Hiobsbotschaft für Mitarbeiter:innen
Autozulieferer ZKW streicht erneut 600 Jobs in Österreich

| Tobias Seifried 
| 13.01.2026

Für die betroffenen Mitarbeiter:innen an den beiden Standorten beginnt das neue Jahr mit einer Hiobsbotschaft. Am stärksten vom Stellenabbau betroffen ist der Stammsitz.

ZKW setzt den Rotstift an – und das mit weitreichenden Folgen für den Wirtschaftsstandort Österreich. Bis Ende 2027 will der auf Lichtsysteme spezialisierte Autozulieferer hierzulande rund 600 Arbeitsplätze abbauen, der Großteil davon am Stammsitz in Wieselburg (Niederösterreich). Konzernweit sollen sogar 25 Prozent der Stellen wegfallen, was etwa 2.300 Jobs weltweit entspricht.

Als Begründung verweist das Unternehmen auf die anhaltende Krise der europäischen Automobilindustrie. Hoher Kostendruck, rückläufige Aufträge und gedämpfte Umsatzprognosen machten "gezielte Kostensenkungsmaßnahmen" unumgänglich, heißt es in einer Presseaussendung. Wonyong Hwang, CEO der ZKW Group, erklärte am Dienstag (13. Jänner), man müsse "jetzt auf den Rückgang bei Umsatz und Aufträgen sowie auf die schwächeren Umsatzprognosen reagieren", um die Zukunft des Unternehmens langfristig abzusichern.

Wieselburg besonders betroffen

Besonders hart trifft es den niederösterreichischen Standort Wieselburg. Dort sollen bis Ende 2027 rund 570 Stellen gestrichen werden – etwa 100 bei der ZKW Group und weitere 470 bei der ZKW Lichtsysteme GmbH. Bereits in den vergangenen Jahren war die Belegschaft dort deutlich reduziert worden (LEADERSNET berichtete), nun folgt der nächste Einschnitt.

ZKW betont zwar weiterhin ein Bekenntnis zu Österreich, spricht aber gleichzeitig von "personellen Anpassungen" auch an den heimischen Standorten. Hwang wird in der Aussendung mit den Worten zitiert, dass Einsparungen "auf allen Ebenen nötig" seien. Zugleich erklärte er, das Wissen und die Kernkompetenzen aus Österreich würden die Grundlage für den künftigen Erfolg bilden – diese gelte es gezielt zu sichern und weiterzuentwickeln.

Sozialplan statt Jobgarantie

Für die betroffenen Mitarbeiter:innen wird ein freiwilliger Sozialplan angeboten, dessen Verhandlungen laut Unternehmen bereits abgeschlossen sind. Hermann Seitz, Standortleiter der ZKW Lichtsysteme GmbH in Wieselburg, sprach von einer "schwierigen, aber notwendigen Entscheidung". Die Anpassung des Personals an die Marktsituation sei erforderlich gewesen, um den Fortbestand des Standorts zu sichern, so Seitz.

Kostensenkung als strategische Leitlinie

Der Stellenabbau ist Teil eines umfassenden Effizienz- und Kostensenkungsprogramms der Unternehmensgruppe. Geplante Ausgaben werden überprüft, Strukturen gestrafft und das europäische Produktionsnetzwerk neu ausgerichtet. Ziel sei es, die "operative Handlungsfähigkeit" zu sichern und sich stärker auf wesentliche Kernaufgaben zu konzentrieren.

Hwang erklärte dazu, auch die Kunden von ZKW seien mit rückläufiger Nachfrage, verschobenen Projekten und einem strikten Kostenfokus konfrontiert. Vor diesem Hintergrund führe "am Kostensenkungsprogramm kein Weg vorbei". Das Maßnahmenpaket solle das Unternehmensergebnis verbessern und zugleich die Innovationskraft erhalten – wenngleich man die "Konsequenzen für die Mitarbeiter:innen" bedauere.

Der angekündigte Jobabbau unterstreicht einmal mehr den strukturellen Druck auf die heimische Industrie. ZKW, seit 2018 Teil des südkoreanischen LG-Konzerns, beschäftigt weltweit rund 10.000 Personen und erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von etwa 1,55 Milliarden Euro. Dass nun ein Viertel der Stellen zur Disposition steht, zeigt die Tiefe der Krise.

www.zkw-group.com

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