Aktuelle Konsumstudie
Wofür die Österreicher ihr Geld ausgeben

| Larissa Bilovits 
| 22.01.2026

Wie eine aktuelle Studie zeigt, ist die Reiselust hierzulande weiterhin ungebrochen. So fließt der größte Anteil der Konsumausgaben über fast alle Generationen hinweg in Urlaube – lediglich die Gen Z setzt bei ihren Budgets andere Prioritäten. 

Trotz Teuerung und anhaltend hoher Lebenshaltungskosten bleibt die Reiselust der Österreicher:innen ungebrochen – und das spiegelt sich auch in den Ausgaben wider: Über alle Generationen investieren die Menschen hierzulande das meiste Geld in Urlaube. Dies hält die aktuelle Konsumstudie 2026 fest, die marketmind im Auftrag des Bankenverbandes und der BAWAG Group durchgeführt hat. Demnach fließen 29 Prozent der Konsumausgaben und damit durchschnittlich rund 2.400 Euro in das Reisen – und damit deutlich mehr als in Hobbys und Freizeit (1.870 Euro) sowie Gastronomie und Ausgehen (1.850 Euro) mit jeweils rund 22 Prozent.

"Der private Konsum ist für den Standort Österreich und das heimische Wirtschaftswachstum ein entscheidender Faktor. Mit der Konsumstudie wollen wir das Ausgabeverhalten beleuchten und Trends erkennen", erklärt Gerald Resch, Generalsekretär des Bankenverbandes, bei der offiziellen Präsentation der Konsumstudie 2026. Und Enver Sirucic, CFO und stellvertretender CEO der BAWAG Group und Präsident des Bankenverbandes, führt weiter aus: "Das Konsumverhalten variiert nach Alter und Generation. Das gilt ebenso für die Bereitschaft, Konsumwünsche zu finanzieren. Je jünger, desto offener sind die Österreicher:innen für Kredite und Teilzahlungen."

Konsumverhalten nach Generationen

Die einzige Generation, bei der Urlaub nicht an erster Stelle der Ausgaben steht, ist die Generation Z (1996–2010). Bei den 16- bis 30-Jährigen fließt das meiste Geld stattdessen in die Gastronomie, mit knapp 2.000 Euro pro Jahr. Für Urlaube geben sie rund 1.500 Euro aus, für Hobbys dagegen knapp 1.400 Euro. Weitere Ausgaben entfallen auf Kleidung (780 Euro), Wohlbefinden (670 Euro), Online-Dienste (430 Euro) und Kulturveranstaltungen (300 Euro). 

Bei den Millennials (1981–1995) wiederum beträgt das Urlaubsbudget über 2.400 Euro, womit das Reisen den größten Konsumposten markiert. Dahinter folgt die Gastronomie mit mehr als 2.100 Euro, an dritter Stelle stehen Hobbys mit 1.573 Euro. Im Vergleich zu den anderen Generationen sind es zudem die Millennials, die am stärksten in Online-Dienste (440 Euro) und Kleidung (1.000 Euro) investieren. Weitere Ausgabeposten sind Wohlbefinden (820 Euro) und Kulturveranstaltungen (323 Euro). 

Die Generation X (1966–1980) weist die höchsten Urlaubsausgaben auf und kommt auf fast 3.000 Euro, was mehr als ein Drittel ihrer gesamten Konsumausgaben ausmacht. Auf Platz zwei liegen Hobbys mit rund 1.800 Euro, während in der Gastronomie mit ebenfalls knapp 1.800 deutlich weniger ausgegeben wird als bei den jüngeren Generationen. Weitere Ausgaben entfallen auf Wohlbefinden (820 Euro), Kleidung (770 Euro), Online-Dienste (340 Euro) und Kulturveranstaltungen (240 Euro).

Am zurückhaltendsten konsumieren hingegen die Babyboomer (1946–1965). Auch bei ihnen ist Reisen mit rund 2.300 Euro der größte Ausgabeposten. Danach folgen Hobbys und Gastronomie mit jeweils knapp 1.500 Euro. Auffällig ist ihr geringes Modebudget: Mit rund 500 Euro geben sie etwa nur halb so viel für Kleidung aus wie die Millennials. Weitere Ausgabeposten sind: Wohlbefinden (790 Euro), Kulturveranstaltungen (220 Euro) und Online-Dienste (150 Euro). 

Konsumlaune mit leichtem Aufwärtstrend

Gerade bei den Babyboomern zeigt sich ihr ausgeprägtes Kostenbewusstsein auch beim Umgang mit Krediten. "90 Prozent der 1949 bis 1965 Geborenen stimmen zu: Man sollte sich nur Dinge kaufen, die man sich auch tatsächlich von seinem eigenen Geld leisten kann", fasst Sirucic zusammen. Entsprechend gering ist die Nutzung von Teilzahloptionen – nur neun Prozent der Babyboomer greifen darauf zurück, während es in der Gen Z 37 Prozent und bei den Millennials 23 Prozent sind.

Ein Blick auf die Konsumpläne für 2026 deutet im Jahresvergleich auf ein leichtes Plus hin. 67 Prozent der Befragten geben an, heuer gleich viel oder mehr als 2025 ausgeben zu wollen. Gleichzeitig zeigt die Auswertung, dass die tatsächliche Konsumlaune im Vorjahr höher lag, als viele zunächst angenommen hatten. "Der Vergleich zum Vorjahr zeigt, dass die Österreicher:innen allerdings konsumfreudiger waren, als sie ursprünglich geplant hatten", erläutert Sirucic.

Gefragt danach, was Politik oder Handel tun sollten, damit sich Menschen wieder mehr leisten können und eher konsumieren, nannten 29 Prozent das Eindämmen der Inflation und ein Senken der Preise. "Inflation und die Preisanstiege werden als der Hemmschuh für den Konsum wahrgenommen. 22 Prozent fordern zudem eine Senkung von Steuern und Abgaben", erklärt Resch.

Land der fleißigen Sparer:innen

Darüber hinaus spiegeln sich die Umfrageergebnisse auch in den makroökonomischen Entwicklungen der vergangenen fünf Jahre wider: So gilt Österreich weiterhin als Land der traditionell fleißigen Sparer:innen. Konkret stiegen die Einlagen privater Haushalte zwischen Jänner 2020 und November 2025 von rund 268 Milliarden Euro auf über 325 Milliarden Euro, während zugleich auch die Konsumausgaben insgesamt nach oben tendierten. Bei den Konsumkrediten zeigt sich hingegen ein differenzierteres Bild, denn der Bestand blieb seit 2020 vergleichsweise konstant und liegt weiterhin bei rund 18 Milliarden Euro. "Die Zahlen belegen, dass die Österreicher:innen weiterhin fleißig sparen und den Großteil ihrer Konsumausgaben aus eigenen Mitteln bestreiten", erläuterte Sirucic abschließend.

www.bawag.at

www.bankenverband.at

Über die Studie

Die "Konsumstudie 2026" wurde von marketmind im Auftrag des Bankenverbands und der Bawag Group durchgeführt. Grundlage sind 1.000 Befragte im Alter von 16 bis 79 Jahren, die die österreichische Bevölkerung repräsentativ nach Alter, Geschlecht, Bildung und Region abbilden. Die Erhebung fand im Dezember 2025 statt.

In der Studie werden die Generationen wie folgt definiert: Babyboomer (1946–1965), Generation X (1966–1980), Millennials (1981–1995) und Generation Z (1996–2010).

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Über die Studie

Die "Konsumstudie 2026" wurde von marketmind im Auftrag des Bankenverbands und der Bawag Group durchgeführt. Grundlage sind 1.000 Befragte im Alter von 16 bis 79 Jahren, die die österreichische Bevölkerung repräsentativ nach Alter, Geschlecht, Bildung und Region abbilden. Die Erhebung fand im Dezember 2025 statt.

In der Studie werden die Generationen wie folgt definiert: Babyboomer (1946–1965), Generation X (1966–1980), Millennials (1981–1995) und Generation Z (1996–2010).

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