Fotos der Veranstaltung
Science4Care gab Einblicke in österreichische Spitzenforschung

| Larissa Bilovits 
| 29.09.2025

Hochkarätige Vertreter:innen aus Medizin und Forschung trafen am Wiener Erste Campus aufeinander, um sich über wissenschaftliche Innovationen sowie gesellschaftliche und politische Zukunftsfragen auszutauschen. 

Vergangenen Freitag, den 26. September, ging die erste Science4Care Austrian High Impact Research-Veranstaltung am Erste Campus in Wien über die Bühne. Zahlreiche Gäste aus Medizin und Forschung folgten der Einladung von Martin Andreas (Referent für Spitzenforschung, MedUni Graz), Harald Widhalm (Referent für Gesundheitsökonomie, MedUni Wien) und Liliane Zillner (Hearts Sync) sowie der Ärztekammer Wien und tauschten sich über wissenschaftliche Innovationen sowie gesellschaftliche und politische Zukunftsfragen aus. 

Neue Erkenntnisse aus Herzmedizin und Traumatologie

Zum Auftakt präsentierte Elad Bassat (Tanaka Lab) bahnbrechende Ergebnisse aus dem Bereich der Herzmedizin: Mit ihrem Vortrag zur kardialen Regeneration mittels Spatial Transcriptomics – ein Forschungsbereich, für den das Tanaka Lab 2025 mit dem Wittgenstein-Preis ausgezeichnet wurde (1,9 Mio. Euro) – beeindruckte sie die Anwesenden. Ebenso interessant gestalten sich die Beiträge von Katharina Kiss, die innovative, in Österreich entwickelte Herzklappentechnologien vorstellte, die ihr den Houska-Preis 2025 (750.000 Euro) einbrachten, sowie von Irene Lang, die Einblicke in neue Ansätze bei Myokardinfarkten gab.

In der Disziplin der Traumatologie standen innovative Techniken für Knorpelschäden wie Spheroid-Knorpelzucht sowie ein neu entwickeltes Crosslinking-Verfahren von Beugenhaus im Mittelpunkt der Diskussion. Letzteres könne laut Nikolaus Lang die Hyaluronsäuretherapie bei Kniegelenksarthrose deutlich verbessern. Darüber hinaus präsentierte Florian Wenzel-Schwarz bioresorbierbare Implantate und weitere moderne Therapieoptionen vor.

Von der Forschung in die Praxis

Anschließend stand eine hochkarätige Podiumsdiskussion auf dem Programm, bei der Alexander Biach (Generaldirektor der SVS), Anton Pauschenwein (Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Ärzte- und Apothekerbank), Erwin Rasinger (Arzt und ehem. Nationalratsabgeordneter) und Michael Stampfer (Geschäftsführer des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds) über die Rolle von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft bei Prävention, Digitalisierung und Innovationsförderung debattierten. Insgesamt zeigte sich dabei, dass das österreichische Gesundheitssystem von einem stärkeren Ineinandergreifen aller Bereiche profitieren könnte, da Forschungsergebnisse so schneller in die Praxis übersetzt werden könnten.

Konkret unterstrich Erwin Rasinger die Notwendigkeit politischer Anreize, um Risikokapital zu mobilisieren und dadurch Investitionen aus der Privatwirtschaft in die Forschung zu erleichtern. Anton Pauschenwein sprach sich außerdem für eine grundlegende wirtschaftliche Ausbildung im Medizinstudium aus, da viele Ärzt:innen dieses Wissen später in ihrer selbstständigen Tätigkeit dringend benötigen würden. Michael Stampfer und Alexander Biach betonten überdies, dass zwar die Grundlagen der Spitzenforschung in Österreich gut unterstützt werden, es jedoch an Maßnahmen fehle, um daraus entstehende Innovationen rasch in die Anwendung zu überführen und so die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Unkomplizierter Zugang zu neuster Forschung

Als weiteres Highlight des Tages wurde ein neuer Expertenzugang für das Gesundheitsportal www.heartport.org vorgestellt. Damit sollen Ärzt:innen künftig aktuelle Studienergebnisse in kompakter Form und in deutscher Sprache abrufen können, ganz nach dem Motto "Latest researchsimply summarized for busy doctors". Arbeiten mit österreichischer Beteiligung werden dabei besonders hervorgehoben. Für Mitglieder der Ärztekammer will man das Angebot kostenlos zur Verfügung stellen.

LEADERSNET war bei der Veranstaltung dabei. Eindrücke finden Sie in unserer Galerie.

www.heartport.org

www.aekwien.at

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