Für Mütter in Not
Obdachloser sammelte 2.500 Pfandflaschen und spendete den Betrag

| Larissa Bilovits 
| 21.12.2025

Ein Mann zeigte kurz vor Weihnachten eindrucksvoll, dass echte Nächstenliebe nichts mit finanziellem Wohlstand zu tun hat. 

Weihnachten gilt vielerorts als Fest der Nächstenliebe – eine Zeit, in der Menschen innehalten, Wärme teilen und, wenn möglich, auch jenen etwas geben, die es im Leben schwerer haben. Dass echte Großzügigkeit aber nicht zwingend an materiellen Wohlstand gebunden ist, zeigt ein aktueller Fall aus Stuttgart. Dort hat ein obdachloser Mann, der sich "Schwalbe" nennt und seinen Lebensunterhalt durch das Sammeln von Pfandflaschen bestreitet, zu Weihnachten 200 Euro an alleinstehende Mütter gespendet. Der Sozialdienst katholischer Frauen der Diözese Rottenburg-Stuttgart bestätigte die Spende und wirft zugleich die Frage auf, was diesen bemerkenswerten Akt der Hilfsbereitschaft bewegt hat.

2.500 Pfandflaschen gesammelt

Aufgrund der in Deutschland deutlich niedrigeren Pfandbeträge müsste der Mann etwa 2.500 Bierfalschen zu je acht Cent gesammelt haben, um auf 200 Euro zu kommen. Das hart zusammengetragene Geld übergab der Mann schließlich in einem schlichten Briefumschlag an eine Ordensschwester. Auch ein kurzer Brief lag dem bei, in dem "Schwalbe" darum bat, mit dem Geld alleinstehenden Müttern ein etwas schöneres Weihnachtsfest zu ermöglichen.

Laut Svenja Gruß, Vorständin des Sozialdienstes katholischer Frauen, habe die großzügige Spende die Vereinsmitglieder "sprachlos und dankbar" gemacht. Nun solle der Betrag einer alleinerziehenden Mutter im Paulusstift im Stuttgarter Osten zugutekommen.

Geschenk an Gott

Über die Person hinter dem Namen "Schwalbe" ist nur wenig bekannt. Gegenüber dem SWR, das den Mann im Stuttgarter Schlossgarten besuchte, wo er sich häufig aufhält und liest, schilderte er einige Einblicke in sein Leben – ein Foto von sich wollte er jedoch bewusst nicht veröffentlicht sehen. Nach eigenen Angaben verstehe er sich als gläubigen Christen und betrachte die Spende als symbolisches Geschenk an Gott zum Weihnachtsfest. Er wolle damit ein Zeichen setzen, dass Wohlstand ungleich verteilt sei und viele Menschen weniger hätten, als sie bräuchten.

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