Großer Sportartikel-Händler legt Millionenpleite hin

| Tobias Seifried 
| 03.07.2023

Geomix ist u.a. Ausstatter des ÖFB, hat vier Standorte und beschäftigt 137 Bedienstete. Aufgrund von Schulden in der Höhe von fast 45 Millionen Euro wurde nun ein Insolvenzantrag gestellt.

Die aktuelle Pleitewelle in Österreich (Kika/Leiner, Leschanz, Harmony & Care, Forstinger, etc.) setzt sich fort. So stellte auch der (Online-)Sportartikelhändler Geomix am Landesgericht Leoben einen Insolvenzantrag. Angestrebt wird ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung. Sollte der vorgeschlagene Sanierungsplan angenommen werden, erhalten die Gläubiger:innen auf ihre Forderungen eine 30-prozentige Quote. Laut dem KSV1870 sind von der Pleite 137 Bedienstete an vier Standorten sowie rund 125 Gläubiger:innen betroffen.

Fast 45  Millionen Euro Schulden

Als Insolvenzursache führt Geomix mit Hauptsitz Liezen die massiv verschlechternden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der letzten Jahre in den Bereichen Teamsport und Handel mit Sportartikeln an. Die krisenbedingte Reduktion der erzielbaren Deckungsbeiträge, sowie der Ausfall von Großkunden bzw. eines Geschäftspartners hätten zu Liquiditätsengpässen geführt. Die Schuldenhöhe wird mit 44,9 Millionen Euro angegeben.

Insolvenzauslösend sei der Umstand gewesen, dass der bisherige Zentralregulierer Anfang Mai 2023 seine Haftungsübernahme für Warenbestellungen bei den beiden Großlieferanten zurückgezogen habe. Als weitere Insolvenzursachen führt der Sportartikel-Händler, der u.a. den ÖFB ausstattet, noch die COVID-19-Pandemie sowie die hohe Inflation der letzten Monate an.

Fortbetrieb während Sanierungsverfahren

Geomix habe laut dem KSV1870 alle erforderlichen Maßnahmen zur Sicherstellung des Fortbetriebes des Unternehmens während des Sanierungsverfahrens getroffen. Es wurde ein Sanierungskonzept für die Restrukturierung durch entsprechende Sanierungsmaßnahmen im personellen und organisatorischen Bereich entwickelt, welche im Detail mit dem Sanierungsverwalter abzustimmen seien.

Im Rahmen der Fortführung sollen defizitäre Teilbereiche geschlossen, sowie nicht mehr betriebsnotwendige Verträge gekündigt und notwendige interne organisatorische Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Der Sanierungsplan soll aus dem Fortbetrieb sowie durch weitere Kapitalerhöhungen bereitgestellt werden.

Der Sanierungsverwalter wird das Ansinnen von Geomix zu prüfen haben, ohne dass ein weiterer Ausfall für die Gläubiger:innen drohe, so der Kreditschutzverband abschließend.

www.ksv.at

www.geomix.at

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