Mit einer Premierenfahrt von Wien Hauptbahnhof nach Wiener Neustadt haben die ÖBB ihr neues Nahverkehrs-Flaggschiff offiziell vorgestellt. Die neuen Cityjet-Doppelstockzüge sollen schrittweise in Wien und Niederösterreich zum Einsatz kommen. Insgesamt investieren die ÖBB laut eigenen Angaben rund 1,5 Milliarden Euro in 109 neue Doppelstockzüge. Die Anschaffung ist Teil des laufenden Investitionsprogramms des Unternehmens, das bis 2030 insgesamt rund 330 neue Züge umfasst.
Ab Ende Juni erste Garnituren
Ab Ende Juni sollen die ersten Garnituren regulär auf der Strecke Wien – Payerbach/Reichenau unterwegs sein. Langfristig ist vor allem die Nord-Süd-Achse in der Ostregion als Einsatzgebiet vorgesehen. Dazu zählen unter anderem Verbindungen über die Nordwestbahn und die Nordbahn bis Wiener Neustadt beziehungsweise Payerbach-Reichenau.
Fokus auf Kapazität und Komfort
ÖBB-CEO Andreas Matthä betonte bei der Präsentation die Bedeutung des Nahverkehrs in der Ostregion. "Gerade in der Ostregion sind besonders viele Menschen mit der Bahn unterwegs, hier erbringen wir rund zwei Drittel unserer gesamten Nahverkehrsleistung", sagte Matthä.
Die neuen Doppelstockzüge würden nicht nur zusätzliche Sitzplätze bieten, sondern auch den Komfort erhöhen. Vorgesehen seien unter anderem großzügige Mehrzweckbereiche für Fahrräder und Kinderwägen sowie barrierefreie Ein- und Ausstiegsbereiche.
Auch Mobilitätsminister Peter Hanke verwies auf die Bedeutung der Bahn für die Verkehrswende. Der Ausbau und die Modernisierung des Bahnnetzes seien ein "klares Bekenntnis", dass diese Aufgabe ernst genommen werde. Zusätzlich investierten die ÖBB Milliardenbeträge in neue Fahrzeuge, um modernen und komfortablen Bahnverkehr anbieten zu können.
Vorteile für Pendler:innen
In Vertretung von NÖ-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner ergänzte der Landtagsabgeordnete Florian Krumböck: "Die Bahn ist für uns in Niederösterreich das Rückgrat im Verkehrsangebot. So gibt es auch mit nahezu 1600 Kilometer Streckenlänge das mit Abstand größte Streckennetz Österreichs. Deshalb freue ich mich, dass es für die Fahrgäste künftig hochmoderne Doppelstockzüge gibt, die nicht nur das Nahverkehrsangebot für neue Pendler:innen deutlich attraktiver, sondern auch die tägliche Fahrt in die Arbeit für die bisherigen Fahrgäste deutlich bequemer machen."
Niederösterreichs Verkehrslandesrat Udo Landbauer sprach von einem weiteren Schritt beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Die neuen Züge würden bis zu 25 Prozent mehr Sitzplätze bieten und damit vor allem auf stark frequentierten Strecken für Entlastung sorgen. Weniger Gedränge und mehr Komfort seien Verbesserungen, "die die Menschen jeden Tag spüren werden", sagte Landbauer.
Auch aus Wien kam Zustimmung. Der Wiener Landtagsabgeordnete Omar Al-Rawi erklärte, Bahn und S-Bahn seien ein wichtiger Standortfaktor für die Bundeshauptstadt. Der neue Cityjet Doppelstock erhöhe Kapazität und Qualität des öffentlichen Verkehrs und stärke damit auch die wirtschaftliche Entwicklung Wiens.
Moderne Ausstattung an Bord
Hersteller Stadler hebt vor allem die technische Ausstattung und Energieeffizienz der neuen Fahrzeuge hervor. Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler erklärte, der Zug kombiniere "modernste Technologie mit höchstem Komfort" und setze neue Maßstäbe bei Umweltfreundlichkeit und nachhaltiger Mobilität. Die neuen Garnituren verfügen unter anderem über barrierefreie Niederflureinstiege, WLAN, Echtzeit-Informationssysteme, Steckdosen mit USB-Anschlüssen sowie Mehrzweckbereiche für Fahrräder, Gepäck und Kinderwägen. Zudem sind Rollstuhlplätze, barrierefreie WCs und Videoüberwachung vorgesehen.
LEADERSNET war bei der Präsentation. Einen Eindruck können Sie sich hier machen.
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