Kritik an hohen Abgaben
Ryanair zieht weitere Flugzeuge vom Flughafen Wien ab

Die irische Billigfluglinie kritisiert hohe Abgaben am Standort und reagiert darauf mit einer weiteren Reduktion des Angebots – der Airport unterstützt die Forderung nach Entlastung und verweist auf bevorstehende Kostensenkungen.

Nach dem bereits im September angekündigten Abzug von drei Maschinen (LEADERSNET berichtete) reduziert Ryanair ihr Engagement am Flughafen Wien-Schwechat weiter. Wie die irische Billigfluglinie am Dienstag in einer Aussendung bekannt gab, werden für den Sommer 2026 zwei weitere Flugzeuge von der Wiener Basis abgezogen. Als Grund nennt Ryanair erneut die im europäischen Vergleich hohen Flughafenentgelte und die staatliche Flugabgabe.

Kritik an Rahmenbedingungen

Ryanair-Chef Michael O'Leary wirft der österreichischen Regierung vor, auf die Kritik der Branche nicht zu reagieren. Bereits im September habe Ryanair der Bundesregierung einen Wachstumsplan vorgelegt, der bis 2030 eine Stationierung von zehn neuen Maschinen und eine Steigerung des Passagieraufkommens um 70 Prozent vorgesehen hätte – ohne Rückmeldung aus der Politik. "Andernfalls drohen weitere Streichungen und höhere Flugpreise für österreichische Passagiere und Besucher:innen", so O'Leary.

Der Abzug der zwei Flugzeuge entspreche laut Ryanair einem Investitionsrückgang von rund 200 Millionen Dollar. Die Airline betont, dass die Flugverkehrssteuer mit zwölf Euro pro Passagier zu den höchsten in Europa zähle.

Dass die Flugabgabe tatsächlich abgeschafft wird, dürfte in absehbarer Zeit nicht passieren. Denn die Regierung braucht die Einnahmen für die Budgetsanierung. Auch Mobilitätsminister Peter Hanke hatte vor einigen Wochen betont, dass eine Abschaffung derzeit nicht angedacht sei.

Flughafen Wien zeigt Verständnis

Der Flughafen Wien reagierte mit Verständnis auf die Kritik und erneuerte seine Forderung nach einer Abschaffung oder zumindest deutlichen Reduktion der staatlichen Flugabgabe. Diese stelle eine "Zusatzkostenbelastung dar, die im internationalen Vergleich hoch ist". Gleichzeitig unterstrich der Airport, dass die von ihm selbst festgelegten Entgelte trotz Inflation seit Jahren stabil geblieben seien. "Die Entgelte entsprechen im Durchschnitt etwa dem Tarifniveau von 2015 und werden per 1. Jänner 2026 um bis zu 4,6 Prozent gesenkt", so der Flughafen in seiner Stellungnahme.

Trotz der Rückzüge einzelner Airlines sieht sich der Flughafen Wien weiterhin als wettbewerbsfähiges Luftfahrtdrehkreuz. Man verweist auf positive Entwicklungen bei anderen Airlines: Austrian Airlines erweitert ihr Angebot um zwei Kurzstreckenverbindungen, SAS ist mit täglichen Flügen aus Kopenhagen zurückgekehrt, und Condor erhöht ihre Frankfurt-Frequenzen auf drei Flüge täglich. Zudem befinde man sich in Gesprächen mit weiteren Airlines über zusätzliche Angebote.

Auswirkungen auf den Standort

Mit dem neuerlichen Abzug von zwei Flugzeugen verschärft sich die Situation für den Standort Wien, der bereits durch den geplanten Rückzug von Wizz Air unter Druck steht (LEADERSNET berichtete). Dennoch will der Flughafen durch Effizienzsteigerungen und Kostensenkungsmaßnahmen die wirtschaftlichen Auswirkungen abfedern.

Ryanair bleibt trotz der Reduktion weiterhin mit mehr als einem Dutzend Maschinen am Standort vertreten und bedient laut eigenen Angaben über 80 Destinationen.

www.ryanair.com

www.viennaairport.com

Andreas Kröll
Gott sei Dank!!!! Alle weg wäre das Beste für Österreich.

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