Austrian Airlines hat das erste Quartal 2026 mit einem Adjusted EBIT von minus 112 Millionen Euro abgeschlossen. Damit lag das Ergebnis zwar auf Vorjahresniveau, blieb jedoch hinter den eigenen Erwartungen zurück. Positiv entwickelten sich hingegen Umsatz und Auslastung der Flugzeuge.
Als wesentliche Belastungsfaktoren nennt die Fluglinie die Auswirkungen des Iran-Krieges sowie mehrere Starkwetterereignisse zu Jahresbeginn. Verbindungen nach Tel Aviv, Amman, Erbil, Teheran und Dubai bleiben weiterhin ausgesetzt. Gleichzeitig führten gestiegene Kerosinkosten sowie Schnee- und Blitzeis-Ereignisse in Europa zu zusätzlichen Belastungen.
"Neben viel Eis und Schnee zum Jahresanfang haben vor allem die Auswirkungen des Iran-Krieges unser erstes Quartal geprägt. Durch die Streichung von zahlreichen Nahost-Verbindungen und deutlich gestiegene Kosten blieb das Ergebnis hinter unserer Jahresplanung. Trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen sind wir aber für die Sommermonate sehr gut vorbereitet und erwarten einen starken Europa-Reiseverkehr", sagt Austrian-Airlines-CEO Annette Mann.
Laut Mann sollen die höheren Kerosinkosten heuer einen dreistelligen Millionenbetrag ausmachen. Daher bleibe der AUA gar nichts anderes übrig, als diese Zusatzkosten über höhere Ticketpreise an die Passagier:innen weiterzugeben, so die CEO. Um wie viel die Tickets teurer werden, wollte sie nicht verraten. Das hängt natürlich auch von der Flugdauer zur gewünschten Destination ab.
Keine Einschränkungen bei Treibstoffversorgung erwartet
Trotz der anhaltenden Krise im Nahen und Mittleren Osten rechnet Austrian Airlines am Standort Wien derzeit nicht mit Problemen bei der Treibstoffversorgung in den Sommermonaten. Die Situation werde jedoch laufend beobachtet, um auf mögliche lokale Engpässe an einzelnen Destinationen rasch reagieren zu können.
Gleichzeitig verweist die Fluglinie auf ihre Flexibilität zu Beginn des Konflikts. Innerhalb weniger Tage wurden im März rund 20 zusätzliche Flüge zwischen Wien und Bangkok organisiert, um gestrandeten Passagier:innen die Rückreise zu ermöglichen. Zudem führte Austrian Airlines im Auftrag des Außenministeriums Repatriierungsflüge durch.
Flottenerneuerung wird fortgesetzt
Auch die Modernisierung der Flotte schreitet weiter voran, so das Unternehmen. Anfang April wurde die dritte Boeing 787-9 übernommen. Nach Abschluss von Arbeiten an Kabine und Lackierung soll das Flugzeug mit der Kennung OE-LPG ab 1. Juni auf der Langstrecke eingesetzt werden. Für 2026 werden zwei weitere Dreamliner erwartet.
Bis zum Ende des Winterflugplans 2028/2029 soll die gesamte Langstreckenflotte aus zwölf Boeing 787-9 bestehen. Parallel dazu erneuert Austrian Airlines auch die Kurz- und Mittelstreckenflotte. Anstelle von 17 Embraer-Flugzeugen werden sechs zusätzliche Airbus A320neo mit jeweils 180 Sitzplätzen übernommen. Die erste Maschine soll im Sommer 2026 ausgeliefert werden. Langfristig wächst die Airbus-Flotte damit auf 46 Flugzeuge.
Künftig will Austrian Airlines ihre Flotte auf zwei Flugzeugtypen reduzieren: die Airbus-A320-Familie sowie die Boeing-787-9-Dreamliner. Zusätzlich sollen die Flugzeuge der Lufthansa Group schrittweise mit Starlink-Internetzugang ausgestattet werden.
Austrian-Airlines-COO Stefan-Kenan Scheib betont: "Wir freuen uns sehr, dass die Modernisierung der Austrian Flotte voranschreitet und wir heuer insgesamt fünf neue Flugzeuge bei Austrian begrüßen werden. Gleichzeitig bestätigten die Auswirkungen der aktuellen Krise im Nahen Osten sehr deutlich die strategische Entscheidung, in neue Flugzeuge mit deutlich geringerem Treibstoffverbrauch zu investieren."
Standort Wien soll weiter gestärkt werden
Nach Ansicht von Austrian Airlines und der Lufthansa Group bietet der Standort Wien weiteres Wachstumspotenzial. Eine Studie des Economica-Instituts im Auftrag von Aviation Industry Austria kommt zum Ergebnis, dass eine Million zusätzliche Passagier:innen am Flughafen Wien jährlich 75 Millionen Euro Nettowertschöpfung sowie bis zu 950 zusätzliche Arbeitsplätze bringen würden.
Ein zusätzlicher Dreamliner bei Austrian Airlines würde laut Unternehmen zudem rund 350 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Seit Herbst des vergangenen Jahres laufen dazu Gespräche mit Politik und Flughafen Wien. Im Mittelpunkt stehen eine langfristige Luftfahrtstrategie, die Überprüfung lokaler Kostenstrukturen sowie mögliche Effizienz- und Infrastrukturmaßnahmen zur Stärkung des Hubs Wien.
Hohe Pünktlichkeit trotz schwieriger Rahmenbedingungen
Operativ verweist Austrian Airlines auf starke Leistungen im ersten Quartal. Die Fluglinie erreichte Platz zwei im europäischen Pünktlichkeitsranking, im März sogar Rang eins, so die AUA. Auch die Kundenzufriedenheit sei im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen.
Dennoch sieht Annette Mann weiterhin wirtschaftlichen Handlungsbedarf: "Trotz operativer Spitzen-Performance und einer im internationalen Vergleich hohen Flugzeugproduktivität bleibt die Marge von Austrian Airlines bisher etwa 50 Prozent unter dem europäischen Schnitt, während die luftfahrtspezifischen Standortkosten zu den höchsten in Europa gehören. Die unter diesen Rahmenbedingungen erzielbaren Gewinne von zuletzt etwa drei Prozent Marge reichen bei Weitem nicht aus, um im internationalen Wettbewerb langfristig bestehen und Investitionen wie die Flottenerneuerung oder gar Wachstum eigenständig finanzieren zu können. Es besteht also dringender Handlungsbedarf."
Zusätzliche Flüge im Sommer
Für die Sommermonate erweitert Austrian Airlines ihr Angebot. Neu im Flugplan sind Ponta Delgada auf den Azoren, Ohrid in Nordmazedonien, Bergen in Norwegen, Mytilini auf Lesbos, Bastia auf Korsika sowie Bilbao und Alicante in Spanien.
Freigewordene Kapazitäten aufgrund der ausgesetzten Nahost-Verbindungen sollen verstärkt für europäische Urlaubsdestinationen eingesetzt werden. Zusätzliche Flüge gibt es unter anderem nach Palma de Mallorca, Dubrovnik, Barcelona, Nizza und Málaga. Auch Alicante und Bilbao werden häufiger angeflogen. Insgesamt plant Austrian Airlines rund 800 zusätzliche Flüge im Sommer.
www.austrian.com
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