Nächster Corona-Kahlschlag bei Swarovski

Krisenbedingt muss der Kristallhersteller 1.000 weitere Mitarbeiter in der Zentrale in Wattens entlassen, bis 2022 sollen 600 weitere folgen.

Der Dienstag brachte erneut düstere Neugikeiten aus dem Hause Swarovski: den Tiroler Kristallkonzern gab bekannt, dass man am Hauptstandort Wattens mit Herbst weitere 1.000 der derzeit noch bestehenden 4.600 abbauen werde. Swarovski-Geschäftsführer Robert Buchbauer bestätigte die Neuigkeiten, die vorab im Rahmen einer Berichterstattung des ORF Tirol an die Öffentlichkeit gelangt waren als "schmerzliche, aber alternativlose Entscheidung".

Der erneute massive Stellenabbau kommt als direkte Konsequenz der Coronakrise, die den Luxusmarkt, den Swarovski bedient, in eine tiefe Krise gestürzt hat. Bereits vor wenigen Wochen hatte das Tiroler Traditionsunternehmen notgedrungen eine Kündigungswelle angekündigt. (LEADERSNET berichtete).

Weitere 600 Stellenkürzungen bis 2022 geplant

Wie die Onlineausgabe der Tiroler Tageszeitung (TT) berichtet, sollen in Wattens mittelfristig rund 3.000 Menschen beschäftigt werden: Bis zum Jahr 2022 soll sich der Mitarbeiterstand des Unternehmens nämlich noch einmal um 600 Stellen verringern. Dieser massive Personalabbau kommt indessen nicht überraschend, der Betriebsrat hatte diesbezüglich bereits mehrmals Alarm geschlagen.

Am Montag, den 20. Juli hat Swarovski 200 Mitarbeiter per E-Mail gekündigt. Diese Beschäftigten arbeiteten in den Bereichen Vertrieb und Marketing. Eine Unternehmensstiftung steht ihnen offen. Das Land Tirol zahlt darin 200.000 Euro ein. Fast alle Mitarbeiter in Wattens sind zunächst bis September in Kurzarbeit.

Die Corona-Krise wird offiziell als Grund für die Kündigungen angeführt, die grundlegenden Umstrukturierungspläne, die schon in der Folge der ersten Kündigungswelle im Juni angekündigt wurden, verfolgt Swarovski weiter: so wolle man einerseits Geschäftsprozesse verschlanken, und auch Marketing und Vertrieb verschiedener Geschäftsbereiche zusammenführen.

Gewerkschaft übt heftige Kritik

Die Gewerkschaft Pro-Ge hält sich indessen nicht mit Kritik an diesem Vorgehen zurück: Als "unmoralisch und unverantwortlich" bezeichnete sie das Vorgehen, Kurzarbeitsgelder zu beziehen und Stellen abzubauen in einer Stellungnahme im Juni. Die Pro-Ge forderte strengere Auflagen für Arbeitgeber und Zusagen, dass bei Kurzarbeit Arbeitsplätze "nachhaltig gesichert" werden, angesichts der aktuellen Lage befürchtet sie weiteren Stellenabbau. (red)

www.swarovski.com

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