Wachstum vor Effizienz
Wie die Top 20 Prozent der KI-Champions den Markt dominieren

| Tobias Seifried 
| 05.05.2026

Laut einer aktuellen Studie setzen Vorreiter die Technologie grundlegend anders ein als der Marktdurchschnitt. Der Schlüssel zum Erfolg klingt relativ banal, erfordert in den Unternehmen aber eine radikale Transformation.

Beim Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) zeigt sich einer Analyse zufolge derzeit eine deutliche Kluft zwischen Experimentierphase und tatsächlichem wirtschaftlichem Erfolg. Laut der aktuellen "AI Performance Study" von PwC konzentrieren sich knapp 74 Prozent des gesamten KI-Wertschöpfungspotenzials auf lediglich 20 Prozent der Unternehmen. Für die globale Analyse wurden laut der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft 1.217 Führungskräfte aus 25 Branchen zu konkreten Umsatz- und Effizienzgewinnen befragt.

Strategischer Fokus auf Geschäftsmodell-Transformation

Den Studienautor:innen zufolge verdeutlichen die Ergebnisse, dass die sogenannten KI-Vorreiter die Technologie grundlegend anders einsetzen als der Marktdurchschnitt. Während viele Betriebe KI primär zur Optimierung bestehender Abläufe nutzen, zielen die Top-Performer auf eine Transformation ihrer Geschäftsmodelle ab. Diese Unternehmen identifizieren demnach zwei- bis dreimal häufiger Wachstumschancen durch Branchenkonvergenz und zeigen sich deutlich offener für Kooperationen außerhalb ihres Kerngeschäfts.

"Viele Unternehmen experimentieren mit KI, aber nur wenige erzielen dabei messbare finanzielle Ergebnisse. Die Vorreiter richten KI konsequent auf Wachstum aus und schaffen die Voraussetzungen, um die Technologie skalierbar und verlässlich umzusetzen", erläutert Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich. Laut Rudolf Krickl sei es entscheidend, die notwendigen Grundlagen zu schaffen, um die Technologie erfolgreich zu skalieren.

Automatisierung trifft auf Verantwortungsbewusstsein

Ein wesentliches Merkmal der Marktführer sei das hohe Maß an Vertrauen in automatisierte Prozesse. KI-Vorreiter überlassen Systemen fast dreimal so häufig Entscheidungen ohne menschliches Eingreifen wie der Rest der Befragten. Dabei kämen verstärkt fortgeschrittene Betriebsmodi zum Einsatz, etwa autonome Systeme oder KI-Lösungen, die komplexe Aufgabenbereiche innerhalb definierter Leitlinien eigenständig bearbeiten.

Dieser hohe Automatisierungsgrad werde jedoch durch Investitionen in die Datenqualität und Governance-Strukturen abgesichert. Die Studie zeigt, dass die Top-Unternehmen 1,7-mal häufiger ein Framework für verantwortungsvolle KI ("Responsible AI") etabliert haben. Zudem verfügen sie überdurchschnittlich oft über ein bereichsübergreifendes KI-Gremium. Diese Maßnahmen führen dazu, dass Mitarbeiter:innen in diesen Organisationen den KI-generierten Ergebnissen doppelt so häufig vertrauen wie in weniger fortgeschrittenen Unternehmen.

Fazit

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Erfolg nicht durch den punktuellen Einsatz einzelner Tools, sondern durch eine tiefgreifende Neugestaltung der Arbeitsabläufe und eine konsequente Ausrichtung auf neue Umsatzquellen erzielt wird.

Weitere Informationen zur Studie gibt es hier.

www.pwc.at

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