Fotos von der Buchpräsentation
APA-CEO Clemens Pig stellte "Welt ohne Wahrheit" vor

| Redaktion 
| 06.05.2026

Nach einem Eingangsimpuls des Autors diskutierte ein Expert:innen-Panel über die zentralen Thesen des Buches. 

Nachdem sich am Montag anlässlich des 80-jährigen Bestehens der Austria Presse Agentur (APA) das Who’s Who der heimischen Medienbranche versammelte und dabei bereits ein erster Einblick in das neue Buch von APA-CEO Clemens Pig gegeben wurde (LEADERSNET berichtete), folgte am Dienstagvormittag die offizielle Präsentation des Werks. Im APA-Pressezentrum stellte Pig sein Buch "Welt ohne Wahrheit" vor und diskutierte gemeinsam mit Expert:innen über die Herausforderungen der digitalen Kommunikationsordnung.

An der Gesprächsrunde beteiligten sich unter anderem Hochschullehrer und Medienwissenschaftler Martin Andree von der Universität zu Köln, Medienberater und ehemaliger Chefredakteur profil Christian Rainer sowie APA-Chefredakteurin Maria Scholl. Moderiert wurde die Veranstaltung von ORF-Journalist Stefan Lenglinger.

Kooperation als Gegenmodell zur Plattformökonomie

Im Mittelpunkt des Buches steht die Frage, wie Medien, Gesellschaft und demokratische Institutionen auf die zunehmende Macht globaler Plattformen reagieren können. Laut Pig brauche es dafür vor allem stärkere Zusammenarbeit innerhalb der Branche.

"Kooperation und Kollaboration sind die Antwort auf die brutale Digitalökonomie, in der wir gelandet sind und deren Lehrsatz lautet: The winner takes it all", betonte der APA-CEO im Rahmen der Präsentation.

Das Jubiläum der APA sei für ihn zugleich Anlass gewesen, sich intensiver mit kooperativen Modellen im Medienbereich auseinanderzusetzen. Dabei verweist Pig insbesondere auf die Veränderungen, die Digitalisierung, soziale Netzwerke und künstliche Intelligenz in den vergangenen Jahren ausgelöst haben.

Auswirkungen auf Demokratie und Öffentlichkeit

In seinem Buch beschreibt Pig die vergangenen Jahre als eine "Dekade der Desillusion". Ereignisse wie die Covid-Pandemie, die zunehmende Verbreitung von Desinformation sowie technologische Entwicklungen hätten die globale Kommunikationsordnung nachhaltig verändert.

Im Zentrum seiner Analyse stehen die Folgen von Algorithmen, Fake News und KI-generierten Inhalten auf demokratische Prozesse und die öffentliche Meinungsbildung. Gleichzeitig thematisiert Pig die wirtschaftlichen Herausforderungen traditioneller Medienhäuser im digitalen Wettbewerb.

Medien als verlässliche Orientierungspunkte

Darüber hinaus spricht sich der APA-CEO für eine europäische Informationsordnung aus, in der Medien weiterhin als glaubwürdige und verlässliche Orientierung dienen sollen. Neben technologischer Innovation gehe es dabei auch um digitale Souveränität und stärkere Kooperation innerhalb der Branche.

Zum Abschluss verwies Pig auf die gesellschaftliche Rolle sozialer Netzwerke, die zunehmend als "digitale Einzelzellen" wirken würden und damit Entwicklungen fördern könnten, die demokratische Systeme unter Druck setzen.

Einen Eindruck vom Cocktailempfang können Sie sich hier und hier machen, von der Buchpräsentation hier.  

www.apa.at

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