Neue Studie der Uni Graz
Jeder Euro für den Klimaschutz ist sinnvoll investiertes Geld

Eine aktuelle Studie der Universität Graz belegt, dass sich der Einsatz von öffentlichem Geld zum Schutz des Klimas wirtschaftlich rechnet. So zeigten die Forschenden des Wegener Centers etwa auf, dass Investitionen in grüne Technologien nicht nur Emissionen senken, sondern als massiver Konjunkturmotor fungieren. 

Österreichs selbst ernanntes Ziel war es, bis 2040 die Klimaneutralität zu erreichen. Allerdings brachte das Jahr 2025 massive Budgetkürzungen mit sich, die auch den Klimabereich betrafen. Geplant sind etwa Einsparungen von rund 2,69 Milliarden Euro im Umwelt- und Klimabudget, maßgeblich durch das Auslaufen des Klimabonus in Höhe von 1,8 Milliarden Euro. Das bedeutet, dass trotz angestrebter Treibhausreduktion (36 %) bis 2030 (gegenüber 2025) durch fehlende Maßnahmen mögliche Ausgleichszahlungen an die EU drohen. Dabei ist jeder in den Klimaschutz investierte Euro von wirtschaftlichem Nutzen, wie Forschende der Universität Graz erst kürzlich mit einer neuen Studie zum Ausdruck brachten.

Doppelte Belastung für die öffentliche Hand

Laut den Wissenschaftler:innen des Wegener Centers helfe Investieren statt Sparen. "Unsere Analysen zeigen, dass sich Schutzmaßnahmen mittelfristig mehr als auszahlen", so Erstautorin Eva Preinfalk. Die öffentliche Hand sei daher gleich doppelt belastet, denn Dürren, Überschwemmungen oder Waldbrände dotieren zum einen den Katastrophenfonds, der Betroffene entschädigt und den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur finanziert. Und zum anderen entgehen dem Fiskus wertvolle Steuereinnahmen, wenn Ernten ausfallen oder die Produktivität hierzulande sinkt. 

Österreich investiert bereits jährlich rund 600 Millionen Euro in die Klimawandelanpassungen – etwa in Schutzbauten oder Renaturierung. "Diese Gelder haben wir den durchschnittlich zu erwartenden Schäden durch Klimafolgen bis 2050 gegenübergestellt", erklärt Preinfalk. "Die Modellierung zeigt eindeutig, dass sich die Ausgaben für den Staatshaushalt rentieren", appelliert sie. Mit Anpassung sind Steuereinnahmen pro Jahr um 1,7 Milliarden Euro höher als in seinem Szenario ohne zusätzliche Investitionen, heißt es. Sparmaßnahmen in diesem Bereich würden demnach mittelfristig zu wesentlich höheren Kosten führen. 

Anpassung an Veränderungen

Der menschengemachte Klimawandel brachte Österreich 2024 eine verheerende Hochwasserkatastrophe, die zahlreiche Privathaushalte, Bauernhöfe, Unternehmen sowie ähnliche Einrichtungen und die Infrastruktur betraf. Neben einer Vielzahl an Straßen wurde dabei die Westbahnstrecke in Mitleidenschaft gezogen (LEADERSNET berichtete). Die geschätzten Gesamtschäden des Hochwassers beliefen sich auf rund 1,3 Milliarden Euro. Daraus gelernt, strebt Österreich an, sich landesweit gegen derartige Naturkatastrophen zu wappnen. "Mit steigender Intensität der Unwetter ist es allerdings absehbar, dass bestehende Schutzniveaus immer öfter überschritten werden", warnt Preinfalk. Eine Anpassung müsse dabei aber nicht zwangsläufig teuer sein, wie die Wissenschaftlerin erklärt: "Es würde viel helfen, gezielte Maßnahmen in der Planung von Neubauten, bei der Sanierung bestehender Infrastruktur oder auch in der Land- und Forstwirtschaft stärker zu berücksichtigen." Aber auch Informationskampagnen – etwa im Gesundheitsbereich – würden einen relevanten Beitrag leisten. 

Angesichts der Folgekosten in Milliardenhöhe pro Jahr durch Untätigkeit macht die Untersuchung der Universität Graz deutlich, dass Abwarten wohl die teuerste aller Optionen ist. Somit dürfen Gelder für Klimaschutz nicht als Luxusgut betrachtet werden, sondern als rentable Investitionen, die nicht nur CO₂-Emissionen senken, sondern auch das BIP steigern können. Das heißt, indem Österreich jetzt gezielt in grüne Technologien und Co. investiert, wandelt man hier ökologische Notwendigkeiten in einen kraftvollen Konjunkturmotor für Österreich um. 

www.wegcenter.uni-graz.at

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