Österreicher:innen gelten als Genießer:innen – insbesondere, wenn es um Mehlspeisen geht. Besonders beliebt sind dabei Schokokuchen, die in den Kaffeehäusern weit mehr als nur ein Dessert sind. Sie sind Kulturgut, Nationalstolz und ein Stück Identität. Doch während man sich hierzulande sicher war, dass an diesem Goldstandard niemand vorbeikommt, sorgt ein neues internationales Urteil für kollektive Schnappatmung. Denn in einem weltweiten Vergleich der besten Schokoladenkuchen verfehlt das Wiener Aushängeschild weit die Stockerlplätze und hält sich gerade so in der Top 10.
Die zehn beliebtesten Schokoladenkuchen weltweit
Das aktuelle Ranking stammt erneut von der Plattform TasteAtlas, die zuletzt den Länderkampf um die kulinarische Krone ausgerufen hatte (LEADERSNET berichtete). Nun ließen sie Schokoladenkuchen gegeneinander antreten – mit einem bitteren statt süßen Ergebnis für Österreich.
Platz 10: Torta Setteveli (Palermo, Italien)
Die Torta Setteveli ist eine berühmte sizilianische Schokoladentorte, die für ihre raffinierten, perfekt aufeinander abgestimmten Schichten bekannt ist. Sie stammt ursprünglich aus der Region um Palermo und gilt heute als eine der ikonischsten Kreationen der italienischen Patisserie. Sie besteht aus sieben Schichten: Schokoladenbiskuit, Haselnuss-Biskuit, Praliné-Schicht, dunkle Schokoladenmousse, Haselnussmousse, eine weitere Mousse- oder Creme-Schicht und glänzende Schokoladenglasur.
Platz 9: Sachertorte (Wien, Österreich)
Dass es für die Spitze nicht gereicht hat, ist eine Sache – doch der neunte Platz hinterlässt einen bitteren Geschmack. Dabei ist die Sachertorte das Symbol für Wiener Konditorkunst. 1832 von Franz Sacher kreiert, hat sie sich weltweit einen Namen gemacht. Sie besteht aus wenigen, aber harmonischen Komponenten: Schokoladenbiskuit, Aprikosenmarmelade und Schokoglasur.
Mehr Fotos sehen Sie hier.
Platz 8: Mississippi Mud Pie (Mississippi, USA)
Seinen Namen verdankt der Schokoladenkuchen seiner dichten, dunklen Textur, die optisch an den schlammigen Uferschlamm des Mississippi-Rivers erinnert. Im Gegensatz zur Wiener Sacher-Torte setzt der US-Klassiker auf ein opulentes Schichtprinzip. Der Boden besteht dabei aus zerbröselten Schokoladenkeksen oder einem mürben Schokoteig. Die Füllung ist eine extrem dichte Mischung aus Brownie-ähnlichem Kuchen, Schokoladenpudding sowie einer Art Fudge. Und als Topping dient eine fluffige Schicht Obers, Marshmallows oder eine Portion Schokoladensauce.
©Freepik
Platz 7: Torta Garash (Ruse, Bulgarien)
Die Torta Garash ist wohl die Antwort Osteuropas auf die Sachertorte. Kreiert wurde sie Ende des 19. Jahrhunderts vom österreichischen Konditor Kosta Garash. Der Boden besteht aus fünf hauchdünnen Schichten, die ausschließlich aus Eisschnee, Zucker und gemahlenen Walnüssen gebacken werden. Die Füllung ist wiederum eine Creme aus dunkler Schokolade und Sahne. Abgerundet wird der Kuchen schließlich mit einer glänzenden Schokoladenglasur sowie mit grün gefärbten Kokosraspeln, die traditionell zur Verzierung werden.
Platz 6: Torta Tenerina (Ferrara, Italien)
Die Torta Tenerina zeichnet sich durch eine hauchdünne Kruste und einen extrem saftigen, fast cremigen Kern aus. Sie verfügt über einen geringen Mehlanteil und verzichtet auf eine Füllung. Kreiert wurde sie ursprünglich zu Ehren der Königin Elena von Montenegro.
Platz 5: Bolo de brigadeiro (Brasilien)
Der Kuchen gilt als monumentale Version der berühmten brasilianischen Brigadeiro-Pralinen. Die Basis ist ein saftiger Schokoladen-Biskuit, der oft zusätzlich mit Schokoladenmilch oder Sirup getränkt wird, um die typische Feuchtigkeit zu garantieren. Das Herzstück ist die Füllung sowie die Glasur, die aus der legendären Brigadeiro-Creme bestehen – eine Mischung aus Kondensmilch, Butter und Kakaopulver – die eingekocht wird, bis eine klebrig, cremige Konsistenz erreicht ist.
Platz 4: Molten Chocolate Cake (New York, USA)
Der Überraschungseffekt bei diesem Kuchen ist der flüssige Kern. Die Mehlspeise wird nämlich nur kurz gebacken, dass die äußere Hülle stabil ist. Das Innere bleibt aber als warme, flüssige Schokoladensauce erhalten, die herausströmt, sobald man ihn mit dem Löffel ansticht. Er kombiniert damit ein luftiges Soufflé-Äußeres mit einer cremigen Ganache-Füllung.
Platz 3: Chocotorta (Argentinien)
Auf dem dritten Platz und damit auf dem ersten Stockerlplatz ist die Chocotorta. Dabei handelt es sich um einen "No-Bake"-Klassiker, da der Kuchen nicht gebacken, sondern geschichtet wird. Die Basis bilden in Kaffee getränkte Schokoladenkekse. Die Füllung besteht aus zwei Zutaten, die in Argentinien als Grundnahrungsmittel gelten: zum einen Dulce de Leche, sprich karamellisierte Milchcreme, und zum anderen Cream Cheese, also Frischkäse.
Platz 2: Torta Caprese (Capri Island, Italien)
Dieser Kuchen ist das schokoladige Juwel der Insel Capri. Auch er wird ohne Mehl gebacken. Stattdessen bilden gemahlene Mandeln, dunkle Schokolade, Zucker, Butter und Eier die Basis. Dadurch bekommt die Torta Caprese eine fast fudge-artige Konsistenz im Inneren, während die Oberfläche knusprig bleibt.
Platz 1: Kladdkaka (Schweden)
Den ersten Platz sichert sich diese Mehlspeise aus Schweden. Dabei ist der Name Programm, denn "Kladdig" bedeutet so viel wie "klebrig" oder "matschig". Das Geheimnis hinter dieser Textur ist das Auslassen von Backpulver. Dadurch geht der Kuchen nicht auf, bleibt flach und behält einen Kern, der fast wie flüssiges Fudge oder weiches Karamell wirkt. Die Zubereitung ist einfach, denn der Kladdkaka besteht aus Butter, Zucker, Kakao, Mehl und Eier. Alle Zutaten werden nur kurz verrührt und dann gebacken. In Schweden isst man ihn entweder mit einer ordentlichen Portion ungesüßte Schlagobers oder frischen Beeren.
Das gesamte Ranking sehen Sie hier.
www.tasteatlas.com
Kommentar veröffentlichen