bestellt. Die Berichts-, Prüfungs- und Gläubigerversammlung ist für den 11. Mai 2026 angesetzt.

www.ksv.at

www.akv.at

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