Österreich und Kaffee – eine Liebesgeschichte, die sich ständig neu erfindet. Während das klassische Bild der Zeitungsleser:innen bei einer Melange nach wie vor Bestand hat, weht längst frischer Wind durch die Tassen der Nation. Moderne Rostkunst, Lifestyle-Trends und der mobile Genuss haben die traditionelle Kaffeekultur ergänzt und eine Vielfalt geschaffen, die Österreich heute mehr denn je als echte Kaffeenation auszeichnet.
Wie tief diese Wurzeln im Jahr 2026 tatsächlich reichen, belegen nun aktuelle Daten einer repräsentativen Erhebung zum Kaffeekonsum – durchgeführt von Tchibo. Die Ergebnisse zeigen, dass die Leidenschaft für das schwarze Gold so lebendig wie eh und je ist, sich jedoch spürbar mit den Generationen wandelt.
Österreich, eine Kaffeenation
Durchgeführt wurde die Untersuchung im Februar 2026 mit insgesamt 1.143 Österreicher:innen im Alter von 15 Jahren und älter. Deutlich wurde dabei, dass über 70,7 Prozent der Befragten täglich oder mehrmals täglich Kaffee trinken. Die Generation X (46–61 Jahre) gilt dabei mit durchschnittlich 3,06 Tassen und damit am meisten pro Tag als "vieltrinkende Frühaufsteher:innen". 44,7 Prozent von ihnen starten bereits vor sieben Uhr mit ihrem ersten Kaffee, was zeigt, dass sie Kaffee am tiefsten in ihre Morgenroutine integriert haben. Mit 2,74 und 2,59 Tassen Kaffee am Tag folgen gleich darauf die Millennials (30–45 Jahre) und Babyboomer (62–80 Jahre). Männliche Befragte greifen zudem häufiger zum Heißgetränk als Frauen (Männer: 2,84 % vs. Frauen: 2,4 %).
Die österreichische Leidenschaft für das schwarze Gold zeigt sich auch an folgendem Ergebnis: 42,4 Prozent aller Befragten können sich ihren Tag ohne Kaffee kaum vorstellen. Doch während die früheren Generationen ihn als fixes Morgenritual zelebrieren, integrieren ihn die Jungen flexibler in ihren Alltag – zum Beispiel unterwegs, im Café, als bewussten Genussmoment oder schlechtweg als gezielten Energy-Boost. Generell trinkt die Gen Z (15–29 Jahre) mit 1,81 Tassen am Tag am wenigsten Kaffee von allen.
Salzburg und Kärnten an der Spitze
Geografisch zeigen sich beim Kaffeekonsum regionale Unterschiede. So trinken in Kärnten etwa 85,4 Prozent täglich oder mehrmals täglich Kaffee, gefolgt von Salzburg (82,1 %), der Steiermark (80,3 %), Oberösterreich (73,5 %), dem Burgenland (73 %) und Wien (70,3 %). Die Schlusslichter bilden Niederösterreich (61,2 %), Tirol (58,7 %) und Vorarlberg (57 %).
Bei der Mengenangabe ergibt sich jedoch ein anderes Bild. Hier führt Salzburg mit 2,9 Tassen pro Tag das Ranking an, gefolgt von Tirol (2,81), dem Burgenland (2,78), Oberösterreich (2,73 %), der Steiermark (2,69) und Vorarlberg (2,63). Kärnten (2,5), Wien (2,48) und Niederösterreich (2,45) nehmen die letzten Plätze ein.
Was in den Tassen landet
Die Frage nach der Art des Kaffees, der regelmäßig konsumiert wird, beantworteten 44,3 Prozent der Gen Z mit Cappuccino und 41,6 Prozent mit Latte macchiato. Millennials hingegen sind mit 41,6 Prozent mehrheitlich Caffé Crema bzw. Verlängerter-Trinker:innen, während die Babyboomer mit 33,1 Prozent vermehrt zum Espresso greifen.
Generell liefern sich in der Gesamtheit Cappuccino und Caffè Crema bzw. Verlängerter ein Kopf-an-Kopf-Rennen. So gaben 34,9 Prozent aller Befragten an, Cappuccino zu konsumieren, während Caffé Crema bzw. Verlängerter von 34,3 Prozent angeführt wurde. Am wenigsten beliebt ist die Kaffee-Art Cold-Brew. Der Höchstwert geht hier an die Gen Z mit 6,5 Prozent, gefolgt von den Millennials mit 3,7 Prozent.
Danach gefragt, was in der Regel dem Kaffee hinzugefügt wird, gaben 60,7 Prozent tierische Milch an, 15,8 Prozent pflanzliche Milchalternativen, 11,3 Prozent Geschmackszusätze und nur 10,1 Prozent Süßungsmittel. 31,3 Prozent der Befragten trinken ihren Kaffee ausschließlich schwarz.
Die Art der Zubereitung
Wenn es um die Zubereitung geht, vertraut der Großteil der befragten Österreicher:innen auf Vollautomaten. Insbesondere in Haushalten mit vier Personen und mehr darf das Gerät nicht fehlen (59,2 %), während Ein-Personen-Haushalte vermehrt auf die Kapselmaschine zurückgreifen (34,2 %). In Haushalten, in denen ab zwei Personen leben, sind hingegen die Espressokanne für die Herdplatte (12,7 %) und Siebträgermaschine gefragt (11,2 %). Die geringste Beliebtheit verzeichnen Aeropress, die Cold-Brew-Kanne und Chemex.
Ort des Konsums
Das eigene Zuhause dient dabei 86 Prozent als "privates Café", gefolgt von der Arbeit (39,6 %) und dem echten Kaffeehaus (25,5 %). Auch wenn die Gen Z ihren Kaffee wie alle Generationen ebenfalls bevorzugt in den eigenen vier Wänden trinkt, zeigt sich ein deutlich mobileres Konsumverhalten. So kaufen etwa 94,2 Prozent der jungen Kaffeetrinker:innen Coffee to go (Millennials 30–45 Jahre: 78,7 %, Gen X 46–61 Jahre: 62 %, Babyboomer 62–80 Jahre: 50,8 %). Doch auch das Kaffeehaus ist bei Jüngeren aufgrund der Möglichkeit für Gespräche und Verabredungen sichtlich beliebt und kommt auf einen Umfragewert von 78,6 Prozent (Babyboomer: 74,5 %, Gen X: 73,3 %, Millennials: 72,8 %).
Gleichzeitig nutzt die Gen Z Kaffee strategisch als Produktivitäts-Tool. Während 41,9 Prozent der jungen Generation Kaffee gezielt zur Konzentrationsförderung einsetzen, sehen nur 10,2 Prozent der Babyboomer diese Funktion. Das heißt, für junge Menschen ist Kaffee nicht nur Genuss, sondern auch ein funktionaler Begleiter im Alltag - 24,2 Prozent verbinden ihn daher auch mit Produktivität; bei den Babyboomern sind es lediglich 1,4 Prozent. Dafür zeigen sich die 60-bis 80-Jährigen überzeugt, dass Kaffee für sie keine spürbaren Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden hat (50,8 %).
Bedeutung des Preises
Ein weiteres Ergebnis der Analyse zeigt, dass sowohl die Millennials als auch die Gen Z ihren Kaffeekonsum einschränken würden, wenn der Preis ihr persönlich dafür ausgewähltes Budget überschreitet (Gen Z: 69,7 %, Millennials: 57,7 %). Bei den Babyboomern hält man hingegen am schwarzen Gold fest. Hier würden lediglich 39,2 Prozent aufgrund der Finanzen auf Kaffee verzichten und bei der Gen X nur 47 Prozent.
Von allen Befragten wären auch nur 1,4 Prozent bereit, für ein Kilo Kaffee 40 Euro und mehr auszugeben. Ganze 3,8 Prozent könnten sich mit einem Preis um 30 Euro arrangieren. Die Mehrheit stimmt jedoch Kosten von zehn bis 14,99 Euro zu. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang auch das Ergebnis, dass 72,6 Prozent der Teilnehmer:innen nicht bereit wären, Kaffee zu trinken, der nicht natürlich gewachsen ist, sondern im Labor hergestellt wurde und 41,8 Prozent würden keinen Kaffee probieren, den eine Künstliche Intelligenz gemischt hat. Ob das Heißgetränk dabei von einem Roboter serviert wird, stört 41, 9 Prozent nicht. Wichtig scheint nur, dass der Kaffee klassisch und nicht nach Aromen wie Vanille oder Karamell schmecken darf (Pro Aroma: 18,7 %, dagegen: 65,1 %).
Einen Überblick über die wichtigsten Ergebnisse finden Sie in der Infobox. Die gesamten Kaffee-Fakten stehen wiederum hier zur Verfügung.
www.tchibo.com
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