Do-it-Jobs Report 2026
Warum viele Betriebe ihre Fachkräfte selbst vertreiben

| Larissa Bilovits 
| 05.05.2026

Eine neue hokify-Studie zeigt, dass Beschäftigte in Do-it-Jobs vor allem wegen körperlicher Belastung, Stress und mangelnder Planbarkeit wechseln. Besonders groß ist der Druck in Pflege- und Sozialberufen.

Viele Unternehmen suchen händeringend nach Fachkräften. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Do-it-Jobs Report 2026 von hokify (siehe Infobox), dass Mitarbeiter:innen häufig nicht wegen besserer Angebote der Konkurrenz gehen, sondern wegen der Bedingungen im eigenen Betrieb. Zu hohe Belastung, fehlende Entlastung, unplanbare Arbeitszeiten und Entwicklungsmöglichkeiten, die an ihrem Alltag vorbeigehen, werden damit zu zentralen Risikofaktoren für die Mitarbeiterbindung. "Der Fachkräftemangel ist zu einem großen Teil selbst gemacht. Viele Unternehmen verlieren ihre Leute nicht an den Wettbewerb – sondern an ihre eigenen Strukturen", erklärt Jutta Perfahl-Strilka, CEO von hokify.

Arbeitszeit wird zum Bindungsfaktor

Laut der Umfrage nennen 38,4 Prozent der heimischen Beschäftigten und Jobsuchenden in Do-it-Jobs körperliche Belastung und Stress als wichtigsten Wechselgrund – noch vor zu geringem Gehalt (30,6 %). In Pflege- und Sozialberufen geben sogar 69,4 Prozent körperliche Belastung als zentralen Grund an. Aber auch die Arbeitszeit wird zur Entscheidungsfrage: 36,2 Prozent der Befragten würden allein für eine Vier-Tage-Woche bei gleichbleibendem Lohn den Arbeitgeber wechseln. Wer echte Entlastung bietet, kann Beschäftigte laut hokify daher stärker binden als mit symbolischen Benefits. "Das ist eine echte Chance für Arbeitgeber: In Zeiten geringer finanzieller Spielräume für Gehaltserhöhungen wird die strukturelle Entlastung zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil, der nichts kosten muss, außer ein Umdenken in der Organisation", so Perfahl-Strilka.

Bei den gewünschten Benefits führen finanzielle Boni bei Zielerreichung (40,8 %), drei zusätzliche Urlaubstage (30,2 %) und eine zusätzliche Pensionsvorsorge (28,4 %). Zwar wünschen sich 54,6 Prozent zunächst bessere Bezahlung, die wichtigsten Hebel liegen laut hokify aber auch in der Arbeitsrealität: verlässliche Dienstpläne, klare Abläufe und planbare Rahmenbedingungen.

Entwicklung muss zum Arbeitsalltag passen

Nur 13,0 Prozent geben an, an ihrer aktuellen Situation gar nichts ändern zu wollen. Der Großteil der Beschäftigten sieht also durchaus Verbesserungsbedarf – vor allem bei jenen Rahmenbedingungen, die den Arbeitsalltag planbarer und langfristig tragfähig machen. Auch klare Stellenausschreibungen und eine tatsächlich gelebte Work-Life-Balance werden laut Studie zu zentralen Faktoren für Recruiting und Mitarbeiterbindung.

"Es gibt sie, die Hebel für echte Mitarbeiterbindung! Das zeigt sich besonders deutlich beim Thema Entwicklung: Beschäftigte in Do-it-Jobs denken selten in klassischen Karrierestufen. Vielmehr wollen 26,8 Prozent ihr Fachwissen vertiefen, 20,4 Prozent etwas völlig Neues lernen und 18,8 Prozent sich stärker spezialisieren. Wer Weiterbildung hier praxisnah und alltagstauglich gestaltet, nutzt einen oft unterschätzten Bindungsfaktor", macht die hokify-CEO deutlich. Damit rückt Weiterbildung stärker in den Fokus: Viele Beschäftigte wünschen sich keine abstrakten Karriereprogramme, sondern Angebote, die direkt an ihre Aufgaben anknüpfen und im Berufsalltag nutzbar sind.

"Die Loyalität in Do-it-Jobs ist real – und sie wird systematisch verspielt. Durch Schichten, die nicht planbar sind, durch Belastung, die nicht anerkannt wird, durch Entwicklungsmöglichkeiten, die am Alltag vorbeigehen. Arbeitgeber, die genau dort ansetzen, gewinnen den Wettbewerb um Fachkräfte – nicht durch Versprechen, sondern durch Haltung", so Perfahl-Strilka abschließend.

www.hokify.at

Über die Studie

Der Do-it-Jobs Report 2026 von hokify basiert auf einer aktuellen Civey-Erhebung unter 500 Beschäftigten und Jobsuchenden in Do-it-Jobs in Österreich (Jänner 2026, Fehlertoleranz ±4,4 Prozent). Ergänzend werden Vergleichsdaten einer Vorjahreserhebung herangezogen (Civey, April 2025, n=500, AT, ±4,4 Prozent), die zusätzliche Themenbereiche wie Wechselgründe und Arbeitgeberwechsel-Trigger abdeckt. Beide Erhebungen wurden von Civey im Auftrag von hokify durchgeführt und sind repräsentativ aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen.

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Über die Studie

Der Do-it-Jobs Report 2026 von hokify basiert auf einer aktuellen Civey-Erhebung unter 500 Beschäftigten und Jobsuchenden in Do-it-Jobs in Österreich (Jänner 2026, Fehlertoleranz ±4,4 Prozent). Ergänzend werden Vergleichsdaten einer Vorjahreserhebung herangezogen (Civey, April 2025, n=500, AT, ±4,4 Prozent), die zusätzliche Themenbereiche wie Wechselgründe und Arbeitgeberwechsel-Trigger abdeckt. Beide Erhebungen wurden von Civey im Auftrag von hokify durchgeführt und sind repräsentativ aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen.

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