Schwerpunkt
Das plant die Süßwaren-Branche für 2026

| Johannes Lau 
| 21.01.2026

Die Kölner Messe ISM, die Anfang Februar in Köln über die Bühne geht, ist der größte Branchentreff für Süßwaren- und Snackhersteller. Zu diesem Anlass befragte KEYaccount hiesige Produzenten zum Status quo.

Naschkatzen läuft schon das Wasser im Mund zusammen: Vom 1. bis zum 4. Februar ist Köln wieder für ein paar Tage der süße Nabel der Welt – hier öffnet nämlich wieder die Internationale Süßwarenmesse (ISM) ihre Pforten. Rund 1.600 Aussteller aus 74 Ländern werden sich hier heuer präsentieren, die zusammen die gesamte Wertschöpfungskette von Rohstoffen über Produktion bis zur Verpackung wie auch die ganze Vielfalt des Sortiments der Süßwaren- und Snackprodukte abbilden. "Mit der 55. Ausgabe baut die ISM ihre Position als inhaltliche Impulsgeberin der Branche weiter aus", erklärt ISM-Direktorin Sabine Schommer vorab. "Ein klarer Fokus auf relevante Zukunftsthemen und ein hochwertiges Eventprogramm machen die ISM zu einer zentralen Orientierungsplattform für den gesamten Markt. Durch gezielte Eventisierungs-Maßnahmen entwickeln wir das Messeerlebnis konsequent weiter und schaffen zusätzliche Anknüpfungspunkte, um neue Zielgruppen anzusprechen." Ein neues Format, dass bereits im Vorfeld vollständig ausgebucht war, ist etwa die ISM Ingredients, eine eigenständige Plattform für Anbieter von Rohstoffen, Zutaten und Halbfabrikaten. Aber auch darüber hinaus wird es zahlreiche Möglichkeiten geben, sich über den Stand der Dinge der Branche weltweit auszutauschen und sich natürlich durch das Sortiment zu probieren: So kehrt etwa die Talks & Tasting Stage, wo Produktverkostungen, Creator-Formate und Fachvorträge verbunden werden, zurück. Und auch einen Weltrekord wird man auf der Messe bestaunen dürfen: Der deutsche Backwarenhersteller KuchenMeister präsentiert auf der ISM das größte Croissant der Welt.

Herausforderndes Umfeld

Auf dem weltgrößten Branchentreff werden natürlich ebenso österreichische Hersteller zugegen sein: So ist hier auch Manner wieder mit einem eigenen Stand vertreten, um seine aktuellen Neuheiten und Innovationen zu präsentieren. Wer erfolgreich ist, will eben Flagge zeigen. Karin Steinhart, Leiterin der Unternehmenskommunikation von Manner, sagt: "Der Messeauftritt unterstreicht die stabile Entwicklung des Unternehmens in einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld." So konnte Manner im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 im ersten Halbjahr 2025 seinen Umsatz um 5,7 Prozent steigern – ein erfreuliches Ergebnis in einem nach wie vor herausfordernden Marktumfeld. Die Betriebsergebnismarge verbesserte sich leicht von 2,6 auf 2,8 Prozent, liegt laut Steinhart damit aber noch unter den Zielwerten. Deutlich spürbar wurden aber die massiven Kostensteigerungen: "Der Materialaufwand stieg von 73,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 90,9 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025." Auch die tarifbedingten Anpassungen bei den Löhnen machten sich bemerkbar – die Personalkosten wuchsen von 29,6 auf 31,7 Millionen Euro. Das Traditionsunternehmen aus Wien-Hernals wusste damit aber umzugehen: "Trotz dieser Belastungen konnten wir unsere Marktposition festigen." Wie das konkret gelang? "Die gestiegenen Produktionskosten spüren wir deutlich. Um dem entgegenzuwirken, investieren wir gezielt in Effizienzsteigerungen, schließen langfristige Lieferverträge ab und setzen verstärkt auf nachhaltige Energieprojekte."

Exorbitante Kakaopreise

Mit der Heindl-Gruppe (Confiserie Heindl / Pischinger) zeigt sich ein weiterer Wiener Mitbewerber trotz grauer Wolken zufrieden. Geschäftsführer Andreas Heindl: "Angesichts der herausfordernden Umstände sind wir angesichts der zu erwartenden Zahlen durchaus zufrieden." Das abgeschlossene Geschäftsjahr 2024/2025 beendete man mit einem Umsatz von rund 30 Millionen Euro. Selbstverständlich ist der Erfolg aber nicht: Auch bei Heindl bleiben die größten Herausforderungen vor allem die exorbitant gestiegenen Kakaopreise wie die ebenfalls gewachsenen Kosten für weitere Rohstoffe, Energie und Personal. "Die Produktion selbst bleibt unberührt. Wir reagieren mit noch mehr Kostenbewusstsein beziehungsweise mit sehr verzögerten, aber leider unvermeidbaren Preisanpassungen." Sein Unternehmen betrachtet Heindl aber angesichts der anhaltenden Krise weiter adäquat gerüstet: "Gut aufgestellt sind wir in allen Sortiments-Bereichen. Wachstumspotenzial sehen wir noch in unserem Online-Shop beziehungsweise in weiteren, attraktiven Filial-Standorten."

Veganer Wachstumstreiber

Aber der Süßigkeitenmarkt besteht ja nicht nur allein aus Schokolade. Wie sieht es im Bereich Fruchtgummi aus? Dazu sollte man vielleicht bei einem traditionellen Experten nachfragen: "Haribo ist weltweit auf Wachstumskurs und mit mehr als 44 Prozent Marktanteil Marktführer im österreichischen Fruchtgummi-Lakritz-Schaum-Segment", heißt es erfreut von Seiten des deutschen Unternehmens, das seit 1975 auch ein Werk in Linz betreibt. Einen klaren Favoriten scheinen die Konsument:innen aber nicht zu haben: Haribos österreichische Top-5-Produkte reichen von klassisch und tropisch bis vegetarisch und sauer. Dabei belässt man es aber nicht: Jährlich bringt der Goldbär bis zu 20 neue Produkte auf den österreichischen Markt – auch im Blick auf neue Konsumgewohnheiten: "Mit Blick auf das Jahr 2026 zeichnet sich unter anderem vegetarisches und veganes Fruchtgummi als Wachstumstreiber ab. Das Produktsortiment umfasst bereits mehr als 45 vegetarische und vegane Produkte in Österreich – Tendenz steigend." Zudem habe man seine klassischen Beutel umgestellt, damit man nun länderübergreifend einheitliche Packungsgrößen in Österreich, Deutschland und der Schweiz anbietet. Infolge habe man auch die unverbindliche Preisempfehlung nach unten angepasst: "Es erfolgt damit bei keinem Artikel eine Preiserhöhung." Jedoch: "Über die Verbraucherpreise in den Geschäften entscheidet stets allein der Handel. So können die tatsächlichen Preise im Süßwarenregal von unseren unverbindlichen Preisempfehlungen abweichen." Süßmäuler wissen eben: Mitnaschen möchten immer viele.

www.ism-cologne.de

www.manner.com

www.heindl.co.at

www.haribo.com

 

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