Video von der Eröffnung der multimedialen Plattform
"Mit dem neuen Infocenter stärken APG und Kärnten Netz den Dialog mit der Bevölkerung"

Im Lakeside Park in Klagenfurt haben rund 70 Entscheidungsträger:innen aus Politik, Wirtschaft und Gemeinden bei der Eröffnung einen ersten Blick auf die Ausstellung und die Dialogmöglichkeiten erhalten. LEADERSNET.tv fragte bei den Verantwortlichen nach, warum das Infocenter für das Projekt Netzraum Kärnten eine zentrale Rolle spielt.

Die Projektpartner Austrian Power Grid (APG) und Kärnten Netz haben vor Kurzem den Trassenkorridor für das Gemeinschaftsprojekt Netzraum Kärnten vorgestellt. Die Grobtrasse erstreckt sich über rund 190 Kilometer, davon etwa 173 Kilometer neue 110-kV-Leitung, zwischen den Umspannwerken Obersielach in Kärnten und Lienz in Osttirol und durchquert 36 Gemeinden.

Mit dieser Präsentation begann ein gemeinsamer Dialog mit allen betroffenen Gemeinden und Bürger:innen, um bis Ende 2026 eine möglichst optimale Feintrasse zu entwickeln (LEADERSNET berichtete). Nun folgte der nächste wichtige Schritt.

Eröffnung des neuen Infocenters

Im Lakeside Park Klagenfurt wurde ein neues Informationszentrum eröffnet, das künftig als zentrale Anlaufstelle für Bürger:innen und Stakeholder dienen soll. Rund 70 Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und Gemeinden nutzten die Eröffnung, um sich über Projektinhalte, Ausstellungsbereiche und Dialogmöglichkeiten zu informieren. "Das ist die zentrale Plattform für dieses Projekt, ein Ort, an dem man sich treffen und austauschen kann, an dem Bürger:innen Informationen erhalten und ihre Wünsche einbringen können. Wir werden all diese Anliegen aufnehmen. Es ist uns besonders wichtig, hier im Informationszentrum umfassend und verständlich informieren zu können", sagte Gerhard Christiner, APG-Vorstandssprecher, gegenüber LEADERSNET.tv.

"Es freut mich, dass das Interesse an unserem Projekt Netzraum Kärnten so groß ist. Das Infocenter wird als zentrale Anlaufstelle für die Koordination, Planung und Kommunikation rund um dieses Jahrhundertprojekt fungieren. Mit dem neuen Infocenter erweitern wir unsere umfassenden Informations- und Dialogkanäle um ein weiteres wichtiges Element", so Hausherr und APG-Projektleiter Wolfgang Hafner.

Inhalte und Funktionen

Das Informationszentrum dient als multimediale Anlaufstelle, die Bürger:innen, Stakeholdern sowie Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft einen transparenten und leicht zugänglichen Überblick über alle wesentlichen Aspekte des Projekts ermöglicht. Ab dem 1. Dezember ist es für die Öffentlichkeit geöffnet.

Die Besucher:innen erhalten dort ein umfangreiches Informationsangebot. Dazu zählen geführte Rundgänge durch die Dauerausstellung, laufend aktualisierte Inhalte zum Fortschritt des Projekts sowie eine detaillierte Darstellung des Trassenverlaufs und des aktuellen Planungsstands. Ergänzend werden Übertragungstechnologien erläutert und ökologische sowie humanmedizinische Themen ebenso behandelt wie alle relevanten Umweltaspekte. Zudem bietet das Zentrum Einblicke in die Bedeutung des Vorhabens für ein modernes, widerstandsfähiges Energiesystem sowie Informationen zum überregionalen Übertragungsnetz und zur Rolle des 380-kV-Ringschlusses.

"Mit dem neuen Infocenter stärken APG und Kärnten Netz den Dialog mit der Bevölkerung und ermöglichen Einblicke in die vielfältigen technischen, ökologischen und gesellschaftlichen Dimensionen eines Infrastrukturprojekts dieser Größenordnung. Das Infocenter leistet damit einen wichtigen Beitrag zu Transparenz, Wissensvermittlung und Partizipation entlang der gesamten Projektdauer", so Hafner weiter.

Relevanz für Energiezukunft und Standort Kärnten

Gerhard Christiner sprach im Anschluss über die Wichtigkeit der Transformation des Energiesystems und welche Bedeutung das Projekt Netzraum Kärnten und der Lückenschluss des 380-kV-Rings in Österreich haben. "Das Projekt Netzraum Kärnten ist ein Jahrhundertprojekt, vergleichbar mit dem Bau der Koralmbahn. Es sorgt dafür, dass Strom auch in Zukunft verlässlich fließt, erneuerbare Energie ins Netz kommt und wir unabhängiger von Öl und Gas werden. Rund 85 Prozent der Erneuerbaren Erzeugung befindet sich im Osten Österreichs. Um diese Energie, die vor allem in den Mittagsstunden produziert wird, in den Pumpspeicher-Kraftwerken im Westen zu speichern, spielt das Projekt Netzraum Kärnten eine zentrale Rolle. Ohne ausreichende Netzkapazitäten sind wir nicht in der Lage, den nachhaltigen Strom in Zeiten, in denen keine Sonne scheint und kein Wind weht, zu den Kund:innen zu bringen. Umso leistungsfähiger unser Stromnetz ist, umso günstiger werden am Ende des Tages auch die Strompreise sein. Der Netzraum Kärnten ist außerdem ein entscheidender Faktor für die Stärkung des Wirtschafts- und Tourismusstandortes Kärnten und zur Sicherung bzw. Schaffung von Arbeitsplätzen", sagte der APG-Vorstandssprecher.

Wichtig für die regionale Versorgung

Michael Marketz, Geschäftsführer der Kärnten Netz, erklärte danach, warum Netzraum Kärnten auch aus Sicht eines Verteilnetzbetreibers zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten Österreichs zählt. "Unsere Hauptaufgabe ist die sichere und ausreichende Stromversorgung im Bundesland Kärnten. Das gemeinsame Projekt mit der APG trägt dazu ganz maßgeblich bei. Wir bündeln Infrastruktur, indem wir in einer Trasse auf den gleichen Masten zwei Systeme führen, das schont Mensch und Natur und ermöglicht einen sehr kosteneffizienten Ausbau unseres 110-kV-Netzes. Wir müssen unser 110-kV-Netz ausbauen und für die nächsten 100 Jahre ertüchtigen. Das ist von essenzieller Bedeutung für den Umstieg von Haushalten und Wirtschaft von fossiler auf erneuerbare Energie und damit für den Wirtschafts- und Lebensraum Kärnten. Die geplante neue 110-kV-Leitung von Oberdrauburg nach Obersielach verbinden wir mit dem bestehenden 110-kV-Netz; Kärnten Netz baut zusätzlich acht Umspannwerke neu beziehungsweise aus. Weiterer Teil des gemeinsamen Projektes ist der Rückbau von 140 km alter 110-kV-Leitungen, die teilweise durch Siedlungsgebiete führen. Hier erreichen wir deutliche Verbesserungen für tausende Menschen", so Marketz.

Überblick und Ausblick

Zum Abschluss des Events gab Saskia Albrecht, Leiterin der Projektkommunikation der TransnetBW GmbH, einen Überblick über den aktuellen Stand des Netzausbaus in Deutschland und Baden-Württemberg. Dabei betonte sie auch, dass die Freileitungstechnologie im Bereich des 380-kV-Netzausbaus in Deutschland den etablierten Standard darstellt.

Interviepartner:innen

Was Gerhard Christiner (APG-Vorstandssprecher und technischer Vorstand), Wolfgang Hafner (Projektleiter, APG – Netzraum Kärnten), Michael Marketz (Geschäftsführer, Kärnten Netz) und Saskia Albrecht (Projektkommunikation, TransnetBW GmbHI) noch sagen, sehen Sie in unserem LEADERSNET-Video.

www.apg.at

Sollten Sie das Video nicht abspielen können, klicken Sie bitte hier!

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV