Studie von Dun & Bradstreet
Diese Bundesländer verzeichneten die stärksten Insolvenzzuwächse

Während einzelne Branchen und Regionen deutliche Steigerungen aufweisen, zeigt sich im Baugewerbe eine Entspannung. Gleichzeitig bleibt die Gründungsaktivität hoch.

2025 wurden in Österreich 3.897 Insolvenzen von im Firmenbuch eingetragenen Unternehmen gezählt. Das entspricht laut einer aktuellen Analyse von Dun & Bradstreet einem Plus von sieben Prozent gegenüber 2024. Damit setzte sich der Aufwärtstrend fort, allerdings nicht mehr mit der Intensität der vergangenen Jahre. Nachdem die Insolvenzen 2020 infolge staatlicher Unterstützungsmaßnahmen um 32 Prozent zurückgegangen waren, kam es ab 2022 zu deutlichen Steigerungen im zweistelligen Bereich. 2025 flachte diese Entwicklung erstmals wieder ab.

Als Ursachen gelten eine leichte konjunkturelle Stabilisierung, ein nachlassender Kosten- und Inflationsdruck sowie erste Erholungssignale im zweiten Halbjahr. Ob sich daraus eine nachhaltige Trendwende ableiten lässt, bleibt jedoch offen. Parallel zur Insolvenzstatistik nahm auch die Zahl der Neugründungen zu. Sie stieg um neun Prozent und deutet auf eine weiterhin rege unternehmerische Aktivität hin.

Bundesländer im Vergleich © Dun & Bradstreet

Die Bundesländer im Vergleich

Ein differenziertes Bild zeigt sich in der regionalen Betrachtung. Besonders stark erhöhten sich die Insolvenzen in Tirol mit einem Plus von 26 Prozent, gefolgt von Oberösterreich mit 23 Prozent und Salzburg mit 22 Prozent. In Wien lag der Anstieg bei neun Prozent.

Rückläufig waren die Zahlen hingegen im Burgenland mit minus zwölf Prozent, in Vorarlberg mit minus zehn Prozent, in Niederösterreich mit minus fünf Prozent sowie in der Steiermark mit minus einem Prozent. Kärnten hatte mit 165 im Jahr 2024 und 165 im Jahr 2025 die gleichen Zahlen. 

Diese Entwicklungen stehen im Zusammenhang mit unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen, variierender Kostenbelastung und branchenspezifischen Abhängigkeiten in den einzelnen Bundesländern.

Branchenspezifischer Druck und Entlastung im Bau

Auf Branchenebene verzeichneten Holding- und Investitionsgesellschaften mit einem Plus von 55 Prozent die stärkste Zunahme. Auch das Autogewerbe mit 28 Prozent sowie Personalvermittler:innen mit 27 Prozent meldeten deutliche Steigerungen.

Weitere zweistellige Zuwächse gab es bei Immobilienmakler:innen und -verwaltungen mit 19 Prozent, ebenso bei Unternehmens- und Steuerberater:innen, im Landverkehr, in der Logistik sowie in der IT-Branche.

Entspannung zeigte sich hingegen im Baugewerbe, wo die Insolvenzen um 15 Prozent zurückgingen. Auch persönliche Dienstleistungen mit minus zwölf Prozent sowie der Großhandel mit minus acht Prozent wiesen rückläufige Zahlen auf.

Insolvenzen nach Branchen © Dun & Bradstreet

Gründungsaktivität bleibt hoch

Trotz des weiterhin hohen Insolvenzaufkommens blieb die Zahl der Neueintragungen im Firmenbuch auf Wachstumskurs. 2025 wurden insgesamt 23.314 neue Unternehmen registriert, was einem Zuwachs von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. 

Besonders dynamisch entwickelten sich die Gründungen in Niederösterreich mit plus 15 Prozent, in Oberösterreich mit plus zwölf Prozent und in Vorarlberg mit plus zehn Prozent. Auch Tirol und die Steiermark verzeichneten jeweils ein Plus von neun Prozent, Kärnten kam auf sieben Prozent und Wien auf sechs Prozent. Im Burgenland fiel der Anstieg mit zwei Prozent vergleichsweise moderat aus.

Anspruchsvolles Umfeld bleibt bestehen

"Das wirtschaftliche Umfeld bleibt anspruchsvoll, auch wenn sich das Tempo bei den Insolvenzen zuletzt abgeschwächt hat", sagte Isabella Blüml, Managing Director Österreich bei Dun & Bradstreet und ergänzte:  "Transparente Informationen und verlässliche Vergleichsdaten sind in dieser Phase ein zentraler Faktor, um Risiken einzuordnen und Chancen zu identifizieren."

www.dnb.com

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