Editorial des Herausgebers
Die Großen greifen zu und das wird nicht aufhören

Das Aus von Unimarkt ist mehr als nur das Ende einer Handelskette. Es ist ein weiterer Mosaikstein in einem Bild, das sich in immer mehr Branchen zeigt. Konsolidierung, Konzentration, Marktverengung.

Was früher regional gewachsen ist, wird heute geschluckt, übernommen oder fusioniert. Aus wirtschaftlicher Notwendigkeit, aus strategischer Logik, manchmal auch aus bloßer Marktmacht. Im Handel ist der Prozess bereits angelaufen. Am Mittwoch gab Rewe bekannt, 21 Unimarkt-Läden einzugliedern. Bereits zuvor hatte Spar angekündigt, 23 Unimarkt-Supermärkte zu übernehmen. Der Großteil der übernommenen Märkte geht dabei an Adeg- und an Spar-Kaufleute. Was für viele nach einer sinnvollen Lösung klingt – Arbeitsplätze erhalten, Nahversorgung gesichert – ist in Wahrheit ein Symptom. Die Großen greifen zu. Und sie tun es nicht nur, weil sie können, sondern weil sie müssen.

Der Lebensmittelhandel ist kein Einzelfall. Auch in der Milchwirtschaft formiert sich die Branche neu. Im Mai verkündete NÖM, als Nummer zwei am Markt, die Übernahme der Vorarlberg Milch. Nun ziehen auch SalzburgMilch und Pinzgau Milch nach. Sie bündeln ihre Kräfte in einer geplanten Fusion. Die Losung lautet: Zusammenrücken, bevor es zu eng wird.

An dieses Bild wird man sich gewöhnen müssen. 2026 wird diese Entwicklung nicht stoppen. Sie wird sich vermutlich sogar beschleunigen. Die wirtschaftliche Realität lässt vielen  kleinen und mittleren Playern kaum Luft zum Atmen. Margendruck, Fachkräftemangel, Digitalisierung, Bürokratie. Wer da keinen starken Partner hat oder selbst zum Großen wird, hat es schwer.

Was bleibt, ist ein Markt, in dem Größe kein Nachteil mehr ist, sondern Voraussetzung. Die Großen sichern sich Marktanteile, Standorte, Lieferketten und mit ihnen das Vertrauen der Konsument:innen. Für alle anderen wird es eng. Sehr eng.

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